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Traumwelten Wunschdenken oder Wirklichkeit?

Unsere Träume bringen uns an den Rand des Wahnsinns: Abgründe tun sich auf - oder aber paradiesische Welten. Warum? Ist es Angst, Sehnsucht oder unser wahres Ich? Traumdeutung beschäftigt die Menschen schon sehr lange.

Stand: 18.03.2014

Fotokunst: "Individualreisende in Bolivien" von Florian Stolz | Bild: picture-alliance/dpa

Vielleicht ist Träumen ein Schutzmechanismus unseres Geistes, um Erlebtes zu verarbeiten. Vielleicht sind Träume aber auch nur ein geistiges Abfallprodukt. Fest steht, jeder von uns träumt, na ja, fast jeder ...

"Traumdeutung"

Träume verraten viel über das Ich, ergänzen sich mit Vergangenem und geben geheime Wünsche preis. Die Symbole müssen nur richtig gedeutet werden, um damit einen Schlüssel für das Unbewusste zu erhalten. Diesen Ansatz verfolgte der wohl berühmteste Traumforscher, der Wiener Arzt und Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud. 1900 veröffentlichte er sein Werk "Traumdeutung" und betrat damit noch nie beschrittene Pfade der Psychologie.

Traumdeutung als Königsweg ins dunkle Reich der Psyche

Montage: Kopf einer Frau mit geschlossenen Augen | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Forschung Interview mit einem Traumforscher

Warum träumen wir? Was passiert bei Albträumen im Gehirn? Diesen Fragen geht Michael Schredl auf den Grund. Er ist Traumforscher und Leiter des Schlaflabors des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit. [mehr]

Freud sieht in jedem Traum eine persönliche Botschaft. Sag mir, was Du träumst und ich sage Dir wer Du bist – so in etwa funktioniert die Freudsche Traumdeutung. Der Traum verrät viel über das Ich. Ausschlaggebend ist die derzeitige Situation des Träumenden, aber auch Erfahrungen aus seiner Kindheit. Im Traum mischen sich nach Freuds Ausfassung Bedürfnisse wie Hunger oder auch Triebhaftigkeit mit aktuell Erlebtem aber auch Erinnerungen. Auf einen Nenner gebracht sah Freud in den Träumen unerfüllte Wünsche. Das war seinem Schüler Carl-Gustav Jung zu banal. Auch er widmete sich der Traumdeutung und entwickelte eine Art Katalog mit Traumsymbolen, die es zu deuten galt.

Träumen für die Wissenschaft

Es gibt allerdings auch wissenschaftliche Thesen, die den Traum schlichtweg als bedeutungslosen Abfall der nächtlichen Hirntätigkeit sehen. Eine Wissenschaft, die es natürlich schwer hat, denn träumen kann nur, wer schläft und sich erinnert.

"Träumen ist das subjektive Erleben während des Schlafes. Der Traumbericht ist die Rückerinnerung an das, was vor dem Aufwachen erlebt wurde."

Traumforscher Prof. Michael Schredl

Traumlos durchs Leben

Der Ameisenigel träumt nicht. Vielleicht sogar als einziges Säugetier? Auf jeden Fall ist erwiesen, dass der Ameisenigel seine Nächte traumlos verpennt. Misst man nämlich seine Hinströme, zeigen sie keinerlei Aktivität. Auch die Augen bewegen sich nicht. Somit spart der Ameisenigel Hirnsubstanz, die er für Überlebensstrategien wie das Fressen dringend braucht.


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