Ratgeber - Gesundheit

Toxoplasmose Nicht nur für Schwangere gefährlich

Vor Toxoplasmose fürchten sich vor allem Schwangere, denn die Infektionskrankheit kann Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursachen. Doch die Parasiten können auch Erwachsene krank machen.

Stand: 12.06.2012
Schwangere mit Katze | Bild: colourbox.com

Toxoplasmose ist eine Infektion, die drei völlig verschiedene Gesichter zeigen kann. Mal verläuft sie unbemerkt und harmlos, mal löst sie Hirnhautentzündungen und Augenerkrankungen aus oder verursacht Missbildungen bei Föten.

Der harmose Verlauf

Ein Drittel der Bevölkerung weltweit hat Glück: Sie machen eine Toxoplasmose-Infektion durch, ohne diese zu bemerken. Manchmal zeigen sich lediglich grippeähnliche Symptome und die Lymphknoten im Kopf- und Halsbereich schwellen an. Danach besteht bei gesunden Menschen gewöhnlich ein lebenslanger Schutz vor Toxoplasmose.

Wenn das Immunsystem geschwächt ist

Toxoplasmose-Erreger können aber wieder im Körper aktiviert werden, wenn das Immunsystem zum Beispiel plötzlich durch eine schwere Erkrankung geschwächt ist (Krebs, Aids, Organtransplantationen) oder wenn sich eine immungeschwächte Person mit den Erregern infiziert, beispielsweise durch verseuchtes Fleisch. Dann kann Toxoplasmose Hirnhaut- und Lungenentzündungen sowie spezifische Augenerkrankungen auslösen, bei denen die Sehkraft auf charakteristischerweise nur einem Auge geschädigt wird.

Um die Entzündungen einzudämmen, kommen dann zum Beispiel Antibiotika und Kortison zum Einsatz. Auch Kleinkinder unter fünf Jahren gehören zur Gruppe besonders gefährdeter Personen.

Schwere Folgen in der Schwangerschaft

Infiziert sich eine Frau in der Schwangerschaft zum ersten Mal mit Toxoplasmose, ist der Fötus in Gefahr. Die Infektion kann - je nachdem in welchem Schwangerschaftsstadium sie eintritt - zu Fehlgeburten, Missbildungen, einem Wasserkopf, einer Schädigung der Hirngefäße und einer Entzündung der Netzhaut führen.

In Mitteleuropa haben nur rund 26 bis 54 Prozent der Frauen Antikörper gegen Toxoplasmose, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. In Deutschland werden jährlich rund 20 Fälle bekannt, in denen ein Ungeborenes mit Toxoplasmose infiziert wurde. Experten gehen aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten sich daher unbedingt auf eine Infektion mit Toxoplasma gondii untersuchen lassen.

Wie man sich vor Toxoplasmose schützt

Risikogruppen

Toxoplasmose kann besonders gefährlich werden für ungeborene Kinder während der Schwangerschaft, Kleinkinder unter fünf Jahren, immungeschwächte oder kranke Personen (Krebs, Aids, Organtransplantierte).

Risiko Katze?

Hauskatze | Bild: colourbox.com

Vor allem Katzen sind als Toxoplasmose-Überträger in Verruf geraten. Das ist nicht ganz gerecht, denn als Wirt sind für den Erreger grundsätzlich alle warmblütigen Tiere geeignet - und der Mensch. Besonders häufig wird die Infektion durch warmblütige Tiere übertragen, die im Freien leben. Experten gehen davon aus, dass zwar 70 Prozent aller freilaufenden Hauskatzen infiziert, aber nur zu bestimmten Zeitpunkten Krankheitsüberträger sind. Dämmen Sie das Infektionsrisiko ein, füttern Sie Ihre Katze nicht mit rohem Fleisch!

Achtung, Ansteckungsgefahr!

So schützen Sie sich vor Toxoplasmose:

  • Überlassen Sie die Reinigung des Katzenklos jemand anderem. Toxoplasmose wird durch den Kot infektiöser, warmblütiger Tiere übertragen.
  • Freilaufende Katzen nicht streicheln.
  • Essen Sie keine rohen Wurst- und Fleischwaren (Hackfleisch, Carpaccio, Mettwurst, Teewurst, Salami oder Rohschinken).
  • Braten Sie Fleisch gut durch oder erhitzen Sie es.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich - oder schälen bzw. kochen Sie es.
  • Lagern Sie erdhaltige Lebensmittel (Kartoffeln, Karotten) getrennt von anderen Lebensmitteln, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, insbesondere vor dem Essen und nach dem Zubereiten von rohem Fleisch und Gemüse. Danach die verwendeten Küchenutensilien reinigen.
  • Trinken Sie Wasser aus Seen und Bächen nicht ungefiltert.

Im Garten

Im Freien sollten Sie folgendes beachten:

  • Decken Sie Sandspielkasten ab, wenn Sie diese nicht nutzen.
  • Tragen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe und waschen Sie sich danach die Hände.
  • Besonders gefährdete Personen sollten keine freilaufenden Katzen streicheln.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit Tierkot (besonders von Schafen, Ziegen und Katzen).

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