Schlafforschung Fett unausgeschlafen
Wer nachts zu wenig oder schlecht schläft, leidet darunter meist schon genug. Eine weitere schlechte Nachricht für Schlaflose lautet: Schlafmangel macht auch noch dick! Wie es dazu kommt, wollten Lübecker Forscher wissen.
Um herausfinden, warum und wie genau der Speck auf die Hüften von Schlaflosen gelangt, ließen die Forscher ihre Probanden über Nacht nicht schlafen. Am Morgen untersuchten sie dann die Blutwerte. Insgesamt drei Ursachen fanden die Wissenschaftler für den vermuteten Zusammenhang.
Die Hormone sind schuld
Im Wesentlichen wird unser Appetit durch Hormone gesteuert. Tatsächlich war das "Hunger-Hormon" Ghrelin im Blut der Versuchspersonen nach der durchwachten Nacht deutlich erhöht, während das Sättigungshormon Leptin eher niedrig war. "Das führt insgesamt dazu, dass im Gehirn verstärkt Hungergefühl und vermindert Sattheit generiert wird", erklärt der Mediziner Dr. Sebastian Schmid. Das zeigt sich auch praktisch beim Frühstück: Unausgeschlafene Versuchspersonen nahmen im Schnitt 300 Kilokalorien mehr zu sich aus als ausgeschlafene.
Süßes für die Fettpolster
Zum hormonellen Problem dazu gesellen sich die Tatsachen, dass vor allem der Appetit auf ungesündere tierische Fette und auf Süßes stieg. Zudem verbrannten die Probanden nach der schlaflosen Nacht weniger Kalorien. Auf diese Weise bleibt bei unausgeschlafenen Essern viel für die Fettpolster übrig.
Noch ein Zuckerproblem
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Die dritte Wirkung von Schlaflosigkeit war ein veränderter Zuckerstoffwechsel. Die Forscher gaben den Testpersonen morgens eine hoch konzentrierte Zuckerlösung, die der Körper nach einer Nacht ohne Schlaf nur viel langsamer abbauen konnte als nach einer Nacht mit Schlaf. Die Konzentration von Insulin, das Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert, war niedriger als normal. Entscheidend scheint die fehlende Tiefschlafphase zu sein. Denn das gleiche Problem haben Personen nach einer Nacht ohne Tiefschlaf.

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