Ratgeber - Gesundheit


33

Schutz vor Infektionen Welttag des Händewaschens

Millionen von Keimen tummeln sich auf unseren Händen, bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden so übertragen. Händewaschen ist wirksamer Infektionsschutz. Doch wie wäscht man sie richtig, sodass sie auch wirklich sauber sind?

Stand: 15.10.2016

Bakterien auf der Hand durch fluorezierndes Licht sichtbar gemacht | Bild: dpa / Matt Alexander

In der kalten Jahreszeit haben Infektionskrankheiten wie Erkältung, Grippe und Durchfall wieder Hochkonjunktur. Keime lauern überall. Neben der Tröpfcheninfektion sind auch die Hände ein wichtiger Übertragungsweg. Auf ungewaschenen Händen können sich bis zu 10 Millionen Keime tummeln. Eine Studie aus den USA hat ergeben, dass wir uns etwa alle 4 Minuten am Tag ins Gesicht fassen. So gelangen Viren und Bakterien in unsere Schleimhäute und damit in den Körper. Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden so über die Hände übertragen. Händewaschen gehört zu den wirksamsten und billigsten Methoden, um Infektionen bei sich und anderen zu vermeiden.

Die richtige Methode

Das Wasser laufen zu lassen und zwei, drei Mal die Hände zu reiben genügt jedenfalls nicht. Sie sehen dann sauber aus, aber keimfrei sind sie nicht. Wer Mikroorganismen vernichten möchte, muss seine Hände mindestens 20 -30 Sekunden lang waschen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, das Lied "Happy Birthday" zweimal zu singen. Diese Zeitspanne entspricht ungefähr der empfohlenen Waschdauer.

Flüssigseifen oder Waschlotionen gehören unbedingt dazu, denn Wasser allein tötet keine Keime. Und so geht's: Hände nassmachen, einseifen - dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Daumen nicht vergessen - denn dort sammeln sich die Keime. Dann ordentlich reiben und rubbeln. Anschließend unter fließendem Wasser gut abwaschen.

Je öfter, desto besser

Wichtig ist auch, sich nach dem Waschen die Hände gut abzutrocknen, auf öffentlichen Toiletten am besten mit einem Einmalhandtuch. Denn Mikroorganismen gedeihen besonders gut dort, wo es feucht ist, also zum Beispiel in vielbenutzten Handtüchern. Die sind genauso unhygienisch wie Seifen-Stücke. Seifenspender sind deutlich hygienischer. Bei der herausgepumpten Seife kann man sich sicher sein, dass sie unberührt ist.

Mindestens ebenso wichtig wie das richtige Händewaschen ist auch die Frequenz: Waschen Sie Ihre Hände mehrmals am Tag, beispielsweise nach dem Toilettenbesuch, vor dem Kochen und Essen, nach dem Naseputzen oder wenn man nach Hause kommt. Um den Kontakt mit Mikroorganismen zu verringern, ist es empfehlenswert, Computer-Tastaturen oder Telefonhörer öfter mal abzuwischen und Küchenhandtücher regelmäßig zu wechseln.

Beliebte Keimböden

Das blüht auf unseren Händen

Türklinken - vor allem aus Edelstahl - sind gute Keimböden für Mikroorganismen. Auch auf Lichtschaltern oder Klinken aus Plastik und Aluminium gedeihen die Keime gut. Einen besseren Schutz bieten Klinken aus Kupfer, denn Kupfer wirkt antibakteriell.

Nicht reiben, nicht zu viel cremen

Sparsam Eincremen - gut gegen das Austrocknen!

Vermeiden Sie es zudem, an den Fingernägeln zu kauen oder sich die Augen zu reiben, da so Erreger von den Händen leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übertragen werden können. Eine wenig erfreuliche Nebenwirkung hat das häufige Händewaschen allerdings: Die Haut trocknet aus. Deshalb am besten ab und zu die Hände eincremen. Tun Sie das aber nicht zu oft, denn auf fettigen Belägen an Tisch und Tastaturen tummeln sich Bakterien gerne.

Hygienetipps:

  • Regelmäßig mindestens 20 -20 Sekunden lang Hände waschen - mit Flüssig-Seife und Papierhandtüchern.
  • Gesicht, Mund und Augen möglichst nicht mit ungewaschenen Händen berühren.
  • Niesen und Husten Sie in die Armbeuge, um andere nicht anzustecken.
  • Benutzte Taschentücher ins Klo werfen, nicht in den Mülleimer.
  • Bei Grippe-Symptomen wie Fieber, Schnupfen, Husten, Hals- und Gliederschmerzen zu Hause bleiben.
  • Wenn es Grippe-Kranke in der Arbeit gibt: Türgriffe, Treppengeländer und Computer-Tastaturen desinfizieren.

Hintergrund:

Weltweit sterben jährlich rund 3,5 Millionen Kinder an Durchfall- oder Atemwegserkrankungen. Betroffen sind vor allem Länder wie Afrika und Südasien. Zum Welttag des Händewaschens, der jeweils am 15. Oktober stattfindet, wirbt das Kinderhilfswerk Unicef für bessere Hygiene. Besonders das Händewaschen schütze vor Infektionen, so Unicef.


33