Ratgeber - Gesundheit

Luftschadstoffe Sommer, Sonne, Ozon

Sonne tut gut, doch nur wohldosiert. Mit dem prallen Sonnenschein steigen auch die Ozonwerte - und das kann krank machen. Besonders Kinder, Senioren und Kranke sind dann gefährdet und sollten einen Gang runterschalten.

Stand: 19.06.2012
Pralle Sonne am Himmel | Bild: Goodshot

Sommerzeit ist Smogzeit: Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung lassen in Kombination mit Luftschadstoffen viel Ozon in Bodennähe entstehen. Beim Menschen wirkt Ozon wegen seiner hohen chemischen Reaktionsbereitschaft vor allem da schädlich, wo es direkt auftrifft - also in den Atemorganen. Es kann tiefer als andere Schadstoffe in die Lunge eindringen, da es nicht von den Bronchien zurückgehalten werden kann. In der Lunge trifft Ozon auf Gewebe, das nicht durch eine Schleimschicht geschützt ist und schädigt die Zellmembrane. Ozon kann auch brennende Augen, sowie Kopf- und Halsschmerzen verursachen.

Hintergrund: Unten giftig, oben lebenswichtig

Die Ozonschicht über Europa hat sich in den letzten Jahren etwas erholt.

Ozon spielt eine Doppelrolle: In Bodennähe macht es uns schwer zu schaffen, in der Atmosphäre aber ist es lebenswichtig. Die Ozonschicht, die sich ungefähr in einer Höhe von 20 bis 50 Kilometern befindet, schützt uns vor zu viel schädlicher UV-Strahlung. Durch den Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wurde die schützende Ozonschicht in den vergangenen Jahrzehnten immer dünner. Dadurch hat weltweit das Risiko zugenommen, an Hautkrebs zu erkranken. Seit den 90er-Jahren sind Ozon zerstörende Substanzen weltweit verboten. Studien zeigen, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Ozonschicht erholt sich ganz langsam: Zwei bis vier Prozent weniger UV-B-Strahlung kommt bei uns in Europa am Boden an.

Ozon und Allergien - keine gute Kombination

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass die Ozonbelastung auch an der Zunahme von Allergien und Asthma beteiligt ist. Ozon selbst ist zwar kein Allergen, aber durch die hohe Reizwirkung auf das Gewebe können entzündliche Prozesse ausgelöst werden. Das führt möglicherweise auch dazu, dass andere Allergene tiefer in das vorgeschädigte Gewebe eindringen können. In klinischen Versuchen wurde auch eine krebserregende Wirkung von Ozon nachgewiesen. Vieles spricht allerdings dafür, dass die Mengen, denen man durchschnittlich ausgesetzt ist, die Krebsgefahr nicht erhöhen.

Risikogruppen: Bauarbeiter, Senioren und Kinder

Ozon - schädlich für Haut und Atemorgane.

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Ozon hängt von der Menge und der Dauer ab, die man dem schädlichen Gas ausgesetzt ist, sowie von der Größe des Lungenvolumens. Das heißt, je mehr Ozon in der Luft vorhanden ist, je länger man sich draußen aufhält und je öfter und tiefer man einatmet, desto größer ist die gesundheitsschädliche Wirkung. Besonders betroffen sind deshalb Personen, die im Freien anstrengende körperliche Aktivitäten ausüben - zum Beispiel Bauarbeiter oder Sportler, die in der Mittagshitze joggen gehen. Aber auch Kinder zählen zu den Risikopersonen, weil sie kleinere und empfindlichere Lungen haben sowie eine höhere Atemfrequenz und meist viel draußen herumtoben.

Vor allem die Atemorgane sind betroffen

Klinische Versuche zeigen, dass die Lungenfunktion bei Schulkindern und Erwachsenen nach reger körperlicher Aktivität im Freien bei Ozonwerten ab 160 Mikrogramm eingeschränkt ist. Ab 240 Mikrogramm leidet auch die physische Ausdauerfähigkeit. Bei mehr als sechs Stunden Ozonexposition von Werten ab 160 Mikrogramm finden sich entzündliche Reaktionen des Lungengewebes. Die Beeinträchtigungen normalisieren sich in der Regel nach ein bis drei Stunden, nachdem man dem Ozon "aus dem Wege" gegangen ist.

Tipps zum Umgang mit Ozon

  • Von Mai bis September müssen wir mit erhöhten Ozonwerten rechnen, besonders in den Nachmittagsstunden zwischen 14 und 17 Uhr. Die Ozonwerte sind am Stadtrand am höchsten.
  • Kinder, ältere Personen und Asthmatiker sollten sich bei hohen Ozonwerten im Freien nicht anstrengen. Asthmatiker, die am späteren Nachmittag draußen sind, sollten ihre Asthma-Medikamente mitnehmen.
  • Die offizielle Warnstufe liegt bei 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Verband deutscher Ingenieure dagegen setzt einen strengeren Richtwert von 120 Mikrogramm an.
  • Gehen Sie nach Möglichkeit nur aus dem Haus, wenn die Ozonwerte niedrig sind, also am Morgen und am Abend.
  • Lüften Sie ebenfalls morgens oder spät abends, dann kommt nicht so viel Ozon in die Wohnung.
  • Machen Sie Sport nur in den Morgen- oder späteren Abendstunden und vermeiden Sie Höchstleistungen zwischen 12.00 und 19.00 Uhr, um den Körper zu schonen.
  • Lassen Sie das Auto so oft wie möglich stehen. Damit leisten Sie einen persönlichen Beitrag zur Ozon-Reduktion.

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