Ratgeber - Gesundheit

Kriebelmücken Schmerzhafte Plagegeister

Kriebelmücken waren bis vor einigen Jahren den meisten Menschen außerhalb Skandinaviens nicht wirklich ein Begriff. Das hat sich inzwischen geändert: Die harmlos wirkenden Plagegeister fühlen sich inzwischen auch bei uns wohl.

Stand: 24.05.2013
Illustration einer Kriebelmücke | Bild: picture-alliance/dpa; Montage:BR

Die gute Nachricht vorab: Kriebelmücken meiden geschlossene Räume. Im Hausgarten hingegen sind sie besonders häufig anzutreffen. Mit ihrem gedrungenen Körperbau und ihren maximal sechs Millimetern Körperlänge sehen sie auf den ersten Blick wie harmlose Fliegen aus, doch der Eindruck täuscht: Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an, ohne ein Gefühl von Berührung zu erwecken. Sie verursachen aufgrund ihrer sägeartigen Mundwerkzeuge besonders schmerzhafte Stiche und können in seltenen Fällen Allergien auslösen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

"Symptome sind Überwärmung, sehr starke Schwellungen oder rote Streifen, die sich von der Stichstelle zum Körper hin ausbilden. Noch schlimmer wären allgemein Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Unwohlsein. Mit solchen Symptomen sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Auch Kreislaufreaktionen sollten selbstverständlich zum Arzt führen."

Prof. Ulf Darsow, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München

Gefahr einer Infektion

Bei besonders schmerzhaften Stichen, wie denen der Kriebelmücke, steigt das Risiko für Infektionen. Diese werden durch Bakterien verursacht, die häufig erst durch das Kratzen in die Wunde kommen. Der Mückenstich selbst löst meist nur Beschwerden wie Schwellungen und einen starken Juckreiz aus, der unter Umständen wochenlang dauern kann. Verantwortlich dafür ist neben dem Speichel der Kriebelmücke auch das Gewebshormon Histamin, das beim Mückenstich freigesetzt wird.

"Die Kriebelmücke gibt Speichelsekret in die Stichstelle, das Histamin selbst stammt aus dem Körper der Patienten. Es wird freigesetzt aus Zellen, die es in der Haut speichern, um eine Lokalreaktion und Abwehrreaktion auszulösen, im Sinne einer Parasitenabwehr. Insofern hat der ausgelöste Juckreiz eigentlich (...) einen positiven Effekt. Wenn es natürlich tagelang juckt, (...) dann haben die Patienten damit größere Probleme."

Prof. Ulf Darsow

Dem Kratzen widerstehen

Idealerweise lässt man den Stich ausheilen, ohne sich zu kratzen, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, hilft es aber auch, die Haut an der gestochenen Stelle zu desinfizieren, zum Beispiel mit entzündungshemmenden Salben aus der Apotheke.


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