Hantavirus Eine Infektion im Aufwind
Niedlich sieht sie aus, die Rötelmaus. Doch nicht immer ist die Kleine harmlos: Hat sie sich mit Hantaviren infiziert, kann sie die Erreger auf uns übertragen. Vorsicht ist vor allem beim Putzen geboten. Denn die Krankheit, die mit grippeähnlichen Symptomen beginnt, kann schlimmstenfalls tödlich enden.
"Hantavirus"
Die Bezeichnung leitet sich vom innerkoreanischen Grenzfluss Hantaan ab: Während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren erkrankten dort Tausende UNO-Soldaten an einer Infektion.
Laut Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab es 2013 bayernweit bislang 12 gemeldete Fälle (Stand: 03.05.2013). Damit entspricht die Zahl der Infektionen mit dem Hanta-Virus ziemlich genau dem Ergebnis von 2011. Bemerkenswert war das Jahr 2012: Allein in Bayern wurden damals bis Ende Mai 88 Fälle registriert.
Das Virus wird vor allem über Rötelmäuse übertragen, meist werden die Krankheitserreger mit Staubpartikeln eingeatmet. Die Symptome sind Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Blut im Urin bis hin zu Nierenversagen. Seit 2001 muss die Infektion gemeldet werden.
Hantaviren treten weltweit in verschiedenen Arten auf. In Deutschland kommt das sogenannte Puumala-Virus am häufigsten vor. Übertragen wird es vor allem von der Rötelmaus. Sie ist in Buchen- und Mischwäldern heimisch, fühlt sich aber auch in waldnahen Gärten wohl. Aber längst nicht jede Rötelmaus trägt das Virus in sich.
Unterschiedliche Virustypen weltweit
Die weltweit auftretenden Arten des Hantavirus unterscheiden sich auch in Ihrer Gefährlichkeit: Amerikanische Virentypen zum Beispiel können wesentlich lebensbedrohlicher sein als die Hantaviren, die in Deutschland vorkommen. Aus diesem Grund werden zur Zeit mehr als 200 deutsche Touristen auf den Erreger hin untersucht, die während ihres Urlaubs den kalifornischen Yosemite-Nationalpark besuchten. Dort tauchte das Virus erstmals im Juli 2012 auf, drei US-Amerikaner sind seit Ende August an dem Erreger gestorben. Die Ansteckungsgefahr sei zwar sehr gering, doch sie könne potenziell lebensbedrohlich sein, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Institutes. (Stand der Meldung: 18. September 2012)
Von Maus zu Mensch
Übertragen wird Hantavirus durch den Speichel, Kot und Urin infizierter Nager. Anstecken kann man sich durch kontaminierte Lebensmittel und Staub, in dem getrockneter Kot und Urin der Mäuse enthalten ist, oder wenn dieser Staub in offene Wunden gelangt. Auch wenn man von einer Maus gebissen wird, sollte man vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist eher unwahrscheinlich.
Symptome ähneln einer Grippe
Gefahren im Garten
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis fünf Wochen - dann kommt es zuerst zu grippeähnlichen Symptomen: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen treten auf. Bei schwerem Verlauf kann eine Nieren- oder Lungenentzündung hinzukommen. Besteht der Verdacht, sich angesteckt zu haben, sollte man schnell zum Arzt gehen: Eine sichere Diagnose ist nur über eine Blutuntersuchung möglich.
Symptome klingen gut ab - normalerweise
Eine Impfung gegen Hantaviren gibt es noch nicht, die Symptome sind jedoch normalerweise gut zu behandeln und Betroffene tragen meist keine Spätfolgen davon. Nur in Ausnahmefällen kann es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.
Vorsichtsmaßnahmen beim Frühjahrsputz
Beim Putzen von Orten, an denen sich offensichtlich Mäuse tummeln, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Lüften Sie die betroffenen Räume vor dem Putzen gut durch.
- Gehen Sie am besten mit Overall, Einmalhandschuhen, Gummistiefeln und Mundschutz ans Werk.
- Feuchten Sie die verschmutzten Flächen an, um keinen Staub aufzuwirbeln.
- Sollten Sie beim Putzen auf eine tote Maus oder Mäusekot stoßen: Besprühen Sie diese mit Desinfektionsmittel, geben Sie sie in eine Plastiktüte und diese gut verschlossen in den Hausmüll.
- Reinigen Sie die betroffenen Flächen hinterher mit Alkohol oder anderen Desinfektionsmitteln: Die Viren sind von einer Hülle umgeben, die diese Haushaltshelfer zerstören. Die Viren werden dadurch abgetötet und das Infektionsrisiko wird verringert.

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