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Haare Haarausfall bei Männern

Bei mehr als der Hälfte aller Männer über 50 lichtet sich das Haar. Für einige auch schon viel früher. Das mag schwer zu akzeptieren sein, es ist aber keine Krankheit.

Stand: 01.03.2012

Glatze | Bild: picture-alliance/dpa

Info

Derjenige, der früh schon Haare verliert, hat doppelt Pech: Denn je früher der Haarausfall beginnt, desto größer wird der Haarverlust auch insgesamt sein.

Verantwortlich für den Haarausfall ist eine erbliche Überempfindlichkeit gegen das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron. Dadurch wird der Stoffwechsel in den Haarfollikeln beeinflusst: In den vom Haarausfall betroffenen Kopfregionen funktioniert der Stoffwechsel nicht mehr so wie in den Kopfarealen mit normaler Haardichte. Der Lebenszyklus eines Haares läuft schneller als normal ab, das Haar wird immer dünner, bis das Haarfollikel schließlich gar kein Haar mehr produziert und sich eine Glatze bildet.

Gibt es Medikamente?

Glatze kann auch sexy wirken. John Malkovich ist ein bekanntes Beispiel dafür.

Ob Biotin, Nachtkerzenöl, Kieselerde oder Brennnesselextrakt: Es gibt viele Mittel, die bei Haarausfall helfen sollen - ob sie überhaupt wirken, ist umstritten. Wissenschaftlich belegt sind zwei Wirkstoffe: Finasterid und Minoxidil. Ersteres war ursprünglich ein Medikament gegen Prostatavergrößerung. Es verhindert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron und wird in Tablettenform eingenommen. Männer und Frauen, die sich noch Kinder wünschen, dürfen Finasterid nicht einnehmen, da es auf den Hormonhaushalt wirkt.

Nebenwirkung Haarwachstum

Haarprobe | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kreisrunder Haarausfall Wenn man plötzlich kahl wird

Haare sind Ausdruck der Persönlichkeit. Umso schmerzlicher ist es, wenn sie ausfallen - nicht altersbedingt und langsam, sondern plötzlich und am ganzen Kopf. Was kann man gegen den sogenannten kreisrunden Haarausfall tun? [mehr]

Minoxidil war ursprünglich ein Mittel gegen Bluthochdruck und hat als "Nebenwirkung" auch den Haarwuchs angeregt. Als Tinktur in wesentlicher geringerer Dosierung ist es als Haarwuchsmittel zugelassen und hat so auch keine unerwünschte Wirkung auf den Blutdruck. Es verbessert die Blutgefäßversorgung des Haarfollikels und fördert so das Haarwachstum. Beide Mittel müssen permanent eingenommen werden. Sie wirken oft, aber auch nicht bei jedem und müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Chirurgischer Eingriff

Schon seit vielen Jahren gibt es die Möglichkeit Haare zu verpflanzen. Dazu werden die noch vorhandenen Kopfhaare verwendet. Scham- oder Achselhaare eignen sich nicht, da sie - auch auf dem Kopf - kraus bleiben. Früher hatte man Haarbüschel verpflanzt, heutzutage werden einzelne Haarwurzeln eingesetzt, da sie ein besseres optisches Ergebnis erzielen. Auf alle Fälle sollte man sich vor einem solchen Eingriff gut informieren. Nicht immer ist das Ergebnis "schön".


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