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Grasmilben Juckpulver auf acht Beinen

Sie sind winzig klein und können doch einen Juckreiz verursachen, der einen in den Wahnsinn treibt. Wer von Grasmilben gebissen wurde, braucht viel Selbstbeherrschung.

Stand: 24.06.2016

Frau liegt bäuchlings auf einer Wiese | Bild: colourbox.com

Der Stich einer Stechmücke ist ärgerlich, aber der Juckreiz ist meist schnell wieder vorbei. Anders bei der Grasmilbe, auch bekannt unter den Namen Herbstmilbe, Herbstgrasmilbe, Erntemilbe, Herbstlaus und andere mehr. Es bilden sich rote Quaddeln, die manchmal bis zu zwei Wochen lang extrem jucken.

Winzige Winzlinge

Wer Grasmilben in seinem Garten hat, wird sie nur schwer wieder los.

Grasmilben sind genau genommen eigentlich Erntemilben (Neotrombicula autumnalis), sie gehören zur großen Familie der Spinnentiere. Sie kommen im Frühjahr aus dem Boden und bleiben bis zum Spätherbst aktiv. Beißen tun nur die Larven, die 0,2 bis 0,3 Millimeter groß sind. Sie sind blass orange eingefärbt und sehr beweglich. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind Südosteuropa, Frankreich und die Alpenländer. In Deutschland sind vor allem das Rheinland, aber auch Teile von Hessen und Bayern betroffen.

Viele juckende Bisse

Grasmilben-Test im Garten

Legen Sie ein weißes Papier oder weiße Fliesen auf einen sonnigen Platz im Rasen. Angelockt durch die Helligkeit sind Grasmilben als rötliche winzige Punkte erkennbar.

Der Mensch wird bei zufälligem Kontakt befallen, normalerweise sind Nage- oder Haustiere die bevorzugten Opfer der Larven. Die Milben lieben trockene Grasflächen und warten an der Spitze eines Grashalmes bis ein potenzielles Opfer vorbeikommt. Haben Sie eines erwischt, krabbeln sie meist an feuchte, warme Stellen, wo die Haut dünn und weich ist - zum Beispiel am Knöchel, in der Kniekehle oder am Rand der Unterwäsche. Dort verletzen die Milbenlarven mit ihren Mundwerkzeugen die oberste Schicht der Haut und injizieren Speichel in die Wunde, so dass sie das sich auflösende Gewebe einsaugen können. Das klingt unappetitlich, doch der Mensch merkt davon nichts, da die Milbenlarven nur Bruchteile von Millimetern in die Haut eindringen. Meist verlassen sie den menschlichen Körper nach wenigen Stunden oder werden durch Kratzen oder die Kleidung weggescheuert.

Nicht kratzen bei dem Juckreiz? Fast unmöglich.

Bloß keine Haut zeigen - im Sommer macht das nicht wirklich Spaß.

Der Juckreiz stellt sich meist nach nach einem Tag ein und kann sich bis zu zwei Wochen halten. Es bilden sich rote Quaddeln, die sich durch starkes Kratzen auch entzünden können. An sich sind die Bisse der Grasmilbe harmlos, aber besonders bei Kindern, die sich stark aufkratzen, können sekundäre Infektionen entstehen, die vom Arzt behandelt werden sollten. Ansonsten hilft es, die Quaddeln mit 70-prozentigem Alkohol zu desinfizieren und juckreizstillende Gele aufzutragen. Wer es nicht mehr aushält, kann sich cortisonhaltige Salben oder Antihistaminika verschreiben lassen. Die Grasmilben übertragen keine ansteckenden Krankheiten wie zum Beispiel die Zecken.

Wie kann man sich vor Grasmilben schützen?

  • Grasmilben finden sich vor allem auf trockenen Wiesen, auf denen sich auch Nutz- und Haustiere aufhalten. Vermeiden Sie, barfuß durch solche Wiesen zu gehen.
  • Tragen Sie hohes Schuhwerk und stecken Sie die Hose in die Socken. Besprühen Sie Ihre Kleidung mit Repellentien, die z.B. DEET enthalten. Auch Teebaumöl auf der Haut soll helfen.
  • Mähen Sie den Rasen in Ihrem Garten häufig, da sich die Milben auf den Spitzen der Grashalme aufhalten. Entsorgen Sie das Schnittgut nicht auf dem Komposthaufen.
  • Wässern Sie Ihren Rasen, wenn er trocken ist, da die Milben sich bei Feuchtigkeit tief in den Boden zurückziehen.
  • Lassen Sie zwischen Rasen und Haus mindestens einen 2-3 Meter langen Abstand, so dass die Parasiten nicht in die Wohnung kommen.
  • Vertikutieren Sie Ihren Rasen im Frühjahr, um Moos zu entfernen, auf dem sich die Milben besonders gerne aufhalten.
  • Mäuse gehören zu den wichtigsten Wirten der Milben, deshalb sollte man sie unbedingt bekämpfen.

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