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Hintergrund Kakerlaken und Co.

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Sommerplagen Fruchtfliegen essen mit

Fruchtfliegen riechen förmlich, wenn etwas faul ist. Sie berauschen sich sogar am vergorenen Nektar oder Obst. Die Drosophila vermehrt sich in Rekordgeschwindigkeit. Trotzdem kann man die lästigen Schmarotzer austricksen.

Stand: 26.03.2014

Fruchtfliege | Bild: picture-alliance/dpa

Die "Drosphila Melanogaster" - besser bekannt als Tau-, Essig- oder Fruchtfliege - ernährt sich von frischem und eingemachten Obst. Sie kann schon aus vielen Metern Entfernung riechen, wenn etwas faul ist. Und sobald sie sich am Obstkorb zu schaffen gemacht hat und die Früchte matschig sind, bleibt einem nichts anderes übrig als der Gang zum Müll. Doch damit nicht genug: Häufig ist die Fruchtfliege unser Gast, ohne dass wir es merken. Manchmal lagern die Weibchen ihre bis zu 400 Eier schon in der Einkaufstüte am Obst ab. Wenn das Obst erst befallen ist, dringen zahllose frisch geschlüpfte Fliegenkinder weiter ins Fruchtfleisch vor.

Ist's warm, zeugen sie viele kleine Fliegenkinder

Die richtige Temperatur ist entscheidend für das Schlüpfen der Fliegen. Die aus den Tropen stammende Plage entwickelt sich besonders gut bei 25 Grad: Ein Fruchtfliegenpaar kann dann innerhalb von nur einem Monat eine Familie von 100.000 Fliegen zeugen. Bei kühlerem Wetter sind die kleinen Fliegen weniger produktiv. Wo sie im Winter sind, ist ein Rätsel.

Des Forschers Liebling

Forscher sind fasziniert von der Fruchtfliege. Denn sie ist uns - molekularbiologisch betrachtet - sehr ähnlich. Forscher haben deshalb im Labor Fliegeneier manipuliert und herausgefunden, welche Gene für die Entwicklung eines Lebewesens nötig sind und wie Parkinson entsteht. Sogar einen Nobelpreis gab es schon für die Forschung an der Drosophila.

Obst in den Kühlschrank!

Außerhalb des Labors allerdings ist die Fruchtfliege weniger beliebt. Sie ist nicht nur unangenehm, weil ihre Larven Obst gammlig machen. Sie ist auch ungesund, weil sie Keime verschleppt und damit ebenfalls den Fäulnisprozess beschleunigt. Weil die Eier der Fliege oft schon auf der Obstschale sitzen, sollte man Früchte mit lauwarmen Wasser abwaschen und mit einer weichen Bürste abreiben. In den warmen Sommermonaten gilt: Obstschalen sauber halten, Mülleimer täglich entleeren und Obst im Kühlschrank aufgewahren.

So fängt man Fruchtfliegen

Wenn Sie auch beim Fliegenklatschen scheitern, versuchen Sie es einmal so: Spülmittel, Obstsaft und Essig in ein Glas Wasser füllen und stehen lassen. Die Fliegen "fliegen" auf diesen Geruch und fallen beim Schnüffeln ins Wasser. Außerdem gibt es Fruchtfliegen-Fallen zum Aufstellen.

Risikofreudig und unfreiwillig berauscht

Risikofreudig

Eigentlich bedeutet Kohlendioxid eine Gefahr für die Fruchtfliege. Jetzt hat das Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München herausgefunden, dass Fruchtfliegen mit leerem Magen ein höheres Risiko eingehen. Sind die Fliegen hungrig, überwinden sie diese Kohlendioxid-Abneigung schneller. Insbesondere, wenn der Futtergeruch lockt. Satte Fruchtfliegen blieben unbeeindruckt. Die Studie wurde im Juni 2013 im Journal "Current Biology" veröffentlicht.

Ungewollter Rausch

Die Fruchtfliegen nehmen ganz gerne mal einen zur Brust. Allerdings nicht vorsätzlich, sie sind einfach nur auf der Suche nach Nahrung. Die Fruchtfliegen müssen mehr oder weniger in Kauf nehmen, dass durch den begonnenen Fermentierungsprozess die Gärung schon eingesetzt hat. Somit berauschen sie sich ungewollt am Nektar oder an gegorenen Früchten. Der Alkohlgehalt liegt dabei selten über fünf Prozent.

Auf Drogen

Die Droge Methamphetamin wirkt auf Fliegen in ähnlicher Weise, wie beim Menschen: Amerikanische Forscher beobachteten, dass Fruchtfliegen unter Einfluss von "Meth", wie die Droge auch genannt wird, bekannte Reaktionen wie Schlaflosigkeit, übertriebenes Balzverhalten oder eine erhöhte Bewegungs- und Gehirnaktivität zeigten. Diese Verhaltensweisen lassen darauf schließen, dass der Nervenbotenstoffs Dopamin eine entscheidende Rolle spielt. Dopamin reguliert normalerweise den Schlaf und den Übergang vom wachen in den erregten Zustand.

Wasser-Essig-Gemisch

"Beim Wasser-Apfelessig-Gemisch ist die Mischung wichtig, denn der Essig-Geruch darf auf keinen Fall übertüncht werden. In eine kleine Schale Wasser einfüllen, dann einen Schuss milden, süßlichen Essig (Fruchtessig oder Balsamico) dazu geben und eine winzige Portion Spülmittel oder eine Seifenflocke. Die Fliegen trinken das Essigwasser, fallen aber wegen der fehlenden Oberflächenspannung des Wassers hinein und ertrinken", sagt die Bayern 1-Pflanzenexpertin Karin Greiner.


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