Ratgeber - Gesundheit

Dienst am Mitmenschen Blut spenden und Leben retten

Blut ist ein kostbares Gut - die Blutspendedienste würden sich freuen, wenn sich mehr Menschen ein bisschen Blut abzapfen ließen. Denn für den roten Stoff gibt es immer noch keinen Ersatz.

Stand: 12.06.2012
Blutkonserven | Bild: picture-alliance/dpa

Blut kann nur durch Blut ersetzt werden. Bisher ist es noch nicht gelungen, den lebensrettenden Saft künstlich herzustellen. Um den Bedarf an Blutkonserven in Deutschland zu decken, müssten nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sechs Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden gehen.

Nur drei Prozent spenden

Bislang lassen sich aber nur drei Prozent der Deutschen anzapfen. Das ist zu wenig, sagt das DRK. Derzeit könne man gerade so den Bedarf an Blutkonserven decken, sagt der Sprecher der DRK-Blutspendedienste, Friedrich-Ernst Düppe. Doch es muesse kontinuierlich für Nachschub gesorgt werden, denn Blutpräparate aus gespendetem Blut sind nur begrenzt haltbar. Zudem zeigt sich eine Tendenz, dass viele Stammspender altersbedingt ausscheiden, aber nicht genügend junge Leute nachkommen. Das Durchschnittsalter eines Blutspenders liegt derzeit bei 44 Jahren.

Gefährliche Urlaubszeit

Weltblutspendetag am 14. Juni

Den Weltblutspendetag gibt es seit 2004. Gewählt wurde der Termin aufgrund des Geburtstags von Karl Landsteiner (1868-1943), der Medizin-Nobelpreisträger entdeckte die Blutgruppen und den Rhesus-Faktor. Mehr Informationen finden Sie hier:

Erfahrungsgemäß sinkt in der Urlaubszeit die Zahl der Spender und es kann - trotz Reserven - zu Engpässen bei der Blutversorgung kommen. Auch weil in den Sommermonaten die Zahl der Unfälle steigt und bei schweren Verletzungen Blutkonserven schnell und in großen Mengen gebraucht werden - mindestens zehn für ein Unfallopfer sind in diesem Fall keine Seltenheit.

Krebs-Patienten brauchen Blut

Am meisten Blut wird aber nicht für Unfallopfer benötigt, sondern für die Behandlung von Krebspatienten (27 Prozent) - gefolgt von Patienten mit Erkrankungen des Herzen-Kreislauf-Systems (23 Prozent) sowie des Magen- und Darmtraktes (12 Prozent). Erst dann folgt die Versorgung von Unfällen wie Verletzungen und Vergiftungen (6 Prozent).

Wer darf Blut spenden?

Grundsätzlich darf jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 69 Jahren mit einem Körpergewicht ab 50 Kilogramm Blut spenden. Ausnahmen: Erstspender, die älter als 60 Jahre sind und Infektions-Risikogruppen wie Drogenabhängige, Prostituierte und homosexuelle Männer. Frauen, die schwanger sind oder stillen, sind ebenfalls von der Blutspende ausgenommen.

Dasselbe gilt für alle, die an einer Erkrankung leiden - auch wenn Sie nur eine banale Erkältung oder eine Körpertemperatur ab 37,5 Grad haben.

Wie eine Blutspende abläuft

Anmeldung und Fragebogen

Bei einer Erstspende wird der Spender zuerst registriert. Jeder Spender muss sich mit einem gültigen Personalausweis ausweisen. Danach müssen Fragen unter anderem zu Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen beantwortet werden. Der Arzt geht den Fragebogen mit Ihnen durch, fragt nach dem aktuellen Gesundheitszustand.

Untersuchung und Blutprobe

Anschließend werden Puls, Blutdruck, Temperatur und Gewicht gemessen. Am Finger oder am Ohr wird eine kleine Blutprobe entnommen, mit der die Blutgruppe und der Blutfarbstoffgehalt (Hämoglobinwert) bestimmt werden. Dieser Wert gibt an, ob der Spender genügend Blut hat, um spenden zu können.

Blutentnahme und Ruhezeit

Die Spende an sich dauert circa 10-15 Minuten: Nach einem Pikser im Arm wird das Blut über einen Schlauch in einen Kunststoffbeutel geleitet. Dabei liegt der Spender auf einer Liege. Anschließend wird die Nadel wieder entfernt und mit einem Pflaster verschlossen. Der Spender bleibt weitere 10-15 Minuten liegen. Je nachdem, wo Sie Ihr Blut spenden, bekommen Sie danach entweder eine finanzielle Aufwandsentschädigung oder einen kleinen Imbiss.

Anonyme Selbstauskunft

Der Spender kann anonym darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht (zum Beispiel nach Kontakt mit Prostituierten). Jeder Spender muss diese vertrauliche Selbstauskunft ausfüllen und in einen dafür vorgesehenen Briefkasten werfen. Der Sinn dahinter: Wenn Gruppen gemeinsam zum Blutspenden gehen, muss sich niemand öffentlich "outen", sondern kann einfach anonym nach der Spende das Kästchen "Risiko" ankreuzen. Dann wird die Blutspende verworfen.


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