Ratgeber - Garten

Blumengruß Sag's durch die Blume

Rosen, Nelken oder vielleicht doch lieber Narzissen? Jede Blume drückt eine ganz eigene Botschaft aus - auch wenn man die nicht zu ernst nehmen sollte. Mit diesen Tricks bleiben die "lieben Grüße" lange frisch.

Stand: 13.02.2012
Rosen | Bild: colourbox.com

Mit roten Rosen können Sie nichts falsch machen: "Ich liebe Dich über alles" drücken Sie damit blumig aus. Auch rote Nelken sprechen von "heißer Liebe". Vorsichtiger sollten Sie mit Narzissen umgehen: "Du bist eitel" ist die Botschaft, die vermittelt wird. Und Tulpen kritisieren: "Du bist zu keiner echten Empfindung fähig."

Bis zu zwei Wochen haltbar

Wenn Sie sich für die Blume Ihrer Wahl entschieden haben, gibt es einige Kniffe, damit die Schnittblumen in der eigenen Wohnung auch lange Freude machen. Denn vom Erzeugerland bis zum Floristen sind die hochwertigen Schnittblumen meist nur zwei Tage lang unterwegs, unter optimalen Bedingungen können die Blumen also noch rund zwei Wochen halten. Manche der gängigen Methoden schaden den Schnittblumen allerdings mehr, als sie frisch zu halten.

Pestizide in Rosensträußen

Bei Stichproben hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Rosensträußen krebserregende und hormonell wirksame Pflanzenschutzmittel entdeckt. Die zehn getesteten Blumensträuße stammten alle aus Berlin, konventionellem Anbau, fünf Supermärkten und zwei kleinen Blumenketten, die ihre Blumen auch bundesweit verkaufen sowie drei kleineren Geschäften.

Nur die Rosen von zwei kleinen Blumenläden waren pestizidfrei - im Gegensatz zu den Blumen von Rewe, Penny, Netto, Real, Kaiser's, Blume 2000 und Green Queen Flower. Am stärksten belastet waren die Rosen der Supermarktketten Real und Penny. Einige der nachgewiesenen Pestizide könnten der Gesundheit der Kunden "erheblich schaden", aber vor allem auch der der Arbeiter in den Anbauländern. Als umweltfreundliche Alternative empfiehlt der BUND Blumen mit Ökosiegel oder elektronische Postkarten (E-Card).

Stiele nicht in heißes Wasser tauchen

Der Ratschlag zum Beispiel, holzige Blütenstiele kurz in heißes Wasser zu tauchen, bewirkt mitunter das Gegenteil des gewünschten Effekts: Durch die Hitze können Zellen und deren Stoffwechselaktivitäten im Stiel zerstört werden. Sinn macht das Eintauchen in warmes Wasser zum Teil bei den wenigen Schnittblumen, die Milchsaft führen, etwa beim Weihnachtsstern oder der Korallenranke. Ihr Saft könnte sonst die Wasserleitungen der Blumen verstopfen. Heißer als rund 30 Grad sollte das Wasser allerdings nicht sein.

Entscheidend ist die scharfe Klinge

Schneiden Sie die Stiele mit einer scharfen Klinge ab.

Tropische Schnittblumen können schon ab zehn Grad Kälteschäden bekommen. Wichtig ist es deshalb, vor allem im Winter, den Strauß gut einpacken zu lassen. Zu Hause angekommen, müssen die Blumen in jedem Fall noch einmal frisch angeschnitten werden. Wichtigste Regel dabei: Das Messer muss sehr scharf sein, damit der Blütenstiel nicht gequetscht wird. Denn durch Quetschungen, oder wenn der Blütenstiel mit einem Gegenstand geklopft wird, wie es manche Ratgeber noch empfehlen, werden Pflanzenzellen abgetötet. Der ausgetretene Zellsaft aber ist ein optimaler Nährboden für Bakterien.

Lebensraum für Bakterien

Bakterien vermehren sich auch dann ungehemmt, wenn das Wasser in der Vase nicht regelmäßig erneuert wird: Alle zwei bis drei Tage sollte man den Blumen sauberes Wasser gönnen und die Vase reinigen. Frischhaltepulver, wie sie oft dem Strauß kostenlos beigelegt werden, verlängern die Haltbarkeit der Blumen ebenfalls. Sie enthalten Nährstoffe für die Blumen und Wirkstoffe, die dem Bakterienwachstum entgegenwirken. Oftmals handelt es sich dabei um Kupfer oder Aluminium, deshalb kann man dieselbe Wirkung auch mit einem Pfennig oder Cent in der Vase erreichen.

Zitronensaft: Umweltschonende Alternative

Zitronensaft hält die Blumen länger frisch.

Die Aluminium- und Kupfer-Ionen werden zum Teil von den Pflanzen aufgenommen, zum Teil bleiben sie im Wasser. Werden die Blumen also auf dem Kompost entsorgt, reichert man ihn - wenn auch zugegebenermaßen nur sehr geringfügig - mit Schwermetallen an. Das gleiche geschieht mit dem Abwasser. Ganz ohne Schwermetalle geht es dagegen mit dem Saft einer halben Zitrone. Der senkt den pH-Wert des Blumenwassers, sodass sich Bakterien kaum noch vermehren können. Zudem wird durch den Zitronensaft der Kalkgehalt des Leitungswassers weitgehend neutralisiert. Ein weiterer positiver Effekt, denn die meisten Schnittblumen vertragen kaum Kalk im Vasenwasser.