Ratgeber - Garten

Hintergrund Gehölzschnitt

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Hecken & Formgehölze Die Hecke in Form bringen

Der Schnitt der Hecken im Sommer ist unabdingbar, sollen sie in Form und dicht gehalten werden. Doch wann schneidet man was? Tipps, wie Sie Hecke und Formschnittgehölze auf Vordermann bringen.

Stand: 22.01.2014

Ein Gärtner schneidet eine sommergrüne Hecke | Bild: picture-alliance/dpa

Besonders in den ersten Jahren nach der Pflanzung sind die Schnittmaßnahmen von Bedeutung. Der Schnitt regt die Verzweigung der Pflanzen an und führt zu einem dichten Grün.

Immergrüne Hecken

Klassiker: die Thujenhecke

Immergrüne Nadelgehölzhecken werden normalerweise einmal jährlich geschnitten. Bei ihnen sollte man den Schnitt leicht konisch vornehmen: Die Hecke ist unten ein klein wenig breiter als oben. Dies entspricht dem natürlichen Habitus der Pflanze. Außerdem gelangt so auch in den unteren Bereich genügend Licht, sodass auch dort die Triebe dicht wachsen können.

Auch immergrüne Laubgehölze wie der Kirschlorbeer oder der halbimmergrüne Liguster sollten nur einmal pro Jahr geschnitten werden, sonst läuft man Gefahr, dass die Hecke nicht mehr ausreichend buschig austreibt. Hässliche Lücken können dann die Folge sein. Ein konischer Schnitt wie bei den Nadelgehölzen ist hingegen nicht zwingend notwendig.

Sommergrüne Laubhecken

Eine alte Buchenhecke als Wind- und Wetterschutz

Bei Laubgehölzhecken sind meist zwei Schnitte pro Jahr nötig, bei besonders wuchsfreudigen Arten wie der Buche dürfen es auch drei Schnitte sein. Je nachdem, ob die Hecke noch wachsen soll oder nicht, schneidet man einen kleinen oder größeren Anteil des Neuzuwachses weg.

Der richtige Zeitpunkt

Als Faustregel gilt: Die richtige Zeit zum Schneiden ist dann, wenn die neu gewachsenen Triebe ausgereift sind. Für Thujen ist im Juli und August die beste Zeit, Liguster kann man bis in den September schneiden. Vor Ende Juli sollte man vor allem Buchen- und Nadelbaumhecken nicht schneiden, da sie oft Nistplätze für Singvögel bereithalten, deren Junge vorher noch nicht flügge sind.

Tipp

Breitet man beim Schneiden ein altes Laken oder eine Plastikfolie dicht an der Hecke aus, lässt sich der Abfall leichter entsorgen.

Schneidet man später als August bzw. September, bildet die Pflanze noch junge Triebe im Herbst, die zum Winter nicht ausreifen und damit empfindlich für Frost sind. Außerdem vertragen die frischen Schnittstellen den Frost nicht.

Heckenscheren

Es gibt neben den Handheckenscheren Modelle mit Benzinmotor sowie solche mit aufladbarem Akku. Moderne elektrische Heckenscheren arbeiten sehr effizient und leise, allerdings besteht bei Modellen mit Kabel Stolpergefahr. Weitere Qualitätskriterien sind die Sicherheit, die Schwertlänge, die Ladekapazität eines Akkus, der Preis und das Gewicht. Soll das Schwert ein- oder zweiseitig schneiden? Wichtig ist eine ausgewogene Ergonomie, dass heißt, die Schere sollte gut ausbalanciert sein und nicht nach vorne oder hinten kippen.

Buchsbäume: die Krönung des Formschnitts

Buchskugeln, der Stolz vieler Gärtner

Je nach Größe und Form kann man Buchs mit der Handheckenschere, einer Schafschere oder mit kleinen Akkuscheren schneiden. Wichtig ist bei allen Scherenarten die Schärfe der Klingen, um braunes und gerissenes Laub zu vermeiden. Schafscheren und Handbuchsscheren eignen sich am besten für kleine Kugeln und Formbuchsbäume. Handheckenscheren und Akkugeräte sind für größere Formen wie für Hecken und Einfassungen sinnvoll.

Schablonen sorgen für Perfektion

Buchskugeln schneidet man nicht mit der Maschine, sondern mit der Handheckenschere. Zum Erreichen besonders perfekter Formen gibt es Schablonen. Diese lassen sich an die gewünschte Form (Kugel, Pyramide, Kegel) anpassen. Sie werden vor dem Schneiden angesetzt und anschließend entfernt.

Tipp:

Formschnitt in Perfektion: Eiben- und Buchsbaumgehölze im nordenglischen Levens Hall, Cumbria

Kleinblättrige Buchs-Sorten (z. B. Buxus microphylla) lassen sich prinzipiell leichter auf Form schneiden als großblättrige Sorten (z. B. Buxus sempervirens var. arborescens). Neben Buchsbäumen eignen sich auch verschiedene Nadelgehölze für den Formschnitt, zum Beispiel Eibe, Wacholder, Thuje oder Scheinzypresse.

Bei vielen Buchssorten ist ein einmaliger Schnitt im Jahr ausreichend. Dieser erfolgt in den Monaten Juli bis August. Stark wachsende Sorten, die in Form gehalten werden sollen, werden zweimal jährlich geschnitten. Die Schnitte können im März und Juni oder im Mai und Juli vorgenommen werden. Den Buchsbaumschnitt sollte man nie an zu heißen Sommertagen durchführen, da ansonsten Verbrennungen am geschnittenen Laub auftreten können.

Linktipp:

Ausführlichere Informationen gibt es von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau unter:


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