Ratgeber - Garten


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Natürlich düngen Kompost ist der beste Dünger

Nutzen Sie in Ihrem Garten die Arbeitskraft der Bodenlebewesen und machen Sie Laub, Grasschnitt oder Gemüseabfälle zu Kompost. Der düngt nicht nur gut, sondern verbessert auch die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben.

Stand: 21.06.2016

Kompostkiste aus Holz | Bild: Karin Greiner

In der Natur gehen die Nährstoffe einen ewigen Kreislauf von der Pflanze zum verrotteten organischen Material und wieder zur Pflanze. Auch in Ihrem Garten sollten Sie diese "Abfälle" nutzen und zu Kompost machen. Ein paar Grundregeln, bevor Sie starten: Denken Sie daran, dass Kompost nicht einfach von selbst entsteht. Zahlreiche Bodentiere und Mikroorganismen sind daran beteiligt. Und die brauchen unbedingt Luft. Lassen Sie Ihren Kompost also nicht gären, sondern sorgen Sie für eine gute Luftzirkulation. Das erreichen Sie, indem Sie neben weichem, saftigem Material wie Küchenabfällen, Blättern oder Grasschnitt auch dünnere, am besten gehäckselte Zweige vom letzten Baum- oder Strauchschnitt dem Kompost beigeben.

Nicht zu trocken, nicht zu nass

Zu trocken darf der Kompost für Regenwurm und Co. nicht werden.

Die Bodentiere und Mikroorganismen brauchen außerdem die richtige Menge an Feuchtigkeit. Trocknet Ihr Kompost aus, ziehen sie sich in tiefere Lagen zurück und die Arbeit bleibt liegen. Ist es zu nass, weil das Wasser nicht gut abfließen kann, entsteht Fäulnis.

Im Winter in Ruhe lassen

Der Komposthaufen ist ein Paradies für zahlreiche Insekten, Larven, Raupen und Würmer, die hier auch brüten. Deswegen sollte er nicht im Winter und besser auch noch nicht im Frühjahr umgeschichtet werden.

Legen Sie Ihren Kompost also auf einem guten, durchlässigen Stück Erde an, aus dem die Bodentiere von unten einwandern können und von dem aus das Regenwasser gut abfließen kann. Bei lehmigem Boden kann eine Drainageschicht aus Sand vor Staunässe schützen, bei sehr sandigem Boden eine Schicht aus Lehm, um das Austrocknen des Haufens zu verhindern. Legen Sie den Kompost außerdem im windgeschützten Halbschatten an. Hier ist er am besten vor Austrocknung und zu viel Feuchtigkeit geschützt.

Kompost verwenden

Halbreifen Kompost leicht einharken.

Eine bewährte Methode, auf kleiner Fläche zu kompostieren, sind Kompostkisten aus Holz. Normalerweise ist der Kompost darin nach etwa neun Monaten reif. Doch er kann schon vorher, nach etwa zwei oder drei Monaten, verwendet werden. Er ist dann noch etwas grob, sehr nährstoffreich und eignet sich ideal zum Düngen der Beete oder der Beerensträucher im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Der Kompost wird in einer etwa zwei bis fünf Zentimeter dicken Schicht aufgetragen und leicht eingeharkt. Weil in diesem Kompost noch immer Abbauprozesse stattfinden, sollte er am besten zusätzlich dünn mit Gras oder Laub abgedeckt werden, damit es den Lebewesen darin nicht zu trocken wird. Für Pflanzlöcher dürfen Sie dagegen nur ganz reifen Kompost verwenden. Er ist dunkel, krümelig und riecht nach Waldboden. Der grobe Kompost, der noch weiter zersetzt wird, würde den zarten Wurzeln der Jungpflanzen schaden.

Vor dem Aufbringen sollten Sie den Kompost durch ein Sieb werfen und von den gröbsten Stücken befreien. Die sind dann wiederum die ideale Starhilfe für den neu angesetzten Kompost - mit den nötigen Bakterien und Pilzen für die Umsetzung im Gepäck.

Vor Ort kompostieren

Laub kann auf dem Beet verrotten.

Laub und Grasschnitt können auch direkt auf den Beeten verrotten. Lassen Sie über den Winter das Herbstlaub unter Bäumen und Sträuchern liegen oder verteilen Sie es auf der vom Unkraut befreiten Erde der Staudenbeete. Es wärmt, schützt den Boden und wird bis zum Frühjahr zu wertvollem Humus zersetzt. Ihre Beete können Sie auch das ganze Jahr über mit einer dünnen Schicht aus Grasschnitt vermischt mit gehäckseltem Strauchschnitt abdecken. Wechseln Sie aber besser regelmäßig diese natürliche Abdeckung, denn darunter sammeln sich gerade in feuchten Sommern gerne Schnecken.

Nicht alles sollte auf den Kompost

Nur frische Abfälle!

Auf den Kompost sollten nur frische Abfälle. Obst und Gemüse mit faulen Stellen oder auch samentragende Unkräuter geben Sie am besten in die Mitte. Dort entstehen genügend hohe Temperaturen, um die meisten Keime und unerwünschte Samen abzutöten. In kleinen Mengen hinein dürfen Asche von unbehandeltem Holz oder auch Kleintiermist. Fleischreste, gekochte Speisereste oder bereits vergorenes, verschimmeltes Obst aus dem lange nicht geleerten Komposteimerchen gehören besser in die Mülltonne. Ebenso die Schalen von Zitrusfrüchten oder farbig bedrucktes Papier.

Stein-, Horn-, Blut- und Knochenmehl

Auch tierische Dünger wie Horn-, Blut- und Knochenmehl sind im Naturgarten erlaubt und einfach anzuwenden. Entweder zwei bis vier Wochen vor der Bepflanzung in die oberste Bodenschicht einharken oder immer mal wieder über den Kompost streuen. Oft gibt es fertige Mischungen aus den drei Komponenten als organischen Volldünger zu erwerben. Ebenso einfach in der Anwendung sind Gesteinsmehle, die reich an Spurenelementen sind und nur langsam in den Boden dringen.


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