Ratgeber - Familie


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Spielzeug Getestet und durchgefallen

Schwermetalle in Plastikautos, Weichmacher in Kuscheltieren, Formaldehyd in Holzspielzeug, verschluckbare Miniteilchen. Rückrufaktionen und Spielzeug-Tests beunruhigen Eltern. Zu Recht!

Stand: 27.11.2015

Weinendes Kleinkind | Bild: colourbox.com

Im sogenannten Rapex-Report, dem EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Waren, ist Spielzeug seit Jahren die am häufigsten gemeldete Produktgruppe, noch vor Textilien, Motorfahrzeugen und Kosmetika. Jedes zehnte Spielzeug wurde beanstandet. Der Aufdruck "Made in Germany" oder teure Markenware ist kein Garant für sicheres Spielzeug!

Nicht nur Billigprodukte sind betroffen

Plüschtiere im Test

Hier finden Sie den Plüschtier-Test von Stiftung Warentest

Auch die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest testet jährlich Spielzeug und kommt immer wieder zu alarmierenden Ergebnissen. Dabei schneiden keinesfalls nur Billigprodukte in den Tests schlecht ab. Auch Produkte von Markenherstellern sind schadstoffbelastet oder weisen gefährliche Sicherheitsmängel auf.

Worauf Sie achten sollten

Die Verbraucherschutzorganisation rät dazu, bei Spielzeug auf Prüfsiegel, Warnhinweise, Altersempfehlungen und den Geruch zu achten sowie unlackiertes Holzspielzeug zu bevorzugen und Spielzeug aus hartem statt weichem Plastik zu wählen. Puppen- und Stofftierkleider sollten vor dem ersten Spielen gewaschen werden.

Immer Ärger um die Grenzwerte

Linktipp

Die Hersteller waren schon weiter: Die EU-Grenzwerte bedeuten einen Rückschritt, sagt Stiftung Warentest.

Seit Juli 2013 gilt eine neue EU-Richtlinie, die die Grenzwerte für bestimmte chemische Stoffe - unter anderem Schwermetalle - in Kinderspielzeug senkt. Deutschland hatte gegen diese Richtlinie geklagt und wollte seine teilweise strengeren Grenzwerte behalten. Das Urteil des EU-Gerichts vom Mai 2014: Bei Arsen, Quecksilber und Antimon muss sich Deutschland an die im EU-Recht festgelegten Obergrenzen halten. Für Blei darf Deutschland seine Grenzwerte wegen Begründungsfehlern der EU-Kommission beibehalten. Ab Ende Dezember 2015 dürfen Spielzeugteile aus Gummi oder Kunststoff höchstens 0,5 Milligramm pro Kilogramm polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) enthalten.

Nach deutschem Recht galten einheitliche Grenzwerte für Schadstoffe in Spielzeug - egal, ob ein Material fest, flüssig oder staubig ist. Das EU-Recht hingegen ist bei staubigen Materialien (zum Beispiel Kreide) und bei flüssigen Stoffen (etwas Seifenblasenflüssigkeit) strenger als das deutsche Recht. Bei Spielzeug aus festen Materialien (Lacke, Holz, Plastik, Metall), die den weitaus größten Teil ausmachen, sind seit Einführung der EU-Richtlinie höhere Schwermetallwerte erlaubt.

Link-Tipps

Hier finden Sie die Rapex-Liste im Internet. Gefährliches Spielzeug finden Sie, wenn Sie bei "Product category" 'toy' eingeben. Außerdem die aktuellen Spielzeugtests der Stiftung Warentest.


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