Ratgeber - Familie


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Tierschutz Kaninchen gehören nicht ins Osternest

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten - ein eigenes Haustier wünscht sich nahezu jedes Kind. Doch Tiere wie zum Beispiel Kaninchen oder Zwerghasen sind keine lebendigen Plüschtiere und kein Spielzeug. Ein Kauf sollte gut überlegt sein.

Stand: 07.03.2014

Kaninchen | Bild: colourbox.com

Wer kann schon bittenden Kinderaugen widerstehen? Anscheinend nicht viele Eltern, denn seitdem Kleintiere auch in Baumärkten verkauft werden, steigt die Zahl der im Tierheim abgegebenen Tiere drastisch. Dumping-Preise von fünf bis 20 Euro verführen zum Spontankauf. Doch oft fehlt im Baumarkt die fachgerechte Beratung: Die Bedürfnisse der Tiere werden selten erwähnt, oft ist der Verkäufer schon mit der korrekten Geschlechtsbestimmung überfordert.

Sehnsüchtiges Warten

Tiere werden immer häufiger "Wegwerfware": Wenn sie lästig werden, werden sie ausgesetzt - und haben keine Überlebenschancen in freier Natur. Oder sie landen im Tierheim: Viele Kaninchen und Zwerghasen warten in bayerischen Tierheimen auf einen neuen Besitzer - wie auch andere Kleintiere. Hamster, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Chinchillas: Beim überlegten Kauf im Tierheim ist für jeden Tierfreund ein neuer Mitbewohner dabei. Vor allem nach Feiertagen haben Tierheime viele Neuzugänge zu pflegen.

Kaninchen brauchen Zuwendung, Gesellschaft und Pflege

Wer sich Tiere anschafft, sollte sich vorher informieren: Wie viel Zeit will man investieren, reicht das Geld für Futter und Tierarzt, bestehen Allergien gegen bestimmte Tiere, was sagt die Hausordnung, und welche Bedürfnisse hat das ausgewählte Tier? Beim Kauf eines Kaninchens beispielsweise übernimmt man Verantwortung für einige Jahre.

Im Durchschnitt leben die Tiere acht bis zehn Jahre, sie können aber auch bis zu 15 Jahre alt werden. In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen zusammen. Als Haustiere sollten sie deshalb nie einzeln gehalten werden, damit sie nicht vereinsamen. Die Kombination von einem (kastrierten) Männchen und einem Weibchen sind fast immer harmonisch, bei zwei Weibchen kann es zu Konflikten kommen, berichten Züchter.
Damit die Kaninchen gesund bleiben, müssen sie sich ausreichend bewegen können. Ein Stall von mindestens 1,20 Metern Länge ist deshalb Minimum, nach Möglichkeit sollten die Tiere auch regelmäßig Auslauf im Freien bekommen.

Auch Tiere kennen Langeweile

Auch Hauskaninchen brauchen Abwechslung.

Wie ihre Artgenossen in der freien Natur brauchen auch Hauskaninchen Abwechslung. Sie wollen knabbern, graben und sich verstecken. Fehlt ihnen das Material, um sich genügend beschäftigen zu können, langweilen sie sich - mit der Zeit kann es zu Verhaltensstörungen wie Beißen oder Gitternagen kommen.

Hauskaninchen werden heute oft in großen Zuchtfarmen mit tierquälerischer Käfighaltung aufgezogen und anschließend über viele Kilometer zu den Einzelhändlern transportiert. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte das Tierheim oder einen Züchter, bei dem man die Haltungsbedingungen direkt ansehen kann, einem Zoogeschäft vorziehen.


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