Kinder im Netz Spielwiese Internet
Beim ersten Kontakt mit dem Internet sind die Kinder immer jünger. Bereits rund 60 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen gehen online. Das WWW ist für Kinder anfangs eine einzge große Spielwiese. In der Grundschule ist Surfen bereits manchmal Teil der Hausaufgaben.
Nicht ohne Internet
57 Prozent der Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren nutzen zumindest selten das Internet. Das Interesse an sozialen Netzwerken ist enorm gestiegen: Mittlerweile nutzen 43 Prozent der 6- bis 13-Jährigen regelmäßig Communities. 2008 waren es erst 16 Prozent. Ein Viertel der Kinder dieser Altersgruppe will nicht mehr auf Computer und Internet verzichten.
Quelle: KIM-Studie 2010, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest
Der erste Kontakt mit dem Netz läuft bei vielen Kindern über das Fernsehen. Sie interessieren sich für die im Programm beworbenenen Internetseiten ihres Lieblingssenders oder ihrer Lieblingssendung. Bis zum Alter von sieben Jahren wollen Kinder in allererster Linie online Spiele spielen - ein wichtiger Grund ist, dass Kinder in diesem Alter noch nicht allzu sicher lesen und schreiben können.
"In letzter Zeit haben vermehrt die Sechs- bis Neunjährigen Computernutzer das Internet für sich entdeckt. Verglichen mit 2006 stieg der Anteil der Onliner 2008 um acht Prozentpunkte, während sich die Quote bei den 10- bis 13-Jährigen kaum veränderte. Auch Vorschulkinder beschäftigen sich schon mit Internetangeboten."
Dr. Christine Feil, Deutsches Jugendinstitut, München
An vielen Grundschulen erwartet: erste Schritte im Netz
Grundschüler der dritten und vierten Klassen müssen dann für Referate schon einmal Informationen aus dem Netz fischen, viele Grundschullehrer erwarten das. Dabei sollten die Eltern auf jeden Fall helfen - geben Kinder ihre recht unspezifischen Suchwörter bei einer normalen Suchmaschine ein, kann es sein, dass sie von der Trefferliste erschlagen und völlig entmutigt werden.
Suchen lernen:
Auf den Seiten des Internet-ABCs der Landesmedienanstalten lernen Kinder, wie man im Netz erfolgreich sucht. Aber nicht nur das: Kinder können spielerisch erlesen, wie das Internet überhaupt funktioniert, was Viren sind und was man beim Surfen allgemein beachten muss. Die Broschüre "Ein Netz für Kinder: Surfen ohne Risiko?" gibt Tipps für Eltern und Kinder.
Eltern müssen Kindern den Weg ins Internet zeigen
Eltern sollten zu diesem Zeitpunkt ihren Kindern zeigen, wie man in den Weiten des Internets erfolgreich nach Interessantem sucht. Dabei am besten eine Kindersuchmaschine als Startseite festlegen. Eine gute Alternative ist es, die Kinder einen entsprechenden Internet-Kurs machen zu lassen - zum Beispiel den des Internet-ABCs.
Chatten und Mailen: Interesse erst ab zehn Jahren
Im Grundschulalter interessieren sich die meisten Kinder noch nicht fürs Chatten oder Mailen, berichtet Christine Feil vom Deutschen Jugendinstitut. Das ändert sich ab einem Alter von zehn Jahren. Dann wird der Computer wichtiges Mittel für die Kommunikation unter Gleichaltrigen: sogenannte Instant Messenger für Nachrichten von Computer zu Computer und die Community-Plattformen. Dennoch bewerten Kinder von sechs bis dreizehn Jahren das reale Treffen von Freunden als immer noch wichtiger als die Computernutzung.
Jungen und Mädchen surfen anders
Das Internet ist für beide Geschlechter gleich interessant. Die Studie "Wie entdecken Kinder das Internet?" des Deutschen Jugendinstituts bewies, dass anfangs kaum Unterschiede in der Internetnutzung von Jungen und Mädchen auftreten. Erst im Alter von zehn bis zwölf Jahren ändert sich das: Mädchen besuchen dann weiterhin Kinderseiten, Jungen orientieren sich hin zu Computerspiel-Websites.
Teenager und Jugendliche: Das Internet ist Kommunikation
Der Wunsch, Freundschaftsnetzwerke aufzubauen und über das Internet Kontakt zu Gleichaltrigen zu halten, verstärkt sich, wenn aus Kindern Teenager und Jugendliche werden. Die Kommunikation wird mit steigendem Alter immer wichtiger. Die beliebteste Website bei 12- bis 19-Jährigen ist nach einer Befragung von Jugendlichen von 2009 vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Süd-West (mpfs) daher folgerichtig "schülerVZ" mit 30 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen das Videoportal "YouTube" (14 Prozent) sowie die Communities "Facebook" und "lokalisten" mit je fünf Prozent der Nennungen. Die Communities werden immer wichtiger: "Über 95 Prozent der 14- bis 19-Jährigen kommunizieren mindestens einmal wöchentlich innerhalb ihres Netzwerks", schreiben die Medienforscher Katrin Busemann (ZDF) und Christoph Gscheidle (BR) über die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010.
Web 2.0: Mitmachen ja, aber nur im Netzwerk
Communities
Jugendliche sind pro Tag 138 Minuten im Internet, überwiegend um zu kommunizieren in Communities oder per Instant Messenger.
JIM-Studie 2010
Jugendliche sehen sich zwar gerne und häufig Videos im Netz an oder nutzen Netz-Enzyklopädien, aber die wenigsten tragen selbst Inhalte bei - zum Web 2.0, dem sogenannten Mitmach-Web. Aktiver sind Onlinenutzer innerhalb ihrer Communities: Da wird mitgeteilt, was man gerade so tut, da werden Links gepostet sowie Videos und Bilder hochgeladen. Auch der E-Mail-Kontakt verschiebt sich zugunsten der Nachrichten im eigenen sozialen Netzwerk.
"Die Hauptzielgruppe von Facebook und anderen Communities sind jedoch nach wie vor die Teens und Twens. Bei 14- bis 19-Jährigen zeigt sich ein auffälliger Befund: Erstmals liegt die Nutzung von Communitys in dieser Altersgruppe auf gleichem – sogar leicht höherem – Niveau wie die „klassische“ Kommunikation über E-Mail. Eine Zeitenwende?"
Katrin Busemann und Christoph Gscheidle, Medienforscher, zur ARD/ZDF-Onlinestudie 2011

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