Ratgeber - Familie

Interaktion im Netz Mailen und chatten - aber in Sichehrheit

Kinder haben Spass daran, sich mit anderen auszutauschen und neue Freunde zu finden. Sie sollten dies aber in gesicherten Chats tun oder mit Mailprogrammen speziell für Kinder.

Stand: 26.09.2011
Kinder und Medien: Mailen und Chatten; Miniaturfiguren | Bild: BR/Henrik Ullmann

Chatten:

Der Begriff "Chatten" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "quatschen, plaudern". Chatten hat sich mittlerweile als Überbegriff für verschiedene Formen der Kommunikation im Netz durchgesetzt: Es gibt Web-Chats, bei denen man sich in Echtzeit mit anderen unterhält, oder auch Unterhaltungen in Social Communities wie Facebook oder Foren, oder über Instant Messenger.

Früher oder später wird Ihr Kind Sie wahrscheinlich fragen, ob es chatten darf. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn es das in einem moderierten, sicheren Kinderchat tut. Deren Adressen sollten Sie dann bereits kennen.

Und: Lassen Sie Ihr Kind zuerst einmal die Regeln der Chatiquette lernen. Und nehmen Sie ihm das Versprechen ab, sich an Sie zu wenden, wenn es im Chat angemacht wird oder ihm anderes Unangenehmes widerfährt. Bleiben Sie anfangs in der Nähe. Auch ein sicherer, moderierter Chat schützt nicht hundertprozentig vor unangenehmen Begegnungen. Die unten genannten Chats sind alle moderiert, das heißt, die Beiträge werden zum großen Teil vorher gelesen und wer stört oder pöbelt, wird gesperrt.

Das müssen Kinder vor dem Chatten wissen

  • Sei misstrauisch! Dein Chatpartner ist nicht immer der, für den er sich ausgibt
  • Tu's nicht! Gibt niemals persönliche Daten im Chat preis (z.B. Wohnort, Alter, Schule).
  • Klick weg! Brich Dialoge ab, die unangenehm werden.
  • Sag nein! Kein Treffen in der realen Welt mit einem Chatter ohne die Begleitung eines Erwachsenen.
  • Sag Bescheid! Deine Eltern helfen dir, wenn du im Chat unangenehme Erfahrungen gemacht hast Quelle: jugendschutz.net

Kindersache-Schwatzraum:

Dieser Chat ist ein Angebot des Deutschen Kinderhilfswerks und wird moderiert. Zusätzlich zu den erwachsenen Moderatoren sind immer auch noch zwei Kinder-Moderatoren anwesend, die zum Beispiel Störer kicken. Die Öffnungszeiten des Chats: Montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr.

tivi Treff:

Das Angebot des ZDF ist laut Anbieter für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren geeignet. Orientiert sich in der Gestaltung an den Inhalten von tivi und den Kindernachrichten logo!.

Cyberzwerge-Chat:

Dieser Chat ist ein Elternprojekt. Mittlerweile kümmert sich ein Team von rund 50 ehrenamtlichen "Teamies" - Kinder und Erwachsene - um Chat und Forum der Cyberzwerge.
Der Chat ist von 8.00 bis 22 Uhr geöffnet und in der Zeit von 13.00 bis 21.00 Uhr moderiert.

Chat von Seitenstark:

Zwei speziell geschulte Studenten der Medienpädagogik der Universität Leipzig moderieren diesen Chat -das heißt, sie lesen jeden Beitrag, bevor er im Chat veröffentlicht wird. Der Chat ist montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Freundebuch "Digiposi":

Digitales Freundebuch oder Posiealbum für 7- bis 12-jährige Kinder. Die Kinder bestimmen selbst, wen sie als Freund betrachten. Kinder lernen durch die Pflege ihres Eintrags wichtige Online-Kompetenzen in einem sicheren Raum. Persönliche Daten sind grundsätzlich nicht einsehbar. Für den Start gibt es eine Seite mit Benimmregeln. Zusätzlich erklärt Willi Winkler aus der Kinderserie "Willi will's wissen" in Videos, was man beachten muss.

Sicher mailen

Spezielle Mailprogramme verhindern, dass Kinder mit Spam-Mails mit jugendgefährdendem Inhalt konfrontiert werden. Die Grundschulpost schickt immer eine Kopie der Mail an den Elternteil und bei unbekannten Absendern einen Warnhinweis. Auch bei Mail4kids bestimmen die Kinder, wer ihnen schreiben darf.

Grundschulpost:

Web-Mail-Angebot der "Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V." (ZUM) für Grundschulkinder. Für die Anmeldung ist ein schriftlicher Antrag auszufüllen. Nur Mails von Absendern, die im Adressbuch der Kinder stehen, werden weitergeleitet, der angegebene Elternteil bekommt immer eine Kopie dieser Mail. Nachrichten unbekannter Absender gehen nur an die elterliche Bezugsperson, das Kind bekommt lediglich Absenderzeile, Betreffzeile und einen Warnhinweis zugestellt. Alle Mails werden vorher auf Spam oder Viren gefiltert, Dateianhänge sind auf eine gewisse Größe beschränkt. Die Grundschulpost ist Teil von www.dasgrundschulnetz.de

Mail4kidz:

Zielgruppe sind die 7- bis 14-Jährigen, die dort kostenlos eine E-Mail-Adresse erhalten. Das Angebot wird finanziert durch Werbung und enthält diese, allerdings in gekennzeichneter Form. Es gibt aber die Möglichkeit für zwei Euro im Monat "Mitfinanzierung" des Angebots die Werbung fürs eigene Kind sperren zu lassen.

LizzyNet:

Community für Mädchen, in der es auch eine eigene Lizzy-Mail gibt. LizzyNet war von 2000 bis 2007 ein Projekt des Vereins "Schulen ans Netz". Heute ist das Mädchen-Portal ein Wirtschaftsunternehmen.

Instant Messenger - für Kinder

Sicherer als andere Messenger - und daher von Jugendschutz.net empfohlen wird der Kindermessenger.

Kindermessenger:

Direktnachrichten von PC zu PC - das bieten sogenannte Instant Messenger. Der Kindermessenger ist sicherer als andere, die Eltern setzen erlaubte Absender auf die Kontaktliste. Nur diese können das Kind dann anschreiben. Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren gedacht.