Ratgeber - Familie


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Computerspiele Regeln müssen sein

Feste Konsole, tragbare Konsole, Onlinespiele: Kinder ab dem Grundschulalter spielen heute häufig und lang mit einem Bildschirm vor der Nase. Da müssen Spielregeln her.

Stand: 30.07.2013
Kinder und Medien: Computerspiele; Miniaturfiguren | Bild: BR/Henrik Ullmann

Beliebtheit:

Computer- und Konsolenspiele zählen mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen. Tragbare oder feste Spielekonsolen nutzen 66 Prozent der 6- bis 13-Jährigen.
Jugendliche von 12 bis 19 Jahren spielen durchschnittlich 56 Minuten an Wochentagen und 77 Minuten am Wochenende. Jungen spielen deutlich länger als Mädchen.
Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs)

Eltern sollten genau hinsehen, was von ihren Kindern so gespielt wird - und am besten ab und an selbst mitspielen. So fühlen sich die Kinder ernstgenommen und die Erwachsenen entwickeln ein Gespür dafür, was die Kinder am Bildschirm fesselt.

Außerdem ist es angeraten, die Altersgrenze der Spiele zu kennen und die Spielzeiten zu begrenzen. Bei Onlinespielen findet sich selten eine Altersfreigabe, daher sollte man hier die Kinder nur Spiele spielen lassen, die für ihre Altersgruppe empfohlen werden.

USK-Broschüre: Kinder und Jugendliche schützen:

Wie ein Spiel geprüft und eingeordnet wird, darüber informiert die Broschüre der USK, der freiwilligen Selbstkontrolle der Spielehersteller.

Wunschlisten: Genau informieren, ob das Spiel geeignet ist

Da stehen auf dem Wunschzettel des Kindes englische Titel von Computerspielen - und als Vater oder Mutter blickt man selten durch ohne weitere Informationen. Von den berüchtigten Computerspielen "World of Warcraft", "GTA - Grand Theft Auto" oder "Counterstrike" hat man selbst als ziemlich ahnungsloser Elternteil schon gehört. Doch was verbirgt sich hinter "Rainbow Six", das harmlos klingt? Eltern sollten wissen: "Rainbow Six" ist ein martialisches Kampfspiel, in dem eine Spezialeinheit der NATO mit Waffengewalt und in verschiedenen Szenarien gegen Terroristen kämpft.

Die beliebtesten digitalen Spiele

Bei den 12- bis 19Jährigen sind diese Spiele am beliebtesten:

  • FiFA (Fußballspiel)
  • Die Sims (Simulationsspiel)
  • Call of Duty (Ego-Shooter)
  • Minecraft (eine 3D-Landschaft kann selbst gestaltet werden, Open-World-Spiel)
  • Mario-Kart (Rennspiel)
  • Need for Speed (Rennspiel)
  • Super Mario (Jump-'n'-Run-Spiel)
  • SingStar (Karaoke)
  • Wii Sports (Sport-Simulationen)

Gewalt in Computerspielen wirkt auf Heranwachsende

"Gewalthaltige Computerspiele fördern kurzfristig aggressives Verhalten, aggressive Wahrnehmung und aggressive Gemütszustände. So sind Nutzende gewalthaltiger Computerspiele nach dem Spiel eher geneigt, eine Bewegung einer anderen Person als feindselig zu interpretieren oder einen Angriff zu vermuten. Gewalthaltige Computerspiele wirken und verändern Bewusstsein, Gefühle und Reaktionen. Auch die neurowissenschaftliche Forschung bestätigt dies."

Wolfram Hilpert, Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, 2008

Vor dem Kauf: Informieren und nachlesen

Eltern müssen sich vor dem Kauf eines Spiels informieren: Eine gute Quelle ist die USK, in deren Prüfgremien neben Firmenvertretern auch Medienpädagogen und Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden sitzen. Die USK vergibt rechtlich verbindliche Altersfreigaben und man kann auf der USK-Internetseite schnell sehen, für welches Alter ein Spiel in etwa geeignet ist.

Hilfe für Eltern im Netz

Es gibt einige Webseiten, bei denen Eltern Entscheidungshilfen und eine Einordnung finden, welches Spiel für welche Altersgruppe geeignet ist.

Unterhaltungssoftware-Hersteller - USK

Auf dieser Seite finden Eltern die Altersbeschränkungen der jeweiligen Spiele und eine erste Orientierung über die Fachbegriffe. Die verschiedenen Spiele-Genres werden vorgestellt, aber nicht allzu viele Detailinformationen über die einzelnen Spiele.

Spieleratgeber NRW

"Wissen, was gespielt wird": Hier finden sich ausführliche Beurteilungen vieler Computerspiele. Dort wird auch darüber informiert, welches Spiel der Sparte "Beat em Up" auf übertriebene Gewaltdarstellung oder Bluteffekte verzichtet - wenn es denn nun unbedingt ein Kampfspiel sein muss.

Internet ABC

Beim Internet-ABC finden sich unter "Spiele" nur solche, die Kinder bedenkenlos spielen können. Kampfspiele werden dort gar nicht bewertet, dafür Genres wie Jump'n'run, Lernspiele oder Rollenspiele.

Sicherheitseinstellungen in Konsolen aktivieren

Sicher ist es gut, dem eigenen Kind zu vertrauen, doch die Spielkonsolen zu sichern, ist besser. Dann kommt Ihr Sohn oder Ihre Tochter gar nicht erst in Versuchung, Spiele zu spielen, die, vielleicht von Freunden geliehen oder mitgebracht, noch nicht geeignet sind. Die neuesten Handhelds, also mobile Konsolen sind außerdem mit einem zusätzlichen Browserprogramm internetfähig - auch hier kann man einen Jugendschutz einstellen oder den Internetzugang erst gar nicht zulassen.

Tipps

Wii

Bei der Spielekonsole "Wii" von Nintendo lässt sich im Menüpunkt "Altersbeschränkungen" in den Systemeinstellungen eine Alterssperre eingeben - es können dann nur Spiele gespielt werden, die für die von Ihnen festgelegte Altersgruppe freigegeben worden sind. Ein vierstelliger Code sichert die Einstellung.

Nintendo DS

Mit einer zusätzlichen Browsersoftware ist die tragbare Spielekonsole auch internetfähig. Unter dem Hauptmenü "Einstellungen" läßt sich dieser Browser mit einem Passwort sperren. So behalten Sie als Eltern die Kontrolle. Außerdem kann ein Filter für jugendgefährdende Inhalte aktiviert werden.

Playstation 3

Auch die Playstation 3 läßt sich sicherer machen, wenn man bestimmte Einstellungen wählt. Unter "Einstellungen -Sicherheitseinstellungen" können Eltern festlegen, dass nur Spiele und DVDs mit einer bestimmten Altersfreigabe gespielt werden können. Hierbei ist zu beachten, dass die Playstation 3 nicht die USK-Vorgaben, sondern die europäischen PEGI-Kennzeichen ausliest. Eltern sollten sich da informieren, denn nicht alle Games enthalten diese. Auch ein angepasstes Online-Profil können Eltern einstellen - dazu muss man sich aber inensiv mit dem Konfigurationsmöglichkeiten des Geräts auseinander setzen.

XBox

Bei der Xbox kann das Abspielen nicht alltersgerechter Inhalte verhindert werden. Dies kann man im Menü unter "Jugendschutz" und "Spiel-Altersfreigabe" aktivieren. Mit dem "Familientimer" kann man außerdem die wöchentlichen Spielzeiten der Kinder begrenzen.


Quellen: Initiative "Schau Hin! was Deine Kinder machen" von Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, www.klicksafe.de, www.medienbewusst.de

Empfohlene Game-Höchstzeiten:

  • bis 7 Jahre: etwa 30 Minuten am Tag
  • 8-9 Jahre: etwa 45 Minuten am Tag
  • 10-11 Jahre: etwa 60 Minuten am Tag
  • 12-13 Jahre: etwa 75 Minuten am Tag

Tipps für Eltern

Interesse

Informieren Sie sich über die Spiele, die Ihr Kind gerne spielt oder die es sich wünscht. Spielen Sie mit und probieren Sie die Spiele gemeinsam mit Ihrem Kind aus.

Regeln

Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln - auf jeden Fall feste Zeiten für die Dauer der täglichen Nutzung von Computer, Fernseher und Spielekonsolen. Legen Sie fest, dass das Kind regelmäßig Pausen vom Bildschirm macht.

Alter

Beachten Sie die Altersbegrenzung der Spiele.

Alternativen

Oft spielen Kinder aus reiner Langeweile am Computer oder mit der Konsole. Bieten Sie Alternativen an - wie Brettspiele oder Ausflüge.

Erst Hausaufgaben

Benutzen Sie die Erlaubnis, am Computer zu spielen, nicht als Belohnung oder ein Verbot als Bestrafung. Eine Regel sollte immer gelten: Erst die Hausaufgaben erledigen, danach Pause und dann erst an den Computer.
Quelle: klicksafe.de


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