Es ist Pflaumen- und Zwetschgenzeit: Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Zwetschgen und Pflaumen So lecker schmeckt der Spätsommer
Die ersten Früchte warten schon darauf, geerntet zu werden. Damit beginnt die kulinarische Zeit: Ob Zwetschgendatschi, Zwetschgenmus oder Zwetschgenknödel - es gibt zahlreiche Leckereien, die man aus den süßen, gesunden Früchtchen zubereiten kann.
Zwetschgen sind eng mit den Pflaumen verwandt. Pflaumen stammen wahrscheinlich aus Vorderasien und wurden von den Kreuzrittern nach Europa importiert. Seither wurde die Frucht immer wieder gekreuzt und veredelt. Pflaumen und Zwetschgen bevorzugen ein gemäßigtes Klima. Sie wachsen hauptsächlich im Mittelmeerraum und in Deutschland.
Gesunde Vitaminbombe
Zwetschgen sind länglich oval, haben ein festes Fruchtfleisch und lassen sich leicht vom Stein lösen. In ihnen stecken viele wertvolle Vitamine, wie das Vitamin A, B-Vitamine, Mineralien wie Kalium und Magnesium und jede Menge sekundärer Pflanzenstoffe.
Verarbeitung
Zwetschgen schmecken frisch süß und lassen sich zu vielen Leckereien verarbeiten. Zwetschgenmus ist allseits bekannt, ebenso Zwetschgenknödel oder -kuchen, in seiner besonderen Form als Datschi oder in Franken als Zwetschgenplotz bekannt. Zwetschgen lassen sich entsteint und mit Zucker bestreut gut einfrieren. Frisch sind sie im Kühlschrank drei Tage haltbar. Sie können auch getrocknet werden und sind dann als Back- oder Dörrpflaumen gut bekömmlich. Getrocknet wie frisch kurbeln sie die Verdauung an.
Zwetschgen als Verdauungshilfe
Die blauen Früchte sollen gut gegen Verstopfung sein. Also Vorsicht! Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte nicht zu viel Pflaumen essen, höchstens etwa eine Handvoll, das sind ungefähr 150 Gramm. Empfohlen wird, dass man bei Verstopfung 5 bis 10 Backpflaumen abends in Wasser einweicht und in der Früh auf nüchternen Magen essen sollte. Der Vorteil gegenüber frischen Pflaumen: Backpflaumen sind das ganze Jahr über erhältlich.
Zwetschgen als Zellschützer
Wegen des hohen Gehalts an Polyphenolen und Antioxidantien gelten Pflaumen als Gefäß- und Zellschützer. In Verbindung mit ihrem hohen Kaliumgehalt sind sie auch ein optimales Lebensmittel um Beispiel für Bluthochdruckpatienten.
Zwetschgen als Knochenschützer
Es gibt Studien, die mit getrockneten Pflaumen durchgeführt wurden, die darauf hinweisen, dass bei regelmäßigem Verzehr möglicherweise einer Osteoporose vorgebeugt werden kann. Die Früchte enthalten wichtige Substanzen für den Knochenstoffwechsel, nämlich Bor und Vitamin K. Dazu kommt ein günstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis, das die Knochenfestigkeit noch unterstützen soll.
Zwetschgen als Stress- und Gedächtnisschützer
In den USA werden Backpflaumen gegen den Alltagsstress empfohlen. Der beruhigende Effekt bei Nervosität und Unruhe soll an den Vitaminen A, C, E und den reichlich enthaltenen B-Vitaminen liegen, zusammen mit den Mineralstoffen Zink und Kupfer. Gleichzeitig spendet der Zucker verbrauchte Energie, das macht die Pflaumen zu Gehirn- und Nervennahrung. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Pflaumensaft aus getrockneten Pflaumen das Gedächtnis unterstützt und der Vergesslichkeit vorbeugt.
Zwetschgen sind ein vielseitiges gesundes Obst, das sich in vielen Variationen anbietet. Und die kurze Zeit, in der sie frisch zu haben sind, sollte genutzt werden.
"Zwetschgen und Pflaumen sind verdauungsfördernd durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen und an dem zuckerähnlichen Stoff Sorbit, der natürlicherweise darin vorkommt. Man kann das mit frischen, aber auch mit getrockneten Pflaumen probieren. Die sind das ganze Jahr über erhältlich und deswegen besonders praktisch im Gebrauch. Man sollte sich vorsichtig an die Menge herantasten, weil ein Zuviel an Pflaumen auch negative Folgen hat, nämlich Blähungen oder Durchfälle, Verdauungsbeschwerden durch ein Zuviel an Sorbit und Ballaststoffen."
Andrea Danitschek, Ernährungswissenschaftlerin, Verbraucherzentrale Bayern 2009

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