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Kaffee Brühend heiße Leidenschaft

Einst gehörte er zu dem ungesunden Trio: Zigaretten, Alkohol und ... Kaffee. Inzwischen ist er weitgehend rehabilitiert. Studie um Studie belegt: Kaffee ist doch gesund - wenn auch nicht in jedem Fall.

Stand: 29.09.2016

Cappuccino | Bild: colourbox.com

Bei vielen Menschen ist es noch da, das schlechte Gewissen nach der dritten Tasse Kaffee. Immer wieder wurde in diversen Studien vor erhöhtem Blutdruck, Schwindel, Herzklopfen und Unruhegefühl gewarnt. Doch was gesundheitliche Bedenken angeht, kann inzwischen Entwarnung gegeben werden: Nach und nach offenbart sich, dass viele ältere Studien, die ihm Schädliches unterstellt haben, methodische Mängel hatten.

Koffein - ein Wachmacher

Der bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees ist das Koffein. Koffein macht nicht nur wach, es hat auch andere positive Eigenschaften. Drei bis fünf Tassen am Tag können Konzentration und Denkfähigkeit steigern. Die anregende Wirkung des Koffeins hält unterschiedlich lange an. Zwischen zwei und sieben Stunden braucht die Leber für den Abbau.

Bisher wurde ausschließlich Koffein für die höhere Aktivität des Nervensystems und den steigenden Blutdruck verantwortlich gemacht. Das scheint nach neuesten Forschungen aber nur die halbe Wahrheit zu sein: In Kaffee muss es weitere Inhaltsstoffe geben, die anregend wirken. Das belegen Tests mit entkoffeiniertem Kaffee. Welche Stoffe das sind, können die Forscher aber noch nicht sagen.

Koffein - zum Einschlafen

Kaffee kann aber nicht nur wach machen. Er kann auch die gegenteilige Wirkung haben - vor allem bei älteren Menschen. Sie leiden häufig unter Durchblutungsstörungen des Gehirns. Das kann zu Schlafstörungen führen. Das Koffein bewirkt eine bessere Durchblutung des Gehirns. Eine gute Chance, Schlaf zu finden - wenn man nach dem Kaffeegenuss schnell ins Bett geht. Nach 20 Minuten sieht es mit dem Schlaf wieder schlechter aus.

Mythos Flüssigkeitsräuber

Man kennt das: Kaum hat man Kaffee getrunken, drückt die Blase. Das hat den Kaffee in den Verdacht gebracht, dem Körper große Mengen Flüssigkeit zu entziehen. Auch dieses hartnäckige Vorurteil ist inzwischen widerlegt: Eine Studie des Nebraska Medical Center in den USA belegt, dass Kaffee nicht als Flüssigkeitsräuber einzustufen ist. Kaffee unterstützt ebenso wie andere Getränke die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr.

Gefiltert, nicht gekocht

Koffein kann auch unerwünschte Folgen haben. Rund zehn Prozent aller Menschen reagieren koffeinsensitiv. Das heißt, dass das Koffein bei ihnen vorübergehend leicht den Blutdruck erhöht - und somit das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen steigt.

Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten birgt Kaffee ebenfalls ein Risiko. Studien zeigen, dass Kaffeegenuss eine leichte Erhöhung des Cholesterinspiegels zur Folge hat. Dies gilt aber nur, wenn der Kaffee gekocht und nicht gefiltert wird. Für Kaffeeliebhaber empfiehlt sich daher papiergefilterter Kaffee oder Espresso. Denn auch durch die Hochdruckmethode bei der Espresso-Zubereitung werden die Kaffeefette weitgehend entsorgt.

Der kräftige Italiener hat noch andere Vorteile: Kaffeetrinker mit empfindlichem Magen vertragen ihn besser.

Kaffee macht schön

Kaffee kann schlanker machen. Mit Koffein kann man den Stoffwechsel anregen und dazu beitragen, dass die Nahrung intensiver verbraucht und weniger gespeichert wird. Kaffee kann also eine Diät unterstützen. Noch eine Überraschung: Die Bitterstoffe im Kaffee schützen die Zähne vor Karies. Und Kaffee enthält ein wichtiges Vitamin: Niacin. Eine Tasse Kaffee deckt fünf bis zehn Prozent vom Tagesbedarf. Niacin ist gut für die Haut und unterstützt die Stoffwechselfunktionen.

Kaffee macht Lust

Zudem hat Kaffee die gleiche Wirkung wie Licht. Er hebt den Serotoninspiegel im Gehirn und somit die Stimmung - für trübe, dunkle Zeiten ideal. Spitzenreiter im Kaffeetrinken sind deshalb die Skandinavier. Und ein weiterer positiver Nebeneffekt: Kaffee soll aphrodisierend wirken. Er soll nicht nur die Lust steigern, sondern auch die Beweglichkeit der Spermien.

Teuerster Kaffee der Welt

Der sogenannte "Katzenkaffee" - auch Kopi Luwak genannt - ist die teuerste Kaffeemarke der Welt. Damit werden die Kaffeekirschen bezeichnet, die von einer bestimmten Schleichkatzenart gefressen werden. Sie verdauen nur das Fruchtfleisch und scheiden die Bohnen wieder aus. Dadurch ändert sich der Geschmack des Kaffees. Er bekommt dadurch ein dunkles und volles Aroma, andere sagen, er schmeckt nach Schokolade und Karamell. Und das hat seinen Preis - ein Kilo kann um die 1000 Euro kosten.


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