Ratgeber - Ernährung


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Kaffee Brühend heiße Leidenschaft

Obwohl immer noch Mythen über die Schädlichkeit von Kaffee im Umlauf sind, ist das Aufgussgetränk doch zum Trendgetränk geworden: Ob als Latte Macchiato, Espresso, Milchkaffee oder Cappuccino - Kaffee ist "in". Kaffeefreunde können sich freuen, denn all die schlechten Eigenschaften, die dem Kaffee zugeschrieben wurden, stimmen nicht.

Stand: 27.09.2013

Bei vielen Menschen ist es noch da, das schlechte Gewissen nach der dritten Tasse Kaffee. Das kann doch nicht gesund sein ... Immer wieder wurde in diversen Studien vor erhöhtem Blutdruck, Schwindel, Herzklopfen und Unruhegefühl gewarnt. Doch was gesundheitliche Bedenken angeht, kann inzwischen Entwarnung gegeben werden: Kaum ein Lebensmittel wurde in den vergangenen Jahren so intensiv erforscht wie der Kaffee. Und nach und nach offenbart sich, dass viele ältere Studien, die ihm Schädliches unterstellt haben, methodische Mängel hatten.

Kaffee: Pad oder Kapsel?

Stiftung Warentest hat in der Ausgabe vom Oktober 2013 "Portionskaffeemaschinen" getestet. Das Ergebnis: Sowohl Padmaschinen als auch Kapselgeräte machen guten Kaffee. Systembedingt sind die Geräte für Kapseln besser für Espresso geeignet, während der Kaffee aus Padmaschinen eher wie normaler Filterkaffee schmeckt. Egal, für welches System Sie sich entscheiden - für ein "Gutes" Gerät müssen Sie etwa 100 Euro investieren.

Die Testsieger:

  • Krups XN 720 Nespresso Citiz (Kapseln) - ca. 149 Euro
  • De'Longhi Nespresso Pixie EN 125 (Kapsel) - ca. 108 Euro
  • Philips Senseo HD 7863 (Pads) - ca. 96 Euro
  • Philips Senseo HD 7825 (Pads) - ca. 76 Euro

Quelle: Quelle: Stiftung Warentest Heft 10/2013

 

Koffein - ein Wachmacher

Der bekannteste Inhaltsstoff des Kaffees ist das Koffein. Koffein macht nicht nur wach, es hat auch andere positive Eigenschaften. Drei bis fünf Tassen am Tag können Konzentration und Denkfähigkeit steigern. Die anregende Wirkung des Koffeins hält unterschiedlich lange an. Zwischen zwei und sieben Stunden braucht die Leber für den Abbau.

Bisher wurde ausschließlich Koffein für die höhere Aktivität des Nervensystems und den steigenden Blutdruck verantwortlich gemacht. Das scheint nach neuesten Forschungen aber nur die halbe Wahrheit zu sein: In Kaffee muss es weitere Inhaltsstoffe geben, die anregend wirken. Das belegen Tests mit entkoffeiniertem Kaffee. Welche Stoffe das sind, können die Forscher aber noch nicht sagen.

Koffein - zum Einschlafen

Kaffee kann aber nicht nur wach machen. Er kann auch die gegenteilige Wirkung haben - vor allem bei älteren Menschen. Sie leiden häufig unter Durchblutungsstörungen des Gehirns. Das kann zu Schlafstörungen führen. Das Koffein bewirkt eine bessere Durchblutung des Gehirns. Eine gute Chance, Schlaf zu finden - wenn man nach dem Kaffeegenuss schnell ins Bett geht. Nach 20 Minuten sieht es dann mit dem Schlaf wieder schlechter aus. Denn dann überwiegt die aufmöbelnde Wirkung des Kaffees.

Mythos Flüssigkeitsräuber

Der Mythos, dass man immer so viel Wasser trinken soll wie Kaffee, ist überholt.

Man kennt das: Kaum hat man Kaffee getrunken, drückt die Blase. Das hat den Kaffee in den Verdacht gebracht, dem Körper große Mengen Flüssigkeit zu entziehen. Auch dieses hartnäckige Vorurteil ist inzwischen widerlegt: Eine Studie des Nebraska Medical Center in den USA belegt, dass Kaffee nicht als Flüssigkeitsräuber einzustufen ist. Eine Testgruppe musste über mehrere Tage hinweg koffeinhaltige Flüssigkeit trinken, eine zweite währenddessen die gleiche Menge koffeinfreier Getränke zu sich nehmen. Die anschließende Auswertung ergab: Kaffee unterstützt ebenso wie andere Getränke die täglich empfohlene Flüssigkeitszufuhr.

Gefiltert, nicht gekocht

Koffein kann auch unerwünschte Folgen haben. Rund zehn Prozent aller Menschen reagieren koffeinsensitiv. Das heißt, dass das Koffein bei ihnen vorübergehend leicht den Blutdruck erhöht - und somit das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen steigt. Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten birgt Kaffee ebenfalls ein Risiko. Studien zeigen, dass Kaffeegenuss eine leichte Erhöhung des Cholesterinspiegels zur Folge hat. Dies gilt aber nur, wenn der Kaffee gekocht und nicht gefiltert wird. Für Kaffeeliebhaber empfiehlt sich daher papiergefilterter Kaffee oder Espresso. Denn auch durch die Hochdruckmethode bei der Espresso-Zubereitung werden die Kaffeefette weitgehend entsorgt. Der kräftige Italiener hat noch andere Vorteile: Kaffeetrinker mit empfindlichem Magen vertragen ihn besser.

Kaffee macht schön

Und nun das Beste: Kaffee kann schlanker machen. Mit Koffein kann man den Stoffwechsel anregen und dazu beitragen, dass die Nahrung intensiver verbraucht und weniger gespeichert wird. Kaffee kann also eine Diät unterstützen. Noch eine Überraschung: Die Bitterstoffe im Kaffee schützen die Zähne vor Karies. Und Kaffee enthält sogar ein wichtiges Vitamin: Niacin. Eine Tasse Kaffee deckt fünf bis zehn Prozent vom Tagesbedarf. Niacin ist gut für die Haut und unterstützt die Stoffwechselfunktionen.

Kaffee macht Lust

Zudem hat Kaffee die gleiche Wirkung wie Licht. Er hebt den Serotoninspiegel im Gehirn und somit die Stimmung - für trübe, dunkle Zeiten ideal. Spitzenreiter im Kaffeetrinken sind deshalb die Skandinavier. Und ein weiterer positiver Nebeneffekt: Kaffee soll aphrodisierend wirken. Er soll nicht nur die Lust steigern, sondern auch die Beweglichkeit der Spermien.

Kleine Geschichte der Kaffeekultur

Angeblich waren es Ziegen, die den Kaffee einst im äthiopischen Kaffa entdeckten und damit ihre Hirten zur Verzweiflung trieben: Nach einer Legende aus dem 17. Jahrhundert knabberten sie die roten Früchte von einem Busch und sprangen bis in die Nacht munter herum. So soll die anregende Wirkung der Kaffeebohne entdeckt worden sein - soweit die Legende. Doch Kaffa ist wohl tatsächlich die Ursprungsregion des Kaffees, denn dort wird er bereits im 9. Jahrhundert erwähnt.


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