Familienküche "Bitte bloß keinen Broccoli!"
Gemüse geht ja gar nicht. Ist es gekocht, landet es nach Farben sortiert am Tellerrand: Viele Kinder boykottieren konsequent alle Versuche, sie gesund zu ernähren. Doch Eltern sollten nichts unversucht lassen.
Die eine mag keinen Broccoli, das andere Kind isst Karotten nur roh - und an Gemüse auch ausschließlich Karotten: Dass die Geschmäcker bereits im Kleinkindesalter so extrem verschieden sind, kann Eltern in die Verzweiflung treiben. Für die gesamte Familie gesund zu kochen wird zur hochkomplexen Herausforderung. Oft siegt dann ein Rezept mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner - nämlich mal wieder Spaghetti Bolognese, Fischstäbchen oder Pizza, wenn auch selbst gemacht und mit dem ein oder anderen Gemüsewürfelchen dekoriert. Aus Bio-Anbau, versteht sich.
Eltern sollten gelassen bleiben
Eltern stecken in einem Dilemma: Entweder kochen Sie gesunde Gemüsegerichte und es herrscht Missstimmung am Mittagstisch. Passt man sich den kindlichen Ess-Vorlieben dagegen ganz an, verspeist man als Erwachsener entweder ewig wiederkehrend die gleichen - der Linie nicht zuträglichen - Gerichte wie Fleischpflanzerl oder Nudelauflauf. Oder man kocht gar Kinder- und Erwachsenengerichte separat. Das ist aber auch keine Lösung im Familienalltag. Dann doch lieber eine gesunde Mischung - an bestimmten Tagen gibt es Kinderwunschessen, an anderen Tagen legen die Eltern fest, was auf den Tisch kommt.
Eltern sollten in punkto Essen gelassen bleiben und akzeptieren, dass ihren Kindern nicht alles schmeckt. Die Keksdose bleibt nach dem verschmähten Blumenkohl für den Kalorienausgleich aber zu - das muss sein. Manche Eltern dagegen verhandeln am Familientisch mit ihren Gemüse- und Salatverweigerern: Nach der Pasta müssen dann eben statt der angebotenen und verschmähten Salat- oder Gemüsebeilage ein bis zwei Stücke Obst gegessen werden. Oder: Den gesunden Salat gibt es grundsätzlich zuerst, also bevor die Nudeln aufgefahren werden.
So lernen Kleinkinder richtig zu essen
Regelmäßige Mahlzeiten
Die Grundlagen für ein gesundes Essverhalten, da sind sich die Experten einig, werden schon im Kleinkindalter gelernt. Die Mahlzeiten sollten regelmäßig und immer mit dem gleichen Ritual und Zubehör (gleicher Teller, gleicher Löffel) verbunden sein. Essen Sie anfangs immer am gleichen Platz - und ganz in Ruhe.
Am Tisch
Gegessen wird, wenn Ihr Kind in seinem Hochstuhl oder auf Ihrem Schoß sitzt- und nur da.
Freundliches Gesicht
Achten Sie auf Ihren Gesichtsausdruck: Wenn Sie ernst blicken beim Füttern Ihres Kindes, dann nimmt es Ihnen nicht ab, dass das, was Sie anbieten, schmeckt.
Beispiel
Essen Sie beim Füttern auch etwas - mit Genuss. Ihr Vorbild zählt.
Variation
Erweitern Sie nach und nach das Speisenangebot. Akzeptieren Sie es, wenn Ihr Kind bestimmte Lebensmittel nicht mag, aber ändern Sie nicht gleich den Speiseplan.
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Zum Glück ändern sich die Vorlieben von Kindern immer wieder: Was heute nicht schmeckt, wird vielleicht morgen gerne gegessen. Wichtig ist, dass Sie als Eltern Ihren Kindern ein Vorbild sind - und auf Ihre eigene gesunde Ernährung achten.
Trinken nicht vergessen
Ins Spielen vertieft, vergessen Kinder oft zu trinken. Eltern und Erzieher sollten daher immer wieder daran erinnern. Gute Durstlöscher sind Wasser, Tee und verdünnte Saftschorlen (ein Teil Saft, zwei Teile Wasser). Limonaden, gezuckerter Eistee oder Fruchtsaftgetränke sollten nur ganz selten erlaubt werden, denn sie enthalten zu viel Zucker.
Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Tipps und Tricks zur gesunden Kinderernährung
Zwischendurch
Stellen Sie auch zwischendurch einen Teller mit geschnittenem oder essfertigem Obst auf den Tisch: Apfelschnitze, Beeren, Bananenstücke, Melonenwürfel, Trauben. Auch Gemüsesticks aus Karotte, Kohlrabi oder Gurke eignen sich für einen gesunden Snack zwischendurch.
Pürieren
Manche Sorten von Gemüse schmecken gekocht und püriert in einer Suppe oder Soße. Auch die beliebte Bolognesesoße lässt sich mit kleingewürfelten Karotten und Selleriewürfeln "ergänzen".
Säfte
Kinder, die nicht gerne Obst essen, mögen vielleicht frisch gepresste Säfte oder selbstgemachte Milchshakes.
Beharrlichkeit
Bieten Sie bestimmte Gerichte immer wieder an - im Lauf der Zeit kann es sein, dass Ihr Kind das Gericht allmählich akzeptiert.
Mitmachen lassen
Kinder beim Planen der Mahlzeiten und beim Kochen mit einzubinden, ist ein Weg, ihnen gesunde Nahrungsmittel näher zu bringen. Lassen Sie das Kind kosten und abschmecken: Fehlt noch Salz oder womit könnten wir noch würzen? Selbstgekochtes auch selbst zu essen, ist schließlich Ehrensache.

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