Ratgeber - Netzwelt


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Urheberrecht Eine Milliarde Webseiten werden unauffindbar

Die Zahl der URLs, die Google auf Antrag von Urheberrechtsinhabern aus seinem Index streicht, steigt dramatisch. Aktuell löscht der Suchmaschinenkonzern pro Stunde bis zu 100.000 Links. Das geht aus einer Auswertung von Googles Transparency Report durch die Site Torrentfreak hervor.

Von: Achim Killer

Stand: 08.03.2016

Firmenlogo von Google in den Büroräumen in Berlin | Bild: picture-alliance/dpa

Gesetzliche Grundlage der immer größer werdenden Löschaktion ist der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) von 1998 zum Schutz vor allem der US-Filmindustrie. Eine ganze Branche von Juristen und Technikern ist seither damit befasst, Webseiten zu finden, die unerlaubterweise urheberrechtlich geschütztes Material anbieten, und deren Adressen löschen zu lassen.

Zahl der Löschanträge wächst rasant

Die ersten Anträge wurden im Jahr 2008 gestellt, seinerzeit gerade mal ein paar Dutzend. Bereits im März 2014 aber gingen 6 Millionen Anträge pro Woche ein. Vergangene Woche schließlich waren es 19 Millionen. Hält diese Entwicklung an, wird heuer eine zehnstellige Zahl erreicht.

Juristen manipulieren Suchergebnis

Der Konzern arbeitet nach eigenen Angaben Anträge innerhalb von 6 Stunden ab. Die Aktivitäten der Juristen wirken sich auch auf die allgemeine Suchanzeige aus. Websites, die öfters inkriminiert werden, rutschen nach hinten.

Google vergisst immer mehr

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass Google Webseiten, die aufgrund des europäischen "Rechts auf Vergessenwerden" nicht gefunden werden sollen, besser verstecken will. Sie sind künftig für EU-Bürger praktisch unauffindbar.

  • Achim Killer | Bild: BR Achim Killer

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