Ratgeber - Netzwelt


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Cybercrime-Statistik 2015 Netz-Kriminelle am Intimleben interessiert

Nicht nur auf Kreditkarteninformationen hatten es Internet-Kriminelle im vergangenen Jahr abgesehen. Sie stehlen zunehmend Gesundheitsdaten und interessieren sich für das Intimleben von Surfern. Das geht aus dem „Threat Intelligence Report 2016“ von IBM hervor.

Stand: 26.02.2016

Eine Frau in Unterwäsche wird auf dem Display eines Handys betrachtet. | Bild: picture-alliance/dpa

Firmen der US-Gesundheitsbranche stellten demnach 2015 9,2 Prozent der Opfer von Cyberangriffen. Noch stärker betroffen waren nur die traditionell gefährdetsten Wirtschaftszweige Computer-Dienstleistungen und Einzelhandel.

Millionen von Patientendaten erbeutet

Bei fünf großen Angriffen erbeuteten Cyberkriminelle 100 Millionen Datensätze von Patienten. Insgesamt hat IBM 600 Millionen gestohlene Datensätze gezählt. Gesundheitsdaten werden unter anderem dazu missbraucht, um Betäubungsmittel auf Rezept zu beschaffen. Weil sich mit ihnen auch über einen längeren Zeitraum betrügen lässt, sind sie auf den Schwarzmärkten im Netz sehr begehrt. Kreditkarten werden hingegen nach einem Betrug meist schnell gesperrt.

Online-Erpressung nimmt zu

Die Hacks der Sex-Sites Ashley Madison und Adult Friend Finder wiederum brachten potentielle Erpresser in den Besitz von sensiblen Informationen über das Intimleben von Surfern. Überhaupt ist Erpressung der aktuelle Trend im Cybercrime.

Schutz- und Lösegeld-Forderungen

2015 häuften sich die Fälle, in denen Web-Shops durch Überlastung lahmgelegt und erst nach einer Schutzgeldzahlung wieder für die surfende Kundschaft erreichbar war. Und gegenwärtig schwappt eine Ransomware-Welle durchs Netz. Erpresser-Software verschlüsselt Daten auf PCs und verlangt für die Entschlüsselung Lösegeld.

  • Achim Killer | Bild: BR Achim Killer

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