Hans Jürgen Diedrich gestorben Lach- und Schießgesellschaft als Vermächtnis
Berühmt wurde er mit seinem unschuldigen Augenrollen, in Erinnerung bleibt er als einer der Gründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Am Mittwoch ist der Schauspieler und Komiker Hans Jürgen Diedrich im Alter von 89 Jahren gestorben.
Als man im Nachkriegsdeutschland die Trümmer beiseite geräumt hatte und erste Ansätze von Wohlstandsbäuchen sichtbar wurden, las Hans Jürgen Diedrich ausgerechnet vom gemütlichen München aus der Republik die Leviten. Zusammen mit Dieter Hildebrandt, Klaus Havenstein und Sammy Drechsel spielte Diedrich die Münchner Lach- und Schießgesellschaft an die Spitze des deutschen Politkabaretts.
Mit Instinkt zur Komik
Diedrichs Markenzeichen waren die schnelle Pointe und sein jungenhaftes Unschuldsspiel. Unvergessen bleibt er etwa in "Das Streichquartett", in dem er als unmusikalischer Angestellter in die missliche Lage gerät, bei der Abendgesellschaft seines Chefs Geige zu spielen. Sein Talent zum linkisch-komischen Missgeschick, sein Wortwitz und der unbedingte Instinkt für das richtige Timing führten ihn während seiner über 50 Bühnenjahre immer wieder ans Kabarett zurück.
Grenzgänger zwischen Kabarett und Theater
Dabei zog es ihn eher zum Theater: Sein erstes Engagement hatte der in Stralsund geborene Künstler 1947 an der Städtischen Bühne Hamburg-Harburg. Und nach 14 Jahren bei der Lach- und Schießgesellschaft wurde Diedrich Ensemblemitglied des Residenztheaters. Dort führte er auch Regie, unter anderem inszenierte er "Das Streichquartett". Seinen Rollen war Diedrich lange treu: Den Hauptmann von Köpenick hat er 330 Mal gespielt. 1983 wurde er zu seiner großen Freude mit dem Titel des Bayerischen Staatsschauspielers belohnt: "Ich habe gleich 40 Kopien machen lassen und an verschiedene Leute geschickt, damit die sich ärgern".

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