NS-Dokumentationszentrum "Was geht mich das an?" als Leitfrage
2014 bekommt München, ehemalige "Hauptstadt der Bewegung", ein NS-Dokumentationszentrum. Im Februar 2012 hat der Kulturausschuss der Stadt das Konzept genehmigt.
Am 9. März 2012 wird der Grundstein für das NS-Dokumentationszentrum in München gelegt. Knapp zwei Jahre später, im Frühjahr 2014, soll der fünfstöckige Kubus im Bauhaus-Stil eröffnet werden. Nicht nur historische Fakten und die Rolle Münchens im Nationalsozialismus sollen beleuchtet werden. Das nun vorgestellte Ausstellungskonzept zieht einen unmittelbaren Bezug zur Gegenwart: "Was geht mich das alles an?", so die zentrale Frage, auf die das Zentrum Antworten geben will. Die Kosten in Höhe von 28 Millionen Euro teilen sich Stadt, Land und Bund. Jährlich wird mit rund 250.000 Besuchern gerechnet. Den laufenden Betrieb finanziert die Stadt.
Verbindung zur Gegenwart herstellen
Ein zentrales Element des Konzeptes: Der Blick nach draußen, dorthin, wo sich rund um das Gelände des ehemaligen "Braunen Hauses" im Dritten Reich 50 NS-Organisationen angesiedelt hatten - unter ihnen der Führerbau, die Parteizentrale der NSDAP oder das Wittelsbacher Palais.
Die Ausstellung nimmt immer wieder die Sichtachsen nach draußen auf und behandelt Themen, die zum Beispiel zum Führerbau oder zum Königsplatz passen. So kann der Besucher etwa durch großflächige Fenster die Verbindung zur Gegenwart herstellen.
Ein durchsichtiger Bildschirm soll beispielsweise vor einem Fenster die alljährlichen Nazi-Aufmärsche zum 9. November auf dem Königsplatz zeigen und gleichzeitig den Durchblick hinunter zum heutigen Königsplatz freigeben. Auf Ausstellungsstücke soll weitgehend verzichtet werden. Stattdessen ist beabsichtigt, Filme, Fotografien und Dokumente auf dem rund eineinhalbstündigen Rundgang zu zeigen.
Geschichte vom Ersten Weltkrieg bis heute
Die Initiatoren betrachten das Zentrum, das an der Stelle des ehemaligen Geländes der NSDAP-Parteizentrale am Königsplatz gebaut werden soll, in erster Linie als Lernort.
Auf vier Stockwerken und insgesamt 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche will die Ausstellung durch die Geschichte von der Rätezeit und dem Ende des Ersten Weltkriegs bis heute leiten. Unter anderem soll dabei die zentrale Frage beleuchtet werden, warum gerade von München ein wesentlicher Teil der NS-Geschichte ausging. Insbesondere die junge Generation soll angesprochen werden, um ihr einen Zugang zum Thema zu bieten und deutlich zu machen, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist.
2012: Jahr der Konzeptverfeinerung
Hans Günter Hockerts, Marita Krauss, Peter Longerich und Winfried Nerdinger hatten das jetzt vorgestellte Konzept in den letzten Monaten erarbeitet, nachdem sich die Stadt und die Gründungsdirektorin Irmtrud Wojak einvernehmlich getrennt hatten. Ihr Ausstellungskonzept hatte den Stadtrat und die Gremien des Doku-Zentrums nicht überzeugt. Im Laufe des kommenden Jahres sollen die Ausstellungsmacher nun das neue Konzept verfeinern. Eine Nachfolge in der Direktion soll es erst zur Eröffnung geben.
Eine Ausschreibung würde zu lange dauern, so Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers, und im Kulturreferat gebe es genug Kompetenzen für die Konzeption der Ausstellung.

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Ottenbacher, Freitag, 24.Februar, 09:23 Uhr
3. Konzept öffentlich ?
Wo ist dieses Konzept online zu lesen ? Nach den Zeitungsberichten scheint es sich um eine lineare Chronologie zu handeln - oder kommen Kontiuitäten auch vor ?
weilerkarl, Samstag, 11.Februar, 17:54 Uhr
2. Schuldkultur
Eine alte Priesterweisheit lautet: „Erst Schuldgefühle erzeugen und dann herrschen“.
Es ist schon sehr auffällig, dass sich, je mehr Zeit seit dem Untergang des Dritten Reiches und des Nationalsozialismus vergangen ist, die Anzahl der Rufe nach Verewigung einer deutschen Schuldkultur vermehren.
Wenn es wirklich nur darum ginge an unschuldige Opfer zu erinnern und Verbrechen wider die Menschlichkeit zu brandmarken, müsste logischerweise im gleichen Maße auch an die eigenen Opfer erinnert und die furchtbaren Verbrechen an unschuldigen deutschen Menschen verurteilt werden.
Mir drängt sich hier der Verdacht auf, dass hier mit Hilfe einer neuen Erbsünde, jede Forderung des Volkes nach Selbst- und Mitbestimmung als illegitim abgetan werden soll.
ralf wünsche, Samstag, 11.Februar, 14:51 Uhr
1. kritik
es ist beschämend das man erst nach mehr als siebzig jahren zu einem solchem zentrum kommt. im übrgen sollte man sich mit einer gegenwart beschäftige, auch in münchen. denn eine bejubelung eines berliner autor , mit dessem vogetragenen biologismus, wurde doch laut einer bundesweit vertriebenen tageszeitung mit jubel empfangen.
prof. heytmeier spricht in seinen deutschen zuständen von einer verrohten bürgerlichkeit.
kommt das nicht einen historisch bekannt vor?