Kultur - Film

Begehrter Nachwuchspreis Förderpreis Neues Deutsches Kino vergeben!

Einer der wichtigsten Preise für Nachwuchsfilmemacher ist vergeben: In vier Kategorien konkurrierten zwölf Spielfilme der Reihe "Neues Deutsches Kino". Das Drama "Staub auf unseren Herzen" gewann gleich zwei Förderpreise.

Stand: 07.07.2012

Der Spielfilm "Staub auf unsere Herzen" ist der große Gewinner bei der Verleihung des "Förderpreises Neues Deutsches Kino". Das bewegende Familiendrama unter der Regie von Hanna Doose wurde mit zwei Preisen - für die beste Regie und die beste Produktion - ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist auch die BR-Koproduktion "Die Brücke am Ibar", die eine lobende Erwähnung erhielt.

Die Gewinner

Regie

Hanna Doose für "Staub auf unseren Herzen"

Staub auf unseren Herzen - Filmszene | Bild: picture-alliance/dpa

Kathi ist schon 30, alleinerziehend und hangelt sich in Berlin erfolglos von einem Casting zum nächsten. Die Beziehung zu ihrer Mutter, einer erfolgreichen Psychologin, ist schwierig. Dann taucht nach 15 Jahren Abwesenheit Kathis Vater plötzlich auf: Er will die Familie wieder zusammenbringen. Die Konfrontation mit der Vergangenheit gibt Kathi die Chance, endlich erwachsen zu werden.

Begründung der Jury

Der Preis für die beste Regie geht an Hanna Doose für die Regie in dem Film "Staub auf unseren Herzen". Hanna Doose gelingt es, mit sparsamen, aber höchst wirkungsvollen Mitteln der Schauspielerführung, Montage und Musikregie den Zuschauer zu fesseln und in die Handlung hineinzuziehen.

Filminfo

Originaltitel: Staub auf unseren Herzen (D, 2012)
Regie: Hanna Doose
Darsteller: Susanne Lothar, Stephanie Stremler, Michael Kind
Länge: 91 Min.

Drehbuch

Jan Ole Gerster für "Oh Boy"

Oh Boy - Filmszene | Bild: Filmfest München

"Oh Boy" ist das selbstironische Porträt eines jungen Mannes und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Der Film handelt von der Sehnsucht, am Leben teilzunehmen und trotz der Hindernisse einen Platz darin zu finden. In der Hauptrolle ist Tom Schilling, bekannt aus "Verschwende deine Jugend", "Elementarteilchen", "Mein Kampf" und "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" zu sehen.

Begründung der Jury

Der Preis für das beste Drehbuch geht an Jan Ole Gerster für "Oh Boy", als Anerkennung für die außerordentliche Qualität der Dialoge und die konsequente und zugleich lässige Entwicklung der Handlung.

Filminfo

Originaltitel: Oh Boy (D, 2012)
Regie: Jan Ole Gerster
Darsteller: Tom Schilling, Marc Hosemann, Friederike Kempter
Länge: 88 Min.

Schauspiel

Antonia Putiloff für "Little Thirteen"

Little Thirteen - Filmszene | Bild: X Verleih (Warner)

Sarah und ihre Freundin Charly kennen in ihrem Leben keine wirkliche Zuneigung. Stattdessen versuchen die beiden Teenager, in exzessiven körperlichen Beziehungen zu Jungs so etwas wie Liebe zu finden. Doch dann lernt Sarah im Chat Lukas kennen, der längst nicht so draufgängerisch ist wie die Typen, mit denen sie vorher etwas hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben entwickelt sie eine Sehnsucht nach einer wahren Beziehung. Aber was will Lukas – und was will Sarahs Mutter von Lukas? In seinem Diplomfilm erzählt Christian Klandt, Absolvent der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg, im dokumentarischen Stil aus dem Alltag von Jugendlichen, für die Sexualität zum Surrogat geworden ist, zu einem Pflaster für emotionale Vernachlässigung, die sich in allen Teilen der Gesellschaft findet.

Begründung der Jury

Der Preis für die beste Schauspielleistung geht an Antonia Putiloff wegen ihrer überzeugenden, differenzierten Darstellung der Charly in "Little Thirteen".

Filminfo

Originaltitel: Little Thirteen (D, 2012)
Regie: Christian Klandt
Darsteller: Muriel Wimmer, Antonia Putiloff, Joseph Bundschuh
Länge: 91 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 05. Juli 2012

Produktion

David Keitsch, Ben von Dobeneck für "Staub auf unseren Herzen"

Begründung der Jury

Der Preis für die beste Produktion geht an den Film "Staub auf unseren Herzen", der für die Jury in vieler Hinsicht der herausragende Film der Reihe "Neues Deutsches Kino" war, sowohl was den Mut des Projekts wie auch seine Realisierung betrifft. In ihm kommt zusammen, was einen gelungenen Film auszeichnet: Absicht und Umsetzung, Thema und Ästhetik, Bild und Ton, Dialog, Musik, Schauspiel, Personal – das alles verbindet sich hier zu einem entschlossenen, in sich stimmigen Werk, das sich selbst nichts schuldig bleibt und den Zuschauer mit einem Haufen bewegender Erinnerungen aus dem Kino zu entlässt.

Filminfo

Originaltitel: Staub auf unseren Herzen (D, 2012)
Regie: Hanna Doose
Darsteller: Susanne Lothar, Stephanie Stremler, Michael Kind
Länge: 91 Min.

Lobende Erwähnung

"Die Brücke am Ibar"

Szene aus "Die Brücke am Ibar" | Bild: BR/sperl productions GmbH

Die junge serbische Witwe Danica (Zrinka Cvitešić) lebt mit ihren beiden Söhnen Vlado (Andrija Nikčević) und Danilo (Miloš Mesarović) in einer serbisch-albanischen Siedlung, die der Ibar trennt. Eine Brücke stellt die einzige Verbindung zwischen den Bevölkerungsgruppen dar. Das tägliche Streben nach einer gewissen Normalität für sich und ihre Söhne findet ein jähes Ende, als sich der schwer verletzte UÇK-Soldat Haris (Mišel Matičević) in Danicas Haus rettet. Trotz der Gefahr, in die sie sich und ihre Kinder bringt, nimmt sie den hilflosen Mann bei sich auf ... und verliebt sich in ihn.

Begründung der Jury

Eine lobende Erwähnung erhält der Film "Die Brücke am Ibar" dafür, dass er sich auf Zehenspitzen, mit großer Umsicht und Liebe für den einzelnen Menschen durch das ideologische Minenfeld des Kosovo-Konflikts bewegt.

Filminfo

Originaltitel:Die Brücke am Ibar (D, 2012 )
Regie und Drehbuch: Michaela Kezele
Darsteller: Zrinka Cvitešić, Mišel Matičević, Andrija Nikčević, Milos Mesarovic, Danica Ristovski
Länge: 85 Min.

Der "Förderpreis Neues Deutsches Kino" wurde am 6. Juli vom Bayerischen Rundfunk gemeinsam mit der DZ Bank und der Bavaria Film verliehen. Er ist mit 70.000 Euro dotiert.

Am Wettbewerb nahmen automatisch alle Regisseure, Schauspieler, Drehbuchautoren und Produzenten teil, deren Spielfilme in der Reihe "Neues Deutsches Kino" auf dem Filmfest laufen, sofern es sich um ihren ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm handelt. Bei Produzenten darf es höchstens der sechste Film sein.

Das waren die Kandidaten

Regie

  • Dietrich Brüggemann für "3 Zimmer/ Küche/ Bad"
  • Hanna Doose für "Staub auf unseren Herzen"
  • Jan Ole Gerster für "Oh Boy"
  • Toke Constantin Hebbeln für "Wir wollten aufs Meer"
  • Michaela Kezele für "Die Brücke am Ibar"
  • Christian Klandt für "Little Thirteen"
  • Constanze Knoche für "Die Besucher"
  • Aron Lehmann für "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"
  • Sylvie Michel für "Die feinen Unterschiede"
  • Lola Randl für "Die Libelle und das Nashorn"
  • Franziska Schlotterer  für "Ende der Schonzeit"

Drehbuch

  • Leis Bagdach, Constanze Knoche für "Die Besucher"
  • Anna Brüggemann, Dietrich Brüggemann für "3 Zimmer/ Küche/ Bad"
  • Hanna Doose für "Staub auf unseren Herzen"
  • Jan Ole Gerster für "Oh Boy"
  • Michaela Kezele für "Die Brücke am Ibar"
  • Aron Lehmann für "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"
  • Catrin Lüth für "Little Thirteen“
  • Melissa de Raaf, Sylvie Michel für "Die feinen Unterschiede"
  • Lola Randl für "Die Libelle und das Nashorn"
  • Ronny Schalk, Toke Constantin Hebbeln für "Wir wollten aufs Meer"
  • Franziska Schlotterer, Gwendolyn Bellmann für "Ende der Schonzeit"

Schauspiel

  • Joseph Bundschuh für "Little Thirteen"
  • Jakob Diehl für "Die Besucher"
  • Anna F für "Invasion"
  • Christian Friedel für "Ende der Schonzeit"
  • David Imper für "Invasion"
  • Jan Messutat für "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"
  • Anne Müller für "Die Besucher"
  • Antonia Putiloff für "Little Thirteen"
  • Katharina Spiering für "3 Zimmer/ Küche/ Bad"
  • Anjorka Strechel für "Die Besucher"
  • Stephanie Stremler für "Staub auf unseren Herzen"
  • Bettina Stucky für "Die feinen Unterschiede"
  • Heike Trinker für "Invasion"
  • Muriel Wimmer für "Little Thirteen"

Produktion

  • Manuel Bickenbach, Alexander Bickenbach für "Wir wollten aufs Meer"
  • Christian Drewing, Philipp Homberg für "Ende der Schonzeit"
  • Frank Kaminski, Ulrich Stiehm, Miriam Klein für "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"
  • Marcos Kantis, Alexander Wadouh für "Oh Boy"
  • David Keitsch, Ben von Dobeneck für "Staub auf unseren Herzen"
  • Silvia Loinjak für "Die Besucher"
  • Andrea Schütte für "Little Thirteen"

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