Trauer Schauspielerin Doris Schade ist tot
Als Oma Slättberg in "Die wilden Hühner" wurde die Theaterschauspielerin spät noch beim jungen Publikum bekannt. Doris Schade, die schon mit Rainer Werner Fassbinder und Margarethe von Trotta gedreht hatte, ist am Montag mit 88 Jahren in München gestorben.
Geografisch hätte dieses Leben kaum bewegter sein können: geboren 1924 im thüringischen Frankenhausen, aufgewachsen in Japan und der Sowjetunion, zur Schauspielerin ausgebildet in Leipzig mit anschließenden Bühnenengagements im ganzen Land. Doris Schade hat die Republik gut kennengelernt, bevor sie ab 1977 in München sesshaft wurde, wo man sie bereits zum zweiten Mal an den Kammerspielen engagierte.
Vielgeliebte Theaterschauspielerin
Schade war zuvor schon zehn Jahre lang Teil des berühmten Ensembles unter Hans Schweikart und August Everding - von 1962 bis 1972. Seit ihrer ersten Rolle als Desdemona in "Othello" war sie der Publikumsliebling. Während sie als Theaterschauspielerin sehr gefragt und viel beschäftigt war, blieben ihre Fernsehauftritte, beispielsweise in "Derrick", eher sporadischer Natur. Ihre erste Filmrolle übernahm sie in Margarethe von Trottas "Die bleierne Zeit" als Mutter der beiden Schwestern Marianne und Juliane. Die 80er-Jahre waren filmisch vielleicht die interessantesten für Schade. Sie arbeitete noch einige Male mit von Trotta zusammen, zuletzt 2003 in "Rosenstraße", aber auch mit Rainer Werner Fassbinder in "Die Sehnsucht mit Veronika Voss" und in den 90ern mit Caroline Link in "Jenseits der Stille".
Qualität statt Quantität
Trotzdem stand sie bis ins hohe Alter immer wieder auf der Bühne. Am Vorabend ihres 80. Geburtstags hatte sie Premiere als blinder Seher Teiresias in Sophokles‘ "Antigone" an den Kammerspielen. Qualität war Schade immer wichtiger als Quantität, ehrgeizige Karrierepläne hatte sie nie. Dafür eine lebenslange Neugier auf sich selbst - wie sie guten Schauspielern zu eigen sein sollte.
Am Abend des 25. Juni 2012 ist Doris Schade im Alter von 88 Jahren friedlich im Kreis ihrer Familie in München gestorben.

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