Kultur - Film

Ausstellung Mein Kopf ist eine Bombe

Feinfühlig, wütend und doch humorvoll - das war Jörg Hube. Eva Demmelhuber erzählt im Bayerischen Feuilleton über den Mann der Widersprüche. Die Gespräche fanden im Rahmen der Ausstellung "Mein Kopf ist eine Bombe" statt.

Autor: Gloria Stenzel Stand: 08.02.2012

Von außen nach innen tauchen die Besucher in das Leben des Jörg Hube ein. Beginnend mit der Oberfläche, seinen Rollen: Von Karl Grandauer aus der „Löwengrube“ bis hin zu seiner selbst entwickelten Kabarett-Figur, dem Herzkasperl. Fotos seiner vielfältigen Rollen hängen zwischen gebogenen Spiegeln. So soll eine neue Perspektive entstehen, die Gesichter des Abgebildeten und des Betrachters verzerren. Eine erste Andeutung darauf, wie zerrissen Jörg Hube in seinem Leben oft war.

Freiraum der Anarchie

Hauptraum Austellung Monacensia

In seinen Bühnenprogrammen rechnete Jörg Hube immer wieder mit Politik und Gesellschaft ab. Das geht auch aus seinen Briefen, Skizzen und Notizen im zweiten von drei Räumen hervor, dem „Freiraum der Anarchie“. Wie quälend er wohl deren Zwänge und Regeln empfunden haben muss, machen seine Zitate an den Wänden spürbar. Sie erklingen förmlich im Raum. Aber dass Jörg Hube nicht nur voller Schmerz war, sondern auch ein heiterer Rebell, belegt der dritte Raum. Dort können die Besucher in einer Videoprojektion Ausschnitte aus seinen Filmen und Bühnenstücken ansehen.

Ausstellung Monacensia | Bild: BR/Maximilian Hofstetter zum Audio Interview mit Kuratorin Ein umfangreicher Nachlass

Als Regisseurin hat Eva Demmelhuber über viele Jahre mit Jörg Hube zusammengearbeitet. Nun hat sie sich für die Ausstellung "Mein Kopf ist eine Bombe - Jörg Hube. Ein Künstlerleben" mit seinem Nachlass auseinandergesetzt. [mehr]


Ausstellung Monacensia | Bild: BR/Maximilian Hofstetter zum Audio Interview mit Kuratorin Urbayer Jörg Hube?

Sein Publikum kannte Jörg Hube vor allem in typisch bayerischen Rollen. Als Regisseurin hat Eva Demmelhuber über viele Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Was macht das Ur-Bayerische in Jörg Hube aus? [mehr]

Die Exponate der Ausstellung stammen aus dem umfangreichen Nachlass Jörg Hubes. In liebevoller Arbeit hat sich die Kuratorin Eva Demmelhuber mit den Unmengen an Zetteln, Notizen, Kritzeleien und Briefen auseinandergesetzt. Als Regisseurin und Autorin hat sie über viele Jahre immer wieder mit Jörg Hube zusammengearbeitet. Ihr Ziel war es, ein Gesamtbild seiner Persönlichkeit zu vermitteln. Nicht einfach, unter so viel Vergangenheit eine Auswahl zu treffen. Viele Dokumente sind ihr mit der Zeit ans Herz gewachsen. "Ich glaube, es ist nichts in der Ausstellung, was nicht mein Lieblingsstück wäre.", so Demmelhuber.

Infos

Die Ausstellung „Mein Kopf ist eine Bombe – Jörg Hube. Ein Künstlerleben“ ist
vom 9. Dezember 2011 bis zum 8. Juni 2012 im Literaturarchiv der Münchner Stadtbibliothek, der Monacensia, zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint im Münchner LangenMüller Verlag das Buch
"Jörg Hube. Herzkasperls Biograffl. Ein Künstlerleben" von Eva Demmelhuber.
ISBN: 978-3-7844-3276-2