Zwei Kultfiguren der Augsburger Puppenkiste - Jim Knopf (vorn) und Lukas der Lokomotivführer - ...
Augsburger Puppenkiste Als die Kiste in die Glotze kam
Sie beherbergt viele große Stars wie Lukas den Lokomotivführer, Urmel, Jim Knopf und natürlich den Kasperl. Vor 60 Jahren gingen die Marionetten der Augsburger Puppenkiste erstmals im Fernsehen auf Sendung - live.
Der Kasperl ist ein Mann der ersten Stunde. Er war dabei, als am 26. Februar 1948 die Augsburger Puppenkiste mit dem Märchen vom gestiefelten Kater ihr Marionettentheater eröffnete. Schon allein aus diesem Grund ist er aus der Puppenkiste auch nicht wegzudenken. Zusammen mit den berühmten Kistendeckeln ist er das Markenzeichen schlechthin der Augsburger Marionettenbühne.
Alles aus einer Kiste
Warum aber "Puppenkiste" und nicht "Marionettentheater"? Die Idee für ein mobiles "Theater in der Kiste" kam Puppenkisten-Vater Walter Oehmichen als er während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich stationiert war. In einer Schule in Calais entdeckte er ein kleines Puppenspiel und hielt damit seine Kameraden bei Laune. Wieder in Deutschland zurück, setzte er seine Idee in die Tat um und schuf den "Puppenschrein": eine kleine Bühne, die in einem Türrahmen aufgebaut werden konnte. In der Nacht zum 26. Februar 1944 wurde dieser Puppenschrein bei einem Bombenangriff auf Augsburg zerstört.
Oehmichen lies sich davon nicht entmutigen. Im ehemaligen Heilig-Geist-Spital fand er eine neue Spielstätte. Auf den Tag genau vier Jahre nach der Zerstörung seines Puppenschreins eröffnete er hier die "Augsburger Puppenkiste", die er so nannte, weil das neue Marionettentheater komplett in eine Kiste passen sollte, sodass man es leichter transportieren könnte.
Aus der Kiste in den Kasten
Wieder im TV
Walter Oehmichens Puppenkiste war ein durchschlagender Erfolg. Auch heute noch sind die Aufführungen ständig ausverkauft. Das Marionettentheater ist bis weit über Augsburg und Bayern hinaus bekannt. Denn 1952 wurde die Puppenkiste für das Fernsehen entdeckt und am 21. Januar 1953 flimmerte "Peter und der Wolf" über die deutschen Mattscheiben - damals noch in schwarz-weiß. Später wurde die Puppenkiste natürlich auch farbig. Millionen von Kindern lieben auch heute noch Figuren wie die Mumins, Jim Knopf und Lukas, Urmel, Schlupp, den kleinen König Kalle Wirsch oder den Kater Mikesch. Mit "Monty Spinnerratz" schaffte die Puppenkiste 1997 den Sprung auf die Kinoleinwand und mit Ralphi dem Schlaubären ist sie bei BR-alpha vertreten.
Bis heute eine Familienkiste
Geführt wird die Augsburger Puppenkiste heute von Klaus Marschall, dem Enkel von Walter Oehmichen. Auch die Marionetten werden nach wie vor von einem Familienmitglied hergestellt: von Klaus Marschalls Bruder Jürgen.
Sonderausstellung
Die Ausstellung "60 Jahre Puppentheater im Kinderprogramm" ist bis zum 5. Mai 2013 im Augsburger Puppentheatermuseum zu sehen.

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