Bayern

Bayerischer Wettbewerb Die Grandseigneurs der Melkmaschine

Bevor die Milch den Bauernhof verlässt, ist viel Können gefragt. Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat die besten Melker Bayerns gesucht. Wer am besten in dem dreitägigen Wettbewerb in Kempten abgeschnitten hat, erfahren Sie hier.

Stand: 24.02.2012
Landesmelkwettbewerb in Kempten - Test des Milch-Zellgehalts | Bild: BR/Waldmüller

So idyllisch wie auf der Alm, wo eine Sennerin von Hand ein paar Kühe melkt, geht es im täglichen Leben der Landwirte nicht zu. Milchbauern sind Lebensmittelerzeuger, die von der Fütterung über den Umgang mit Technik bis hin zu Agararpolitik Bescheid wissen müssen.

35 Fragen an die jungen Landwirte

Was ist der Spitalhof?

Der Spitalhof in Kempten ist ein Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung und Grünland. Er gehört zur Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Entsprechend umfangreich ist der Fragebogen für die Teilnehmer des Landesmelkwettbewerbs, der im Kemptener Spitalhof ausgetragen wurde. Wie läuft die Milchbildung ab? Wie funktioniert eine Melkanalge - inklusive Reinigung und Desinfektion? Was ist bei der Züchtung zu beachten? Die zehn jungen Landwirte und fünf junge Bäuerinnen, die am Wettbewerb teilnahmen, hatten insgesamt 35 Fragen zu beantworten und sich praktisch zu beweisen.

Die drei besten Melker

Am 24. Februar stand fest: Der beste Melker des 32. Landesentscheids des Spitalhos Kempten ist Joseph Birk. Der Mann aus dem Vilgersthofener Ortsteil Stadl im Landkreis Landsberg siegte souverän mit 145,5 Punkten. Auf den Plätzen folgten Michael Ippisch Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf (136,5 Punkte) und knapp dahinter Johannes Haunerdinger aus Laufen im Landkreis Berchtesgadener Land (136,0).

Sie dürfen im April am Bundesmelkwettbewerb der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) für den landwirtschaftlichen Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen teilnehmen.

Zehn Kühe müssen gemolken werden

Carsten Antholz, einer von drei Prüfern beim Praxistest im Melkstand, nimmt die Zeit.

Der Praxistest erfolgte an der Melkmaschine mit jeweils zehn Kühen. Und das begann mit dem kurzen Vorwegmelken per Hand, dem Säubern und Ansetzen der Maschine. Nach dem Melken mussten die Kandidaten noch den sogenannten Schalmtest durchführen. "Wenn das Kuheuter entzündet ist, bilden sich weiße Blutkörperchen, die man über die Milch nachweisen kann", erklärte Carsten Antholz, Fachleher am Spitalhof und Preisrichter. Denn auch mit Eutergesundheit mussten sich die angehenden Landwirte auskennen.