Flossenbürg KZ-Gedenkstätte erinnert an Vittore Bocchetta
Der italienische Maler und ehemalige KZ-Häftling Vittore Bocchetta steht im Zentrum einer Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in der Oberpfalz.
Bis einschließlich 13. April werden Ölgemälde und Zeichnungen gezeigt, in denen sich Bocchetta auch mit seinen Erfahrungen in der Lagerhaft auseinandersetzt. Der heute 93 Jahre alte Bocchetta war als Widerstandskämpfer 1944 bis 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg und später im Außenlager Hersbruck inhaftier. Nach dem Krieg lebte er mehr als 40 Jahre lang in Amerika und kehrte erst 1992 nach Italien zurück.
93-jähriger Künstler bei der Vernissage anwesend
Bei der Eröffnung der Austellung am Dienstagabend (24.1.) war Bocchetta trotz seines hohen Alters anwesend. In seiner auf italienisch gehaltenen Rede sprach er davon, dass es ihm nicht gelingen werde, sich nur im Wort an das Leid der Deportierten in die KZ's von Flossenbürg und Hersbruck zu erinnern.
"Ich könnte vielleicht zurückkehren, um in einem Alptraum die tödliche Stille, das Fehlen der Farben und die Blässe der Haut der sterbenden Personen nochmal zu durchleben. So habe ich, wie die ersten Menschen in den Steinen der Höhlen, versucht, die Zeichen meiner Erinnerung auf Papier zu ritzen."
(KZ-Häftling Vittore Bocchetta)
Im Zentrum der Ausstellung mit knapp 40 Arbeiten werden überwiegend Zeichnungen stehen. Daneben werden elf Ölgemälde und vier Skulpturen gezeigt, die sich mit Grenzerfahrungen menschlicher Existenz befassen. Der 93-jährige in Verona lebende Künstler arbeitete in Flossenbürg unter schwersten Bedingungen in der Rüstungsproduktion.
Im Frühjahr 1945 gelang ihm die Flucht auf dem sogenannten Todesmarsch. In der Nachkriegszeit wanderte er nach Südamerika aus. Zwei seiner in Flossenbürg präsentieren Werke stellten einen Zusammenhang mit seiner Haftzeit im Konzentrationslager und dem Außenlager Hersbruck dar. Das Ölgemälde "Die Duschen" sei ein Geschenk Bocchettas an die KZ-Gedenkstätte und stellt das entwürdigende Eingangsritual im Lager dar.
Die Bronzeskulptur "Ohne Namen" zeigt die stark verkleinerte Version einer Skulptur, die 2007 zur Erinnerung an die Opfer auf dem ehemaligen Außenlagergelände Hersbruck aufgestellt wurde. Die Ausstellung entstand unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Arbeiten Bocchettas waren dort zuvor zu sehen.

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