Sparpläne des Pentagon US-Abzug aus Grafenwöhr offenbar fix
Lange ist spekuliert worden, jetzt scheint der Abzug einer US-Brigade aus Grafenwöhr festzustehen. In der Region herrscht große Sorge.
Nach einer Internet-Veröffentlichung des US-Verteidigungsministeriums sollen zwei schwere Brigaden aus Europa abgezogen werden, darunter auch die 172. US-Infanteriebrigade in Grafenwöhr. In Grafenwöhr bangen die Menschen um die wirtschaftliche Zukunft der Region.
"Es trifft uns hart, wenn eine Brigade weggeht - auch wirtschaftlich."
(Bürgermeister Hellmuth Wächter, Grafenwöhr)
Keine automatische Schließung
Die Umorganisation der US-Streitkräfte hat jedoch nicht automatisch die Schließung zur Folge. Der Vorsitzende des Betriebsrats der Garnison, Klaus Lehl, sagte dem Bayerischen Rundfunk, der Abzug der 172. Infanteriebrigade habe erhebliche Folgen für die Wirtschaft, vor allem für die Arbeitsplätze und die Kaufkraft der ganzen nördlichen Oberpfalz. Insgesamt verlassen mit der Brigade rund 4.000 Soldaten und deren Familienangehörige die Oberpfalz. Als Ersatz kommen Soldaten der US-Armee und anderer Armeen nach Grafenwöhr, die hier zeitlich begrenzt Übungen absolvieren, und deshalb ohne ihre Familien hier leben. Wörtlich ergänzte Lehl zur Lage der Garnison
"Von der Auflösung bedroht, das kann man nicht sagen, aber den Abzug der 172. Infanteriebrigade kann man nur sehr, sehr schwer kompensieren."
Vorsitzende des Betriebsrats der Garnison, Klaus Lehl
Lehl sprach davon, der noch nicht einmal bestätigte Ersatz für die 172. Infanteriebrigade streue den Menschen in der Oberpfalz "Sand in die Augen". Die Ersatzeinheiten anstelle der Infanteriebrigade machten deren Verlust nicht wett. Genau beziffern lasse sich der Verlust an Soldaten, Arbeitsplätzen in der Zivilverwaltung und bei der Kaufkraft aber noch nicht.

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