Grußformeln Schülervereinigung gegen Bevormundung
Wie weit darf Dialektpflege an Schulen gehen? Diese Frage wird heiß diskutiert, seit eine Passauer Rektorin das "Tschüss" von ihrer Schule verbannen will. Nun meldet sich die Landesschülervereinigung zu Wort.
Die offizielle Vertretung der bayerischen Schüler sieht in dem Vorgehen der Passauer Rektorin Petra Seibert einen Eingriff in die Erziehung des demokratischen Grundverständnisses. Sie verurteilen das Verbot von "Hallo" und "Tschüss" an der Passauer St. Nikola-Schule als nicht zeitgemäß. Die Schüler vermuten, es gehe nicht nur um Respekt und Tradition, sondern auch darum, den generationsbedingten Wandel abzulehnen.
Es darf gegrüßt werden
Der Gruß der höheren Ebene
Ein Schild, das die Schule zur Tschüss-freien Zone erklärt, ziert den Aushang: "Über ein 'Grüß Gott' und ein freundliches 'Auf Wiedersehen' freuen wir uns jedoch jederzeit." Die Grußvorschrift an ihrer Schule begründet die Rektorin nicht mit Dialektpflege, sondern damit, dass sie den Schülern höfliches und korrektes Verhalten beibringen will:
"Es geht darum, dass man ganz bewusst als Jugendlicher auch daran denkt, dass es verschiedene Ebenen gibt. Gegenüber Lehrern, und später Vorgesetzten, ist 'Hallo' nicht passend."
Petra Seibert, Rektorin der Grund- und Mittelschule St. Nikola in Passau
Das wiederum empfinden die Schülervertreter als respektlos und fordern eine Aufhebung des Verbotes. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sieht das nicht so. Er sagte der Passauer Neuen Presse, es mache pädagogisch Sinn, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu überlegen, welche Grußformel jeweils passend sei. Allerdings solle man auch kein Dogma aus der Begrüßung machen.

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