Bayern - Kult & Brauch


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Maibaum Wahres und Kurioses

Den Maibaumkult gibt es mindestens schon seit dem 13. Jahrhundert, wenn nicht sogar länger. Da sammelt sich einiges an Geschichte an. Wir haben alles Wissenswerte und Anekdoten rund um das Thema Maibaum für Sie gesammelt.

Von: Henry Lai Stand: 30.04.2013
Maibaum der Schwulen und Lesben | Bild: BR/Max Hofstetter

Wer sich nicht mit dem Thema Maibaum auseinander gesetzt hat, dem stellen sich am 1. Mai oft zahlreiche Fragen. Was ist ein Maibaum überhaupt? Wozu werden sie aufgestellt und warum werden neue Bäume regelmäßig von Maibaumdieben stibitzt?

Was man wissen sollte

  • Ein Maibaum ist ein Baum, der vor dem Aufstellen komplett von Ästen und Rinde befreit worden ist. Er ist gerade gewachsen, mindestens 30 Meter hoch und weiß-blau bemalt. Maibäume werden gewöhnlich am 1. Mai aufgestellt.
  • Woher der Brauch stammt, ist zwar nicht genau geklärt, wohl aber seine Bedeutung: Der Maibaum gilt als Zeichen der Fruchtbarkeit.
  • Mindestens stehen die Bäume ein Jahr, maximal jedoch fünf Jahre. Dann kann ihre Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet werden – außerdem sehen sie dann auch nicht mehr so schön aus.
  • Ein Baum wiegt oft mehrere Tonnen. Dennoch werden sie üblicherweise von Hand oder mit Hilfe von sogenannten Schwaiberln aufgestellt. Heutzutage kommt es aber auch immer öfter vor, dass Maibäume mit einem Kran aufgerichtet werden.
  • Zwischen benachbarten Dörfern herrscht oft ein regelrechter "Krieg", wenn es darum geht, sich gegenseitig die Maibäume zu klauen. Natürlich nur zum Spaß, Gewalt wird beim Maibaumklau nicht angewendet.
  • Ist der Baum tatsächlich weg, löst ihn das beklaute Dorf wieder aus – üblich sind Bier und Brotzeit.

Wie jeder Kult hat auch der Maibaumkult seine kuriosen Seiten und lustigen Anekdoten.

Komisches und Kurioses

  • Können Maibäume schwul sein? Der Baum im Münchner Glockenbachviertel, das schwul-lesbische Stadtviertel der Landeshauptstadt, scheinbar schon. Zwölf Meter lang steht das "rosa Stangerl" - obwohl es weiß-blau angemalt ist - für die Vielfalt des Viertels und wird deshalb auch als Integrationsbaum bezeichnet.
  • Der mit Sicherheit höchstgelegene Maibaum der Welt steht auf der Zugspitze in 2.600 Metern Höhe.
  • Den wohl gewagtesten Maibaumklau wagten 2004 vier Senioren. Per Hubschrauber klauten sie den Maibaum auf der Zugspitze und forderten als Erlös Saisonkarten und freie Kost im Restaurant. Letztendlich haben sie aber "nur" 150 Brotzeiten und 100 Halbe Bier bekommen.
  • Nur alle 50 Jahre feiert das Dörfchen Niclasreuth im Landkreis Ebersberg seine Maibaumaufstellung: im Jahr 1909, 1959 und 2009. Das ist nicht wirklich häufig. Doch mit knapp 200 Einwohnern scheut der Ort den großen Aufwand.
  • Der Schandbaum ist entgegen jeder Tradition schwarz angemalt, mit Hühnerfedern verziert. Er soll an eine Schandtat erinnern: einen gestohlenen Maibaum, der nicht wie es Brauch ist, frei gekauft wurde. Ein solches Brauchtumsstangerl wurde beispielsweise im Jahr 2009 in Thonstetten bei Moosburg aufgestellt.

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