Highlight 2012: Eine Gams
Bergfeuer in den Alpen Zugspitze in Flammen
Jedes Jahr um die Zeit der Sommersonnenwende wird die Tiroler Seite der Zugspitze zur gigantischen Leinwand für feurige Bilder. Nach Einbruch der Dunkelheit bringen 8.000 einzelne Feuerstellen die Alpenlandschaft zum Leuchten.
Das feurige Spektakel ist heuer am Samstag, 23. Juni in der "Tiroler Zugspitz Arena" zu sehen, einem Talkessel zwischen den österreichischen Orten Ehrwald, Lermoos und Biberwier.
Leuchtende Kreuze, flammende Steinböcke
Wenn die Dämmerung hereinbricht, erscheinen funkelnde Lichterketten auf Bergkämmen, leuchtende Kreuze, brennende Steinböcke und andere Symbolfiguren. Die besondere Lage des Talkessels ermöglicht einen Rundumblick auf die brennenden Felswände von Zugspitze, Grubigstein, Marienberg und Sonnenspitze.
Geografische Lage der Bergfeuer
Beste Sicht von Biberwier, Ehrwald und Lermoos
Die "Tiroler Zugspitz Arena"
Die Tiroler Zugspitz Arena liegt auf der österreichischen Seite der Zugspitze, eingebettet zwischen der Zugspitze im Norden und der Mieminger Kette sowie dem Wettersteingebirge im Süden. Sie umfasst die Orte Ehrwald, Lermoos, Berwang, Bichlbach, Biberwier, Heiterwang am See, Lähn-Wengle und Namlos. Die beste Sicht hat man von Ehrwald, Biberwier und Lermoos.
Schon Monate vor dem Spektakel beginnt die Planung für die mehr als 300 Feuerkünstler. Nach einer sorgfältigen Vermessung der Felswände am Berg werden die Motive entworfen. Bis zu 700 Säcke pro Bergfeuer, befüllt mit Sägemehl und Rapsöl, müssen auf die Berge getragen und entsprechend angeordnet werden. Schließlich sollen die Zuschauer vom Tal aus die Feuerkunst gut erkennen können. Dabei ist bergsteigerisches Können gefragt: Die Säcke werden in einer Höhe von bis zu 2.000 Metern verankert. Gegen 22 Uhr, wenn es dunkel wird am Berg, werden die Feuerstellen entzündet.
Wechselhafte Geschichte der Bergfeuerzeichen
Die Geschichte der Ehrwalder Bergfeuer lässt sich bis Anfang des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Während der Tiroler Freiheitsbewegung wurde mit der Errichtung von sogenannten Kreidefeuern an weithin sichtbaren Plätzen vor dem herannahenden Feind gewarnt. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1940er Jahre wurden die Sonnwendfeuer zum germanischen Kulturgut hochstilisiert. Um 1950 war die Unabhängigkeit Südtirols Thema der Bergfeuerzeichen. Die Ehrwalder Bergfeuer gehen in der jetzigen Tradition auf das Jahr 1948 zurück, als anlässlich der Glockenweihe in Ehrwald erstmals nach dem Krieg wieder Feuerzeichen leuchteten. Die leuchtenden Feuer-Skulpturen wurden 2010 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe Österreichs ernannt.

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