Wie viel "Orient" darf es sein?
Rund 2.600 Moscheen gibt es in Deutschland, an die 400 in Bayern. Doch man sieht sie nicht. Oder erkennt sie nicht. Entweder haben sie den Schick einer Lagerhalle, was manche in der Tat früher waren. Oder sie fristen ein in den Hinterhof und ins Gewerbegebiet am Stadtrand verbanntes Dasein. Touristen, die in Istanbul waren, schwärmen gern von der Schönheit der Blauen Moschee. Wenn es um Kuppeln und Minarette in der eigenen Nachbarschaft geht, ist es mit der Begeisterung schnell vorbei. Die im Grundgesetz verbriefte Religionsfreiheit erlaubt den Bau von Moscheen. Steht aber einer an, droht Krach mit Nicht-Muslimen.
Am Minarett scheiden sich die Geister
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Moschee-Bauten stehen in der Tat seit den 1990er-Jahren vermehrt an. Rund 300.000 Muslime leben laut Innenministerium in Bayern. Nicht alle sind gläubig, aber - längst keine "Gastarbeiter" mehr - wollen sie heraus aus der Anonymität und würdige Gebetshäuser bauen. Der Krach? Hat immer dieselben Gründe: die Moschee sei zu groß, zu zentral, ein "orientalischer" Bau ein "Fremdkörper", das Stadtbild in Gefahr.
Innovative Architektur
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Notorischer Knackpunkt sind die Minarette, wie ein Referendum in der Schweiz gezeigt hat. Speziell deren Höhe wird schnell zum Problem - vor allem wenn sie Kirchtürmen "Konkurrenz" machen, wie in München-Sendling. Andererseits ist es nicht in jedem islamischen Staat unbedingt bestens um die Toleranz bestellt, wenn es um den Bau christlicher Kirchen geht. Integration inklusive Moschee kann aber auch relativ reibungsfrei funktionieren. Ingolstadt oder Karlstadt am Main haben das gezeigt - und besonders das oberbayerische Penzberg, das in der Architektur ganz neue Wege ging.

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