Blick in die Ausstellung "Täglich frisch!" im Münchner Stadtmuseum: Frisches Obst und Gemüse hat hier allerdings keinen Platz - das Museum füllt Kisten und Regale stattdessen mit Fotoware.
100 Jahre Großmarkthalle "Täglich frisch!" im Stadtmuseum
München hat eine Hundertjährige mehr: die Großmarkthalle im Stadtteil Sendling. Am 14. Februar 1912 wurde sie eröffnet. Der 100. Geburtstag wird bis Juli mit einer Ausstellung im Stadtmuseum gefeiert. Der Titel der Schau: "Täglich frisch!"
Auf rund 800 Quadratmetern dreht sich die Ausstellung um die Frage "Wie ernährt sich eine Großstadt?" Lange vor der Großmarkthalle gab es in München die alten Marktplätze Viktualienmarkt und Schrannenhalle, dann kamen die beiden Weltkriege mit Lebensmittelrationierung und Schwarzmarkt, mit dem Wirtschaftswunder änderte sich die Versorgung der Münchner grundlegend. Heute ist die Großmarkthalle nach Paris und Barcelona der größte Umschlagplatz für Obst und Gemüse in Europa.
Infos
Die Ausstellung "Täglich frisch!" läuft bis zum 15. Juli im Münchner Stadtmuseum. Das Bayerische Fernsehen zeigt ab 26. Februar die vierteilige Doku-Reihe "Geschichten aus der Großmarkthalle" (jeweils sonntags, 15.00 Uhr).
Diese Entwicklung wird mit Objekten, Bildern und Filmen veranschaulicht. Ein Highlight ist die Installation der Videokünstlerin Betty Mü, die sich mit dem Thema "Essen und Lifestyle" beschäftigt hat. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Besucher ihren Apfel nach der Besichtigung anders essen", sagte Ursula Eymold, die maßgeblich für die Ausstellung verantwortlich ist, beim Presserundgang.
Selbst die meisten Münchner kennen die Markthalle nur von außen. Dabei schreibt sie seit dem 14. Februar 1912 Stadtgeschichte. Rund 300 Firmen haben auf dem Gelände ihren Firmensitz, mehr als 3.000 Menschen - von der 27-Jährigen bis zur 90-Jährigen - arbeiten hier. Es wird gefeilscht, geschimpft und gelacht. Die Großmarkthalle ist ein Kosmos für sich, der frühmorgens, wenn die meisten Münchner noch tief und fest schlafen, zum Leben erwacht.
Den "Bauch von München" zwickt's
Allerdings ist der "Bauch von München", wie das 300.000 Quadratmeter große Gelände in unmittelbarer Nähe der Isar auch genannt wird, altersschwach. Die Hallen müssten grundlegend saniert werden. Die Kosten dafür werden auf rund 125 Millionen Euro geschätzt. Über die Frage, ob der Großmarkt saniert oder besser gleich neu gebaut wird, will der Stadtrat Ende des Jahres entscheiden.

Wetter

