Die Landesausstellung 2012 hat ein grenzübergreifendes Thema: die Geschichte von Bayern und Österreich. Die Schau "Verbündet - Verfeindet - Verschwägert" findet ab heute gleichzeitig an drei Orten statt: im bayerischen Burghausen (Bild) und jenseits der Grenze in Braunau und Mattighofen.
Ungleiche Brüder: Bayern und Österreich
Es ist ein bisschen wie der Kampf zwischen Ewings und Barnes, zwischen Carringtons und Colbys. Nur dass der Schauplatz keine amerikanische Ölmetropole ist, sondern der Nordrand der Alpen. Die Familien hier heißen: Wittelsbach und Habsburg.
Der Plot der bis 4. November dauernden Landesausstellung: Vor langer Zeit - genauer: im frühen Mittelalter - gehört das ganze schöne Land und noch einiges mehr den heute halb vergessenen Sighardingern und ihren Nachfolgern, den Wittelsbachern, die stolz genug sind, ihre Abstammung auf die Trojaner zurückzuführen. Von Österreich hat damals noch niemand gehört: Der Name taucht erstmals auf, als Kaiser Otto III. dem Bischof von Freising 966 ein Stück Land im Osten schenkt.
Pech für die Wittelsbacher, dass in dieser Gegend 300 Jahre später diese andere Familie auftaucht, sich festsetzt, Macht anfrisst und genug Geschick an den Tag legt, um von 1438 an fast alle deutschen Kaiser zu stellen. Klar, dass sowas für ausreichend Konfliktstoff sorgt, um Jahrhunderte später eine opulente Geschichtschau zu bestücken: "Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich". Nach der Abdankung der Herrscherfamilien ist das Verhältnis der streitbaren Bergvölker jetzt so gut, dass sie gemeinsam Rückschau halten - und das an drei Orten.
Eine Ausstellung, zwei Länder, drei Standorte
Info: Der lange Sommer der Grenzüberschreitung
Die Landesausstellung findet an drei Orten gleichzeitig statt: Auf österreichischer Seite werden Schloss Mattighofen im Innviertel und Stift Ranshofen in der Grenzstadt Braunau die Beziehung in der Neuzeit abdecken, das bayerische Burghausen reist zurück ins Mittelalter. Und weil der Besuch aller drei Ausstellungen an einem Tag nur für Frühaufsteher mit Marathon-Kondition zu empfehlen ist, haben sich die Macher etwas Besonderes ausgedacht: Das Ticket gilt nicht nur für alle Schauplätze, sondern auch für die gesamte Dauer der Ausstellung vom 27. April bis zum 4. November.

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