Musik-Revue "Die schrillen 80er"
Neben temperamentvollen Gardetänzen bei jedem Faschingsball das Highlight: Rund 50 Gaudianer-Stars und -Sternchen inszenieren eine Mitternachts-Show im Stil der "schrillen 80er".
Fasching und Fastnacht Gaudianer, Kötzer und Dachdorfer Narren
Sie verbrennen den "Nele", beerdigen ihren Prinzen oder rufen "Gaudi, Gaudi!". Mit welchen Bräuchen sie in der "Fünften Jahreszeit" das Zepter schwingen, zeigen drei Vereine aus drei ganz verschiedenen Regionen Bayerns.
Die Gaudianer aus Ruhstorf a.d. Rott in Niederbayern
Die Marktgemeinde Ruhstorf a.d. Rott mit rund 7.000 Einwohnern ist die Heimat des Faschingsvereins "Gaudianer e.V." und liegt im Landkreis Passau im unteren Rott- und Inntal.
Fragen an die Gaudianer
Frage 1
Wie kamen die Gaudianer zu ihrem Namen?
Bei der Vereinsgründung Mitte der sechziger Jahre wollten unsere Gründungsväter keinesfalls die rheinischen Karnevals-Jecken kopieren, sondern vielmehr für die heimische Rottaler Bevölkerung eine bodenständige boarische Faschingsgaudi inszenieren. Diese Absicht sollte auch mit einem volkstümlichen Vereinsnamen deutlich zum Ausdruck kommen, wobei schließlich bei jemandem der Geistesblitz "Gaudianer" zündete.
Frage 2
Wie heißt die Närrische Zeit in der Region?
Fasching
Frage 3
Wie lautet der "Narrenruf"?
"Ruhstorf – Gaudi, gaudi"
Frage 4
Wie ist der Verein organisiert?
Unser Verein umfasst derzeit 420 eingetragene Mitglieder, die alljährlich in schriftlicher Form den Präsidenten, das Präsidium und den Elferrat wählen, insgesamt also rund 30 Funktionäre und -innen. Dieses Gremium trifft letztlich relevante Entscheidungen, die häufig auch aus Mitgliedsvorschlägen resultieren.
Frage 5
Welches sind die Höhepunkte des Faschings?
Die Faschingssession eröffnet die Hofball-Gala mit etwa 1.000 Gästen. Ein absoluter Kracher ist am Ende des Faschings der legendäre Lumpenball mit weit über 2.000 maskierten Besuchern. Am Faschingssamstag zieht überdies ein riesiger "Gaudiwurm" mit rund 80 bis 90 Gruppen und Wägen, sechs Faschingsgesellschaften und sechs Musikkapellen durch das Marktzentrum. Den absoluten Höhepunkt jeder Veranstaltung in der Niederbayernhalle bildet eine selbst inszenierte Mitternachts-Revue zum alljährlichen Saisonmotto, also heuer: "Vokuhila küsst Dauerwelle – die schrillen 80er".
Frage 6
Was ist das Besondere des Vereins?
Viele andere Faschingsvereine, die alle paar Jahre bei großen internationalen Gardetreffen mit weit über 2.000 Besuchern in Ruhstorf vorbeischauen, beneiden die Gaudianer um ihre riesige Niederbayernhalle mit erfreulich großem Publikumszuspruch. Daraus resultieren wieder ansehnliche Einkünfte, die allerdings zur Bestreitung hoher Investitionssummen für Gardekostüme oder Spitzenbands auch dringend erforderlich sind.
Frage 7
Welcher regionale Brauch wird heute noch gepflegt?
Faschingsbräuche nach überliefertem Rottaler Zuschnitt gibt’s in unserer publikumsorientierten Programmgestaltung leider nur noch wenig. Im Vordergrund steht dabei etwa noch die Maskenprämierung beim Lumpenball für die schönste, originellste, gräuslichste oder schrillste Verkleidung.
Die Kötzer Narren aus der Gemeinde Kötz in Schwaben
Das etwa 3.000 Seelen zählende Kötz ist die Wirkungsstätte vom "Kötzer Narren Club e.V." und im Landreis Günzburg zu finden.
Fragen an die Kötzer Narren
Frage 1
Wie kamen die Kötzer Narren zu ihrem Namen?
Weil der Sitz des Vereins Kötzer Narren-Club (KNC) in Kötz ist und als Hauptaufgabe hat, das närrische Brauchtum zu pflegen und fortzuführen.
Frage 2
Wie heißt die Närrische Zeit in der Region?
Fasching oder Fastnacht (umgangssprachlich hauptsächlich Fasching)
Frage 3
Wie lautet der "Narrenruf"?
"Hio!"
Frage 4
Wie ist der Verein organisiert?
Wir sind ein eingetragener Verein mit elfköpfiger Vorstandschaft, Satzung, Vereinsheim und allem, was dazugehört. Der Vorstand trifft nach Abstimmung Entscheidungen und plant sämtliche Veranstaltungen.
Frage 5
Welches sind die Höhepunkte des Faschings?
Der Höhepunkt ist natürlich der Kötzer Umzug, der zu den schönsten der Region zählt. Weitere Höhepunkte sind unsere Prunk-und Fremdensitzung, zu der auch schon viele Stargäste aus Funk-und Fernsehen aufgetreten sind, sowie der Rosenmontagsball in der Günzhalle Kötz.
Frage 6
Was ist das Besondere des Vereins?
Das besondere des KNC ist, dass wir wie eine große Familie sind und sehr viel Wert auf Tradition, Kontinuität und besonders auf die Jugendarbeit legen
Frage 7
Welcher regionale Brauch wird noch heute gepflegt?
Das Brauchtum des "Neleverbrennens" am Abend des Faschingsdienstags: Dabei wird der ganz in Schwarz gekleidete Prinz als "Nele" mit einem Leiterwagen unter Zurufen wie "Zündet ihn an" oder "Brennen soll er" durch den Ort gezogen. Danach wird er unauffällig durch eine mit Stroh und Böllern gefüllte Puppe ausgetauscht, an einen Galgen gehängt und symbolisch für den Fasching bzw. die Fastnacht verbrannt. Mit dem Nele endet die Närrische Zeit.
Die Dachdorfer Narren aus Giebelstadt in Unterfranken
Giebelstadt ist eine Marktgemeinde im Landkreis Würzburg, hat etwa 5.000 Einwohner und die in der "Karnevalsgesellschaft Giebelstadt 1956 e.V." vereinten Dachdorfer Narren.
Fragen an die Dachdorfer Narren
Frage 1
Wie kamen die Dachdorfer Narren zu ihrem Namen?
Unser Verein heißt eigentlich Karnevalsgesellschaft Giebelstadt 1956. Da das aber ziemlich ernst klingt, haben wir Giebelstadt in Dachdorf umbenannt – Giebel wie Dach und Stadt wie Dorf.
Frage 2
Wie heißt die Närrische Zeit in der Region?
Fastnacht
Frage 3
Wie lautet der "Narrenruf"?
"Dachdorf – Helau!"
Frage 4
Wie ist der Verein organisiert?
Wir sind ein gut sortiertes Präsidium bei dem jeder seine Aufgaben hat. Gemeinsam sind wir stark.
Frage 5
Welches sind die Höhepunkte des Faschings?
Die große Prunksitzung am Faschingssamstag und der Faschingszug mit Fastnachtstreiben am Faschingsdienstag.
Frage 6
Was ist das Besondere des Vereins?
Wir bestehen bereits seit 1956, haben ein gutes Männerballett und super Garden von klein bis groß und wir stellen seit 56 Jahren immer ein Prinzenpaar.
Frage 7
Welcher regionale Brauch wird heute noch gepflegt?
Traditionell wird bei uns die Fastnacht am Faschingsdienstag im Wirtshaus symbolisch beerdigt. Um Mitternacht verkleiden sich der Sitzungspräsident als Pfarrer und die Elferräte als Nonnen und Ministranten. Der Prinz wird auf einen Tisch gelegt und sein Gesicht mit Mehl bestäubt, die Prinzessin weint und das Gefolge trauert. Dann wird der aufgebahrte Prinz vor die Tür getragen. Er kommt ohne Prinzenrobe wieder rein und ist ab dann kein Prinz mehr.

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