Müller-Brot Minister nimmt Behörden in Schutz
Im Hygieneskandal um Müller-Brot hat Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) im Landtag die Behörden in Schutz genommen. Es habe kein Kontrolldefizit der Behörden gegeben, sondern ein verantwortungsloses Verhalten des Unternehmens.
Da keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestanden habe, sei die Öffentlichkeit nicht früher informiert worden, sagte Huber im zuständigen Ausschuss des Landtags. Dem Fortbestand des Betriebs sei Priorität eingeräumt worden. Wegen Verunreinigungen und massivem Schädlingsbefall werden bei Müller-Brot seit mehr als zwei Wochen keine Backwaren mehr hergestelllt. Huber wehrte sich insbesondere gegen den Vorwurf, die Öffentlichkeit sei zu spät informiert worden. Es müsse zwischen der Information der Verbraucher und dem Fortbestand des Betriebs und der Arbeitsplätze abgewogen werden.
"Wenn keine Gesundheitsgefahr besteht, kann eine Information der Öffentlichkeit nur nach strenger Güterabwägung erfolgen."
Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU)
"Wulffen Sie doch nicht rum"
SPD, Grüne und Freie Wähler halten Hubers Rechtfertigung für faule Ausreden. "Was gibt es denn noch abzuwägen, wenn ich sechs Rückrufaktionen habe, wenn 70.000 Euro Bußgelder verhängt werden, wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt", fragte die SPD-Abgeordnete Sabine Dittmar. "Wulffen Sie doch nicht rum. Sagen Sie, dass Sie Fehler bei der Information der Öffentlichkeit gemacht haben", forderte der Freie Wähler-Abgeordnete Karl Vetter. Tatsächlich ist unklar, ob das Landratsamt Freising die Schließung der Müller-Fabrik überhaupt von sich aus bekanntgegeben hätte, wenn der Bayerische Rundfunk nicht zuerst über den rätselhaften Produktionsstopp berichtet hätte.
"Gravierende Probleme" seit Ende 2010
Seit Mitte 2009 habe es bei Müller 21 Kontrollen gegeben, in sieben Fällen sei auch eine Spezialeinheit des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) angerückt. Dem LGL-Präsidenten Andreas Zapf zufolge gab es "gravierende Probleme" erst Ende 2010, darunter "schleimige Verschmutzungen", "übelriechenden Dreck" sowie "Schaben und eine tote Maus". Zuerst seien Teilbereiche gesperrt worden. Nachdem wiederholt Mängel nicht beseitigt und Versprechungen nicht eingehalten worden waren, sei der Betrieb "nicht mehr vom Haken gelassen" geworden. Nach einer 14-stündigen Kontrolle wurde die Brotfabrik Ende Januar 2012 stillgelegt.
Warum wurden die Verbraucher nicht eher informiert?
Aus Sicht der Opposition hätten die Behörden viel früher die Notbremse ziehen müssen. "Wenn Schaben und Mäuse da reingehen, dann muss das abgestellt werden", sagte der Vorsitzende des Umwelt- und Gesundheitsausschusses, Christian Magerl (Grüne).
"Müller-Brot hat die Behörden über Jahre hinweg am Nasenring durch die Backstraßen geführt."
Christian Magerl, Abgeordneter der Grünen
Der Verbraucher könne Magerl zufolge laut Paragraf 40 des Lebensmittelgesetzbuches informiert werden, wenn ein zwar nicht gesundheitsschädliches, aber zum Verzehr ungeeignetes und insbesondere ekelerregendes Lebensmittel in nicht unerheblicher Mengen in den Verkehr gelangt ist.
SPD: Söder wusste seit Ende 2010 Bescheid
Nach einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion war der damalige Gesundheitsminister Markus Söder seit Dezember 2010 über die Zustände bei Müller-Brot informiert. "Für uns wird immer deutlicher, dass es hier ein gravierendes Informationsdefizit und auch eine nicht wahrgenommene Verantwortung des Ministers gegeben hat", so SPD-Verbrauchersprecherin Sabine Dittmar. Der gesundheitliche Verbraucherschutz habe für Söder nicht die oberste Priorität gehabt.
"Es ist auch attraktiver, sich mit einem Greifvogel in der Natur ablichten zu lassen als mit Mäusekot in einer Bäckerei."
Sabine Dittmar, SPD-Verbrauchersprecherin
Opposition verlangt Einsicht in Kontrollprotokolle
Die Opposition interessiert vor allem, warum die Öffentlichkeit zweieinhalb Jahre nicht über die gravierenden Hygienemängel informiert wurde. Sie verlangt Aufklärung darüber, wie die Einstufung der Lebensmittelkontrolleure, es sei von den verdreckten Produktionsanlagen von Müller-Brot keine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher ausgegangen, im Detail begründet wird.
Zudem fordert die Opposion Einsicht in die Dokumentationen des Landratsamtes Freising, unter dessen Aufsicht die zurückgerufenen unhygienischen Lebensmittel vernichtet wurden. Nur so könne geklärt werden, ob nicht für den menschlichen Verzehr geeignete Lebensmittel doch schon über die Ladentische der Müller Brot-Filialen gegangen waren.
Schärferes Gesetz
Bayern hat im Bundesrat für die Verschärfung des Verbraucherinformationsgesetzes gestimmt. Damit hat der Gesetzgeber eine schärfere gesetzliche Handhabe gegen Unternehmen, die wiederholt oder schwerwiegend gegen Hygienienebestimmungen verstoßen - auch wenn ihre Produkte keine direkte Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher darstellen
Hintergrund: Wo ist es wie sauber?
Durch das Verbraucherinformationsgesetz (VIG) hat jeder das Recht, bei den zuständigen Behörden Informationen zu Lebensmitteln und Futtermitteln sowie Gegenständen des täglichen Bedarfs abzufragen. Dieser Anspruch gilt nicht nur bei Risiken für Gesundheit und Sicherheit, sondern er umfasst auch andere wichtige Bereiche wie Kennzeichnung, Herkunft, Beschaffenheit oder Herstellung der Erzeugnisse. Auskünfte zu den Bereichen Lebensmittel- und Futterrecht werden in der Regel kostenlos beantwortet. Details auf der Seite des Landesamts.

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bibi2012, Samstag, 18.Februar, 22:52 Uhr
36. insolvenz
leider ist es soweit, sag nur "arme mitarbeiter", die haben echt alles gegeben, die können nichts dafür , die haben sich nur an das gehalten an das was von der oberste etage kamm, es hies sparen, sparen und wieder sparen, die haben auf vielles verziehtet, die haben überstunden gemacht und die auch wieder verloren, die können nichts dafür wenn die geschäftsleitung nichts investieren will, die wurden oft getrostet das es besser wird , die haben viel zuviel gearbeitet für wenig geld, die waren immer bereit für die firma, haben oft auf ihre freizeitgestaltung verziehtet, tja so quasi die firma ist wichtiger sonst wurde ja gleich mit "such dir andere arbeit" gedroht, was jetzt jetzt haben alle die "arsch-karte" gezogen, es ist hier nicht nur die hygiene die probleme macht, frage ist ob da alles mit gerechten dinge vorgeht, aber so dreckig das die die produktion stopen musste na ja sehr krass, die sollen aber alle von der geschäftsleitung und all kontroleure mit der echte wahrheit rausrücken, wenn in alle deutschland firmen so kontroliert wird wie bei müller-brot dann müssen ALLE schliessen, leider leider und sehr schade das so viele familien jetzt leiden müssen und die meisten haben KINDER , die oft vernachläsigt wurden wegen MÜLLER-BROT und jetzt gibt ein grossen DANK und zwar den RAUSWURF.
michael, Freitag, 17.Februar, 23:49 Uhr
35. Müller Brot
Hallo,
Mäuse gibt es in fast alle Bäckereien, sie fallen nur nicht so auf!
Ich habe früher Motoren von den Teigmaschinen repariert.
Da waren pro Motor immer mindestens 2 -3 Mäuse drin.
Die finden die Kontrolleure halt nicht , weil von denen ja keiner die Motoren auseinander nimmt.
markus, Freitag, 17.Februar, 16:36 Uhr
34. müller brot
solange die kunden weiter bei den grossen bäckereien kaufen
etc wird es so etwas immer wieder geben,
kauft bei eurem kleinen Bäcker um die ecke...
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