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Holocaust-Leugner Williamson-Prozess wird neu aufgerollt

Noch einmal von vorne: Der Prozess gegen den Holocaust-Leugner Richard Williamson wird neu aufgerollt. Grund sind Verfahrensfehler. Unklar ist etwa, wie und wo in Deutschland das umstrittene Interview des Bischofs veröffentlicht wurde.

Stand: 22.02.2012
Prozess Williamson | Bild: picture-alliance/dpa

Das Amts- und das Landgericht Regensburg hatten entschieden: Bischof Williamson muss für seine Holocaust-Leugnung bestraft werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg hat dem nun teilweise widersprochen.

Wohl fünf Wochen bis zur nächsten Anklage

Problem ist OLG-Angaben zufolge vor allem, dass das Amtsgericht Regensburg bereits in seinem Strafbefehl nicht ausreichend die Veröffentlichung des Interviews in Deutschland erläutere. Das sei aber Voraussetzung für eine strafrechtliche Verfolgung.

Das OLG stellte das Verfahren zunächst ein. Die Staatsanwaltschaft kündigte aber umgehend an, dass es "sehr schnell" einen neuen Strafbefehl beziehungsweise eine Anklage geben werde. Fünf Wochen werde das voraussichtlich dauern.

Das Interview im schwedischen Fernsehen

Bischof Richard Williamson

Der 71 Jahre alte Bischof der erzkatholischen Piusbruderschaft hatte im Jahr 2008 in einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender in Zaitskofen in der Oberpfalz den Massenmord an sechs Millionen Juden durch die Nazis und die Existenz von Gaskammern bestritten. Das Landgericht Regensburg verurteilte ihn am 11. Juli 2011 in einem Berufungsverfahren zu 100 Tagessätzen zu 65 Euro. Gegen das Urteil legte der Verteidiger von Bischof Williamson Revision ein. Zuvor war Williamson bereits vom Amtsgericht verurteilt worden.

Das in Schweden ausgestrahlte Interview war auch im Internet veröffentlicht worden. Es hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt, zumal es in einer Zeit erstausgestrahlt wurde, als der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson und dreier weiterer Bischöfe der umstrittenen Piusbruderschaft bekanntgegeben hatte.