Hoffen auf neue Einheiten Die Oberpfalz bangt um ihre US-Brigade
Die Gemeinden rund um den US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr bangen um knapp 4.000 US-Soldaten, einen wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Das Pentagon muss sparen und will sie daher zurück nach Hause holen.
US-Verteidigungsminister Leon Panetta kündigte an, die Hälfte der vier Kampfbrigaden aus Europa abziehen zu wollen. Zwei der Brigaden haben der US-Armee zufolge ihr Hauptquartier im oberpfälzischen Grafenwöhr/Vilseck. Einem Army-Sprecher in Grafenwöhr zufolge gehörten ihnen rund 10.000 US-Soldaten an, die zum Teil an anderen bayerischen Standorten säßen. Was bedeutet die Nachricht für die betroffenen Regionen?
Finanzloch von zwei Millionen Euro in Vilseck
Im 6.500 Einwohner großen Vilseck fürchtet Bürgermeister Hans-Martin Schertl (Freie Wähler/Arbeitnehmer-Eigenheimer) um die Schlüsselzuweisungen für seine Gemeinde. Im Jahr 2012 sind das rund zwei Millionen Euro, die Vilseck für die US-Soldaten und deren Familien bekommt. Schertl fordert daher ein Konjunkturprogramm für die betroffenen Kommunen, falls US-Truppen aus der Oberpfalz abziehen würden. Die Anrainergemeinden des US-Truppenübungsplatzes Grafenwöhr hätten über Jahre hinweg Schieß- und Fluglärm ertragen müssen.
"Jetzt muss die große Politik überlegen, wie sie uns helfen kann."
Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl
Die Menschen in Grafenwöhr seien beunruhigt, sagte der Vorsitzende des dortigen SPD-Ortsvereins, Klaus Beier, der Nachrichtenagentur dpa. Ein Soldatenabzug aus Grafenwöhr wäre ein harter Schlag für die Stadt. "Einen Arbeitsplätzeabbau würde es auf jeden Fall geben."
Hintergrund
Momentan unterhält die US-Armee folgende Standorte in Bayern: Ansbach/Illesheim, Bamberg, Garmisch-Partenkirchen, Grafenwöhr, Hohenfels, Schweinfurt und Vilseck. Grafenwöhr ist mit insgesamt 28.000 Beschäftigten, darunter 10.000 Soldaten, der größte Standort. 15.000 Familienangehörige leben in den Kommunen rund um den Standort.
In Hohenfels in der Oberpfalz befindet sich das wichtigste Ausbildungszentrum außerhalb der USA. 2010 gehört die US-Armee zu den 15 größten Arbeitgebern in Bayern.
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Garmisch und Freihung in Bedrängnis
Im November 2011 war bekannt geworden, dass die Kommandostruktur am Standort Garmisch aufgelöst und dem Standort in Grafenwöhr unterstellt wird. Auch in Freihung sorgt sich Bürgermeister Norbert Bücherl (Freie Wähler) um die Partnerbrigade der Randgemeinden. 400 US-Soldaten leben in der 2.500-Einwohner-Ort.
Die Standorte mit Soldaten-Zahl
Schlecht für Gastronomie in Eschenbach
Eschenbachs Bürgermeister Peter Lehr (SPD) fürchtet vor allem um die zivilen Angestellten, die auf dem Truppenübungsplatz arbeiten. Im schlimmsten Fall wären in der 4.000-Einwohner-Gemeinde rund 1.000 Arbeiter betroffen, sollte keine Kompensation für die Brigade kommen.
Auch auf dem Wohnungsmarkt in den Randgemeinden des Truppenübungsplatzes wären die Auswirkungen deutlich zu spüren. Viele Bürger hätten Häuser gebaut und an Amerikaner vermietet. Diese würden bald leer stehen. Erst im Jahr 2008 wurde in Eschenbach mit Netzaberg eine eigene amerikanische Stadt auf der grünen Wiese gebaut mit 830 Häusern, in denen Amerikaner mit ihren Familien wohnen.
In Eschenbach wären vor allem die Geschäftswelt und die Gastronomie betroffen, die stark von den Amerikanern genutzt wird. Sollte es tatsächlich keine Kompensationen für die Brigade geben, wird es sehr schwer, die 1.000 zivilen Arbeiter in der Region unterzubringen, befürchtet Lehr.
Die Geschichte des Standorts Grafenwöhr
Hohenfels fürchtet um Arbeitsplätze
Der Bürgermeister der Gemeinde Hohenfels, Bernhard Graf (unabhängig), fürchtet in der 2.000-Einwohner-Gemeinde um den Bestand von 700 zivilen Arbeitsplätzen auf dem US-Truppenübungsplatz im Landkreis Neumarkt i.d. Oberpfalz. Auf rund 160 Quadratkilometern ist ein internationales Trainingszentrum untergebracht, in dem jedes Jahr mehrere Tausend Soldaten der US-Streitkräfte und anderer NATO-Staaten auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet werden.
"Der geplante Abzug von US-Truppen aus Europa in jedem Fall den Trainingsbetrieb und damit die Arbeitsplätze betreffen."
Der Hohenfelser Bürgermeister Bernhard Graf
Gelassenheit in Schweinfurt
In den Kasernen der US-Armee in Schweinfurt sind zwischen 4.500 und 5.000 Soldaten stationiert. Etwa genauso viele Angehörige der Soldaten leben hier. Rund 520 Zivilangestellte arbeiten zudem bei den US-Streitkräften. Die Sorgen um den US-Standort in Schweinfurt sind laut Oberbürgermeister Sebastian Remelé "fast jährliche Routine". Weil in der 53.000-Einwohner-Stadt aber kaum Kampftruppen, sondern vor allem Unterstützungstruppen stationiert sind, relativieren sich Remelés Sorgen.
"Wir könnten mit der Situation eines Abzugs sicherlich gut umgehen."
Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé
Entspanntes Warten in Ansbach-Katterbach
Völlig offen ist derzeit auch, ob der Standort Katterbach im 40.000 Einwohner großen Ansbach vom Truppenabzug betroffen ist. "Für uns sind das Spekulationen" teilte die Sprecherin der US-Armee in Ansbach-Katterbach, Cornelia Summers, dem Bayerischen Rundfunk mit. Summers rechnet mit einer Entscheidung aus Washington "nicht vor Ende Januar".
Beruhigungsschwüre aus den USA
Insgesamt aber überwiegt in den Gemeinden die Hoffnung, dass neue Einheiten hierher verlegt werden, sollte die Brigade tatsächlich wegfallen. Ein Sprecher der US-Armee signalisierte bereits, dass der Standort Grafenwöhr mit Vilseck und Hohenfels nicht gefährdet ist. Höhere Dienststellen der US-Armee hätten bereits signalisiert, dass der Standort in etwa so groß bleiben wird wie bisher, also etwa 10.000 Soldaten stark.
Erst im vergangenen Jahr investierte die US-Armee rund eine Milliarde Euro in den Truppenübungsplatz. Damit wurde er zur modernsten Operationsbasis in Europa.

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Janosch, Freitag, 27.Januar, 09:02 Uhr
4. Truppenabzug
-entschuldigung aber ist es denn abgesehen von den Interessen der ev.betroffenen Gemeinden überhaupt notwendig das US-Truppen noch in Deutschland stationiert bleiben? Der kalte Krieg ist ja nun schon längere Zeit vorbei oder???
Jennifer, Freitag, 27.Januar, 08:50 Uhr
3. @Klaus
Schade Klaus, dass du so ein Egoist bist.
Ich bin beispielsweise mit einem "von diesem Dreck" zusammen und das wäre das schlimmste was mir passieren könnte. Wie würdest du dich fühlen wenn deine Frau/ Freundin plötzlich ins Ausland müsste??????
susi, Mittwoch, 18.Januar, 19:55 Uhr
2. US Armee
Ich verstehe solche Leute wie Klaus nicht
Wie alt bist Du und woher kommst DU ?
Wir brauchen die US armee als Arbeitgeber sonst geht hier alles den Bach hinunter.
Weiß Klaus nicht was da alles noch daran hängt wenn die Truppen abgezogen werden.
Wohnungen stehen leer,Geschäfte und Gaststätten hätten weniger Umsatz.
Was bedeutet weniger Umsatzt = weniger Beschäftigte.
Manche sollen mal überlegen was sie sagen!!!!
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