Viele Menschen sind dieses Jahr auf den Gillamoos gekommen, ...
Polit-Show Gillamoos Im Galopp durch die Bundespolitik
Die hochkarätigen politischen Redner auf dem Volksfest Gillamoos haben die ganze Bundespolitik im Gepäck - und den politischen Gegner im Auge. Da wird scharf gezielt. Dieses Mal sprach auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Die besten Sprüche vom Gillamoos 2012
1
"Angela Merkel müsste eigentlich vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Denn keine Bundesregierung hat so oft gegen die Verfassung verstoßen wie die aktuelle."
Jürgen Trittin, Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion
2
"Ich möchte der Kanzlerin zurufen: Komm rüber du altes Schlachtross, hier ist die Alternative."
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, zur Bundestagswahl 2013
3
"Die Energiewende schafft man nicht mit einer Dagegen-Partei."
Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Grünen, denen sie vorwirft, gegen den erforderlichen Netzausbau zu sein
4
"Die Grünen werden erst dann Ruhe geben, wenn auch auf der Mass Bier und dem Schweinsbraten hier am Gillamoos eine Ernährungsampel aufgedruckt ist. Das werden wir ihnen versalzen."
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP)
5
"Für den eitlen Selbsterfahrungstrip eines Schwabinger Salonlinken ist unser Freistaat wahrlich zu schade.
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) über den designierten SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude
6
"Man kann auch unter Sozialdemokraten ein kleines Vermögen machen, wenn man vorher ein großes hatte."
Wolfgang Kubicki, der Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein zu den Forderungen der SPD nach neuen Steuern, wie der Vermögenssteuer
7
"Da fragt sich doch jeder Lohnsteuerzahler, ob diese Bundesregierung noch alle Tassen im Schrank hat."
Bayerns designierter SPD-Spitzenkandidat Christian Ude zum Umgang mit Steuersündern
8
"Das ist eine sonderpädagogische Maßnahme für ungezogene Generalsekretäre, die eine Wirtshausschlägerei nicht von internationaler Finanzpolitik unterscheiden können."
Christian Ude über den zeitgleichen Besuch von CDU-Chefin Angela Merkel bei der CSU in Anspielung auf CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und dessen Äußerungen zur Eurokrise
9
"Milliardenmutti"
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler, über Angela Merkel und die Rettungsschirmpolitik
10
"Die CSU ist zu allem in der Lage, aber sie soll nie wieder von soliden Finanzen sprechen."
Jürgen Trittin, Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, über das Landesbank-Debakel
11
"Ein Hühnerhaufen ist eine militärische Kampfformation im Vergleich zur schwarz-gelben Koalition. Die streiten wie die Kesselflicker."
Bayern-SPD-Chef Florian Pronold zur schwarz-gelben Koalition
12
"Wenn man unseren Mitbewerbern die Hand reicht, muss man hinterher die Finger zählen, ob noch alle da sind."
Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler
Kanzlerin macht sich für die CSU stark
Das gab es noch nie auf dem Gillamoos: Mit CDU-Chefin Angela Merkel hielt heute im niederbayerischen Abensberg erstmals eine amtierende Kanzlerin eine Rede. 2002 war sie schon mal auf dem Gillamoos, damals aber noch als CDU-Vorsitzende. Merkel legte sich heute für die Schwesterpartei ins Zeug: Bayern sei bei den Pisa-Studien immer vorne dabei. Auch der strikte Sparkurs der Staatsregierung sei ein großes Plus in der Politik der CSU. Wenn es nach ihr ginge, würde Bayern im Ranking der Banken nicht mehr Triple-A bekommen, sondern Triple-A plus dreimal Stern. Niederbayern gehöre mittlerweile zu den stärksten Regionen Bayerns und Deutschlands.
"Die Frau Merkelbunzlerin"
Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Kabarettist Wolfgang Krebs die meisten Zuhörer auf dem Gillamoos. Im Kanzlerinnen-Zelt drängten sich über 3.000 Besucher, im Kabarett-Zelt waren es nach Angaben des Wirts 2.300 Zuschauer. Krebs mimte dieses Mal sogar vier Personen: Kanzlerin Angela Merkel, Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber, Ministerpräsident Horst Seehofer und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. In der Stoiber-Rolle hatte Krebs mal wieder mit Versprechern zu kämpfen, was "die Frau Merkelbunzlerin, äh die Frau Kandisbrunzler, äh die Merkelkanzlerin" ausbaden musste.
Distanz zur CSU hielt die Kanzlerin allerdings in der Euro-Frage und der Situation Griechenlands. "In einer solchen schwierigen Phase haben diese Länder unsere Solidarität verdient, dass wir ihnen wünschen, dass sie diese Schwierigkeiten überwinden können." CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der Merkel zu ihrem Auftritt begleitete, hatte für Schlagzeilen gesorgt, als er sagte, er sehe Griechenland kommendes Jahr außerhalb der Euro-Zone.
Darüber hinaus trat Merkel für Europa ein und forderte mehr soziale Marktwirtschaft auch auf den Finanzmärkten. "Die große Aufgabe der Politik ist, den Geist der sozialen Marktwirtschaft auch auf die Finanzwirtschaft auszudehnen, damit nicht immer wieder internationale Finanzkrisen alles einreißen, was Menschen mit ihrer Hände Arbeit fleißig aufgebaut haben", sagte die Kanzlerin.
Ude schießt gegen die CSU
Christian Ude, der SPD-Spitzenkandidat für die kommende Landtagswahl in Bayern, zog bei seiner Gillamoos-Premiere gegen den politischen Gegner vom Leder. In der Euro-Krise warf er der CSU "skrupellose Vereinfachung" vor. Die Forderungen von Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Finanzminister Markus Söder seien nur Stimmungsmache, wetterte er. "Wir wollen europäische Missstände angreifen, aber nicht andere europäische Völker", sagte der Münchner Oberbürgermeister vor etwa 1.800 Zuhörern über Griechenland.
Trittin: Kritik an Verfassungsschutz und Friedrich
Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, hat die Auflösung des Bundesamtes für Verfassungsschutz gefordert. "Diese Behörde ist nicht mehr reformierbar", sagte Trittin auf dem Gillamoos. An Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte er, dass dieser nicht erklären könne, wie die rechtsextremistische Terrorzelle NSU in 13 Jahren zehn Menschen ermorden konnte. "Aber er hat es geschafft, innerhalb von drei Wochen die gesamte Spitze der wichtigsten Verfassungsschutz-Organe auszuwechseln", stichelte Trittin. Außerdem trat er für ein Ehegattensplitting auch bei gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften ein.
Aiwanger sieht Freie Wähler als einzige Alternative
Hubert Aiwanger, der Chef der Freien Wähler, sieht seine Partei als die einzig wahre Alternative bei der Bundestagswahl 2013. Seiner Meinung nach hätten nur die Freien Wähler etwas Neues zu sagen. Auch bei der Landtagswahl in Bayern rechnet er den Freien Wählern gute Chancen aus, die "näher bei 15 Prozent als bei 10 Prozent" lägen. An der Arbeit der Bundesregierung kritisierte Aiwanger vor allem den "Rettungsschirm-Wahnsinn" und nannte die Bundeskanzlerin "Milliardenmutti". Er forderte den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Die Rentenpläne der Regierung bezeichnete Aiwanger als verlogen.
Kubicki will Griechenland in Eurozone behalten
Wolfgang Kubicki, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, kritisierte zwar, dass Griechenland in die Eurozone aufgenommen wurde, meinte aber: "Mit dem müssen wir jetzt umgehen." Er sprach sich für den Verbleib der Griechen in der Eurozone aus.

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