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Wegen "Pink Panther"-Melodie GEMA schickt Neonazis Rechnung

Neonazis spielten bei einer Demo in München vor zwei Monaten die Filmmelodie von "Pink Panther" ab, das Musikstück, das auch die Zwickauer Terrorzelle auf ihren Videos verwendet hatte. Nun erhielt der Anmelder der Münchner Versammlung eine Rechung von der GEMA.

Von: Oliver Bendixen Stand: 27.03.2012
Neonazi Norman Bordin (Archivbild von 2005) | Bild: picture-alliance/dpa

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks schickte die Verwertungsgesellschaft GEMA, die die Urheberrechte von Komponisten und Texter vertritt, dem Rechtsextremisten Norman Bordin (Archivbild) eine Lizenzrechnung in Höhe von 30,82 Euro ins Haus.

Bordin war der Anmelder der Versammlung am 21. Januar 2012, bei der die Neonazis über eine mobile Lautsprecheranlage die Filmmelodie abgespielt hatten. Aus GEMA-Sicht ist dies eine lizenzpflichtige, öffentliche Aufführung des von Henry Mancini komponierten Songs. Ob Bordin schon bezahlt hat, ist derzeit ungeklärt.

Möglicherweise auch strafrechtlich relevant

Für das Staatsschutzdezernat der Münchner Kriminalpolizei stellt das Abspielen der Melodie eine strafrechtlich relevante "Billigung von Straftaten" dar. Ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass es aus Sicht der Ermittler den Neonazis klar darum gegangen sei, einen Bezug zu den zehn Morden der Zwickauer Zelle herzustellen.

Szene aus NSU-Video mit Pink Panther

Das unter dem Kürzel NSU bekannt gewordene Neonazi-Trio hatte seine Bekenner-Videos mit Szenen und der Melodie aus dem Film "Der rosarote Panther" unterlegt. Ob das Abspielen des Songs auf der Demo im Januar auch eine "Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener" darstellt, werde derzeit noch geprüft. In den kommenden Tagen will das Polizeipräsidium den Fall zur weiteren Beurteilung an die Staatsanwaltschaft abgeben.


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