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22:41 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 27.07.2016 22:41 Uhr

Attentäter von Ansbach soll für Terrormiliz IS gekämpft haben

Ansbach: Der Attentäter von Ansbach war angeblich schon seit mehreren Jahren Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat und soll auch für den IS in Syrien gekämpft haben. Im Internet veröffentlichte der IS den mutmaßlichen Lebenslauf des 27-Jährigen. Der bayerische Innenminister Herrmann teilte mit, dass der Attentäter offenbar über einen Handychat von einem Hintermann gesteuert wurde. Die Ermittler seien bei der Auswertung des Mobiltelefons des Täters auf einen Chatverlauf gestoßen, der erst unmittelbar vor dem Attentat ende. Den Zuzug der Flüchtlinge bezeichnete Herrmann als relevantes Sicherheitsrisiko für Deutschland. Bei dem großen Andrang im vergangenen Jahr hätten sich Menschen nur als Flüchtling ausgeben müssen, um einreisen zu dürfen. Das sei völlig unvertretbar, sagte der Innenminister dem Handelsblatt.

Staatsregierung will Polizei aufrüsten

St. Quirin: Nach den jüngsten Gewalttaten in Bayern will die Staatsregierung die Polizei aufrüsten. Innenminister Herrmann sagte am Rande der Kabinettsklausur in St. Quirin am Tegernsee, es werde unter anderem Titan-Helme, Elektro-Taser und neue Schutzwesten geben. Zudem werde die Polizei personell aufgestockt. Die Landtags-SPD verwies darauf, dass schon jetzt 2.500 Polizistenstellen in Bayern nicht besetzt seien und dass die Polizeikräfte allein im letzten Jahr 1,6 Millionen Überstunden geleistet hätten. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Peter Schall, begrüßt die Pläne der Staatsregierung. Im B5-Thema des Tages sagte Schall, er sei sehr erfreut über die angekündigte personelle Aufstockung, die aber auch dringend benötigt werde. Er sprach von einem Licht am Ende des Tunnels.

Jugendlicher aus Ludwigsburg wird wegen Vorbereitung für Amoklauf festgenommen

Ludwigsburg: In der baden-württembergischen Stadt ist ein 15-Jähriger festgenommen worden, der einen Amoklauf geplant haben soll. Die Polizei bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass der Amokläufer von München und der 15-jährige aus Ludwigsburg miteinander gechattet hatten. Der Jugendliche hatte dort Fotos und Zeichnungen veröffentlicht, die auf eine geplante Amoktat hindeuteten. Als die Polizei die elterliche Wohnung durchsuchte, fand sie eine größere Anzahl Kleinkaliberpatronen, mehrere Messer und Dolche und Fluchtpläne der Schule, die der Jugendliche besucht. Auch eine größere Menge Chemikalien und Anleitungen zur Herstellung von Sprengmitteln wurden sichergestellt.

Zweiter Kirchen-Angreifer in Frankreich war offenbar polizeilich gesucht

Paris: Der zweite Beteiligte am Anschlag auf eine katholische Kirche im Nordwesten Frankreichs ist offenbar identifiziert. Wie es in Ermittlerkreisen hieß, handelte es sich um einen 19-Jährigen, der polizeilich gesucht wurde. Gegen den zweiten Attentäter, ebenfalls 19 Jahre alt, liefen Terrorermittlungen, weil er zwei Mal versucht hatte, nach Syrien zu reisen. Er war erst im März aus der U-Haft entlassen worden und stand mit einer elektronischen Fußfessel unter Hausarrest. Die Terrormiliz IS erklärte in einem Video, die beiden seien ihre Kämpfer gewesen. Die zwei hatten gestern nahe Rouen während eines Gottesdienstes eine Kirche angegriffen und den 86-jährigen Priester ermordet. Beide Täter wurden von der Polizei erschossen.

Am Landshuter Schlachthof gab es jahrelang Gesetzesverstöße

Landshut: Der Landshuter Schlachthof hat jahrelang gegen Vorschriften und Gesetze verstoßen. Das ergaben Nachforschungen von BR Recherche und Süddeutscher Zeitung. Die Verstöße beziehen sich auf die Bereiche Tierschutz, Hygiene und Arbeitsrecht. Nach den Recherchen wurden zum Beispiel Schweine wiederholt unzureichend betäubt. Über Jahre hinweg hatte der Schlachthof ein Schädlingsproblem und während der Umbauarbeiten waren die Räumlichkeiten verunreinigt - bei laufendem Schlachtbetrieb. Die Stadt Landshut hatte allein im vergangenen Jahr 233 Verstöße aufgelistet. Der Betreiber des Schlachthofes, der niederländische Konzern Vion, räumte die Verstöße ein, betonte aber, dass die Defizite inzwischen beseitigt seien.

Ankara schließt 45 Zeitungen und 16 TV-Sender

Ankara: Die türkische Regierung hat die Schließung von 45 Zeitungen und 16 Fernsehsendern angeordnet. Das teilte ein Behördenvertreter am späten Abend mit. Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen. Allein heute waren Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der einstmals regierungskritischen Zeitung "Zaman" erlassen worden, die inzwischen unter staatlicher Kontrolle steht. Das Blatt war das Flaggschiff der Bewegung des Predigers Gülen, den Präsident Erdogan für den Putschversuch verantwortlich macht.

BKA sorgt sich wegen wachsender Internetkriminalität

Wiesbaden: Das Bundeskriminalamt verzeichnet immer mehr Fälle von Internetkriminalität. Im vergangenen Jahr seien 40.500 Fälle erfasst worden, die Dunkelziffer sei vermutlich aber wesentlich höher, sagte BKA-Chef Münch. Auch im Internet habe sich die organisierte Kriminalität ausgebreitet. Sorgen bereitet zudem das sogenannte Darknet. Das BKA führt derzeit mehr als 80 Verfahren wegen des Verdachts auf Waffen- und Sprengstoffhandel im Darknet. Das ist der Bereich des Internets, der nicht mit herkömmlichen Suchmaschinen erreichbar ist. Der Amokläufer von München hatte sich den Ermittlern zufolge über diesen Weg seine Waffe besorgt, mit der er am vergangenen Freitag neun Menschen und anschließend sich selbst erschoss.

Papst ruft Polen zur Aufnahme von Flüchtlingen auf

Krakau: Angesichts des Widerstands in Polen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen hat Papst Franziskus die Menschen dort zu mehr Barmherzigkeit aufgerufen. Die Polen sollten ihre Ängste überwinden und diejenigen aufnehmen, die vor Krieg und Hunger fliehen müssen, sagte der Papst bei seiner Ankunft in Krakau. Anlass seines Besuchs ist der Weltjugendtag, an dem mehr als zwei Millionen Gläubige teilnehmen werden. Zur Eröffnungsmesse am Abend wurden 200.000 Menschen gezählt. Der polnische Präsident Duda und die nationalkonservative Regierung stemmen sich vehement gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, Umfragen zufolge werden sie dabei von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Es ist die erste Reise des argentinischen Papstes in das zutiefst katholische Polen, aus dem sein Vorvorgänger Johannes Paul II. stammte.

Bericht sieht keine Sicherheitsmängel im Vorfeld des Anschlags von Nizza

Paris: Am Abend des Anschlags in Nizza waren die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend. Dieses Fazit zieht die Aufsichtsbehörde der französischen Polizei, die vom Innenministerium den Auftrag erhalten hatte, nach Mängeln im Sicherheitsbereich zu suchen. Die Kontrolleure bestätigten, dass zum Zeitpunkt des Anschlags 64 Beamte der nationalen Polizei an der Strandpromenade im Einsatz waren sowie 42 städtische Polizisten. Da es keine Hinweise auf eine konkrete Gefahrenlage gegeben habe, so die Leiterin der Generalinspektion der französischen Polizei, sei der Umfang des Sicherheits- und Ordnungsdienstes nicht zu gering gewesen. Die Opposition hatte diesen Vorwurf ins Gespräch gebracht, nachdem es einem Islamisten gelungen war, am Nationalfeiertag einen Lastwagen über die Strandpromenade zu steuern. Er überfuhr absichtlich Zuschauer eines Feuerwerks und tötete so 84 Menschen.

Portugals Präsident feiert Strafverzicht der EU-Kommission als Sieg

Lissabon: Die Entscheidung der EU-Kommission, keine Strafen gegen die Defizitländer Spanien und Portugal zu verhängen, ist in Lissabon mit großer Erleichterung und Freude aufgenommen worden. Staatspräsident Rebelo de Sousa sagte, die großen Sieger des Tages seien vor allem die Portugiesen, die so viele Opfer erbracht hätten und immer noch erbringen würden. Obwohl Portugal und Spanien gegen den Stabilitätspakt verstoßen haben, will die EU-Kommission vorerst keine Sanktionen verhängen. Sie verwies auf die weiter schwierige wirtschaftliche Lage in beiden Ländern. Statt einer Geldstrafe schlägt Brüssel vor, Teile der Struktur-Fördermittel einzufrieren, die beide Länder eigentlich für nächstes Jahr erhalten sollen.

Das Wetter in Bayern: Gebietsweise noch Gewitter, in der Nacht aufklarend

Das Wetter in Bayern: Gebietsweise Schauer und Gewitter. Für das Alpenvorland gilt eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor schweren Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. In der Nacht lassen die Regenfälle nach, es klart mitunter auf, Tiefstwerte 16 bis 13 Grad. Morgen teils sonnig, teils bewölkt und nur ganz vereinzelt Schauer. Die weiteren Aussichten: zunehmend freundlich mit Werten zwischen 21 und 28 Grad.


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