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06:22 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 26.07.2016 06:22 Uhr

Seehofer fordert härtere Linie bei Abschiebungen

München: Nach den jüngsten Gewalttaten in Bayern fordert Ministerpräsident Seehofer eine härtere Linie bei Abschiebungen. Bislang sei man sich einig gewesen, dass man abgelehnte Asylsuchende nicht in ein Kriegsgebiet abschiebe, sagte Seehofer dem "Münchner Merkur". Das müsse man nun überdenken. Es helfe nicht, an der Realität vorbeizudiskutieren, betonte Seehofer. Unter den Flüchtlingen gebe es leider auch Menschen mit einem erschreckenden Gewaltpotenzial. - Auch der CDU-Innenexperte Schuster sprach sich dafür aus, abgelehnte Asylbewerber konsequenter abzuschieben. Schuster beklagte ein Vollzugsdefizit - mehr als 200.000 abgelehnte Asylbewerber könnten abgeschoben werden, seien aber immer noch im Land. - Über Konsequenzen aus den Gewalttaten von Würzburg, München und Ansbach berät auch das Bayerische Kabinett, das am Nachmittag in St. Quirin am Tegernsee zu seiner mehrtägigen Klausur zusammenkommt.

IS veröffentlicht angebliches Bekennervideo zum Ansbacher Anschlag

Ansbach: Nach dem Anschlag auf ein Musik-Festival in der mittelfränkischen Stadt hat die Terrormiliz Islamischer Staat vergangene Nacht ein angebliches Bekennervideo veröffentlicht. Es zeigt eine Person, die sich ein schwarzes Tuch um den Kopf gebunden hat. Nur die Augen sind zu sehen. Es soll sich dabei um den Ansbacher Attentäter handeln - das lässt sich jedoch nicht überprüfen. Gestern hatte die Bundesanwaltschaft mitgeteilt, dass auf dem Handy des 27-jährigen Syrers ebenfalls ein Video von einer vermummten Person zu sehen sei. Sie schwört dem IS-Führer al-Bagdadi die Treue und droht mit einem Anschlag.

US-Demokrat Sanders macht sich für seine Konkurrentin Clinton stark

Philadelphia: Beim Nominierungs-Parteitag der US-Demokraten hat Senator Sanders zur Wahl seiner innerparteilichen Konkurrentin Clinton aufgerufen. Sie müsse die nächste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden, so Sanders in Philadelphia. Der 74-Jährige, der sich einen erbitterten Kampf mit Clinton geliefert hatte, wurde von den Delegierten umjubelt. Erheblichen Ärger hatte im Vorfeld eine Enthüllung der Internet-Plattform Wikileaks verursacht: Sie veröffentlichte E-Mails, in denen sich die Parteispitze der Demokraten schon während der Vorwahlen klar für Clinton einsetzt. Die Parteichefin Wasserman-Shultz erklärte daraufhin ihren Rücktritt.

Erdogan wirft EU Wortbruch bei Flüchtlingspakt vor

Ankara: Der türkische Präsident Erdogan hat der Europäischen Union Wortbruch beim Flüchtlingspakt vorgeworfen. In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Erdogan, die EU habe ihre finanziellen Versprechen zur Unterstützung der rund drei Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei bisher nicht gehalten. Drei Milliarden seien zugesagt worden, doch bislang seien nur symbolische Summen eingetroffen. Zugleich forderte er die Umsetzung der versprochenen Visa-Freiheit für Türken. Erdogan verteidigte auch sein hartes Vorgehen gegen seine politischen Gegner und sprach sich erneut für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Für diesen Fall hat Brüssel mit dem sofortigen Abbruch der Beitrittsverhandlungen gedroht. Ob er eine Verlängerung des dreimonatigen Ausnahmezustands anstrebt, ließ Erdogan offen. Seit dem Putschversuch in der Türkei sind zehntausende Verdächtige festgenommen oder entlassen worden, 42 Journalisten wurden zur Fahndung ausgeschrieben.

Amokläufer ersticht 19 Menschen in japanischem Behindertenheim

Tokio: Ein Amokläufer hat in einem japanischen Behindertenheim 19 Menschen erstochen. Mehr als 20 wurden verletzt, die meisten von ihnen schwer. Täter ist ein 26-jähriger - angeblich ein ehemaliger Mitarbeiter der Einrichtung. Er stellte sich später der Polizei. In einer Tasche hatte er mehrere Messer dabei, die zum Teil blutverschmiert waren. Japanische Medien berichten, er habe gesagt, es sei besser, wenn die Behinderten verschwinden. Die Tat ereignete sich rund 50 Kilometer südwestlich von Tokio.

Sonnenflieger Solar Impluse 2 landet nach Weltumrundung

Abu Dhabi: Der Sonnenflieger "Solar Impulse 2" hat seine Weltumrundung erfolgreich beendet. Der Pilot Bertrand Piccard landete mit dem Flugzeug, das nur mit Sonnenenergie betrieben wird, in Abu Dhabi. Dort war er im März vergangenen Jahres aufgebrochen. Während der 40.000 Kilometer langen Reise legte die Maschine 16 Stopps ein. Die Propeller werden mit 17.000 Solarzellen auf den Flügeln betrieben, in der Nacht greift der Flieger auf Strom zurück, der tagsüber in Batterien gespeichert wird. Mit dem Projekt will der Schweizer für die Nutzung erneuerbarer Energien werben.

Bayreuther Festspiele beginnen mit religionskritischem "Parsifal"

Bayreuth: Ohne den üblichen großen Auftritt von Prominenten auf dem roten Teppich haben die Wagner-Festspiele begonnen. Die Polizei sprach von einem ruhigen Beginn ohne nennenswerte Sicherheitsstörungen. Regisseur Laufenberg hat Wagners Spätwerk "Parsifal" als religionskritische Aufführung auf die Bühne gebracht, in der am Schluss Muslime, Juden und Christen die Symbole ihrer Religionen beerdigen. Das Publikum nahm die Inszenierung positiv auf - es gab Schulterklopfen und großen Applaus, auch für den kurzfristig eingesprungenen Dirigenten Haenchen.

Welt-Schwimm-Verband sperrt sieben russische Athleten für Rio

Lausanne: Der Schwimm-Weltverband FINA hat sieben russischen Schwimmern die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio untersagt. Vier Athleten hatte Russland bereits von sich aus zurückgezogen, drei weitere werden im Mc-Laren-Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur genannt. Das IOC hatte trotz des Berichts, der Russland staatlich organisiertes Doping vorwirft, auf einen Komplettausschluss russischer Athleten verzichtet und die Entscheidung den Verbänden der verschiedenen sportlichen Disziplinen überlassen. Der Schwimmverband ist bislang der einzige, der Russen die Teilnahme bei Olympia verboten hat.

Das Wetter: Starkregen im Berchtesgadener Land, sonst wechselhaft, 22 bis 27 Grad

Das Wetter in Bayern: Der Wetterdienst warnt heute früh vor Starkregen im Berchtesgadener Land. Sonst ist es wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten, später gibt es örtlich Schauer und Gewitter. Höchstwerte 22 bis 27 Grad. Tiefstwerte der kommenden Nacht um 15 Grad. Morgen ist es wieder gewittrig. Ab Donnerstag wird es freundlicher. Die Temperaturen ändern sich kaum.


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