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13:59 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 05.09.2015 13:59 Uhr

Erste Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof angekommen

München: Im Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt sind heute Mittag die ersten Flüchtlinge angekommen, die von Ungarn über Österreich nach Deutschland gereist sind. Nach Angaben der Bundespolizei waren es etwa 400 Flüchtlinge, die in verschiedenen Zügen über Salzburg und Rosenheim eingereist sind. Ein erster Sonderzug kam vor rund einer halben Stunde an, - in dem befanden sich etwa 450 Asylsuchende befanden. Darüber hinaus werden bis zum Abend zwölf reguläre Züge aus Österreich in München erwartet, mit jeweils mehreren hundert Flüchtlingen.. Ob auch noch weitere Sonderzüge eingesetzt werden, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Ungarn hatte gestern Abend entschieden, die tagelang am Bahnhof von Budapest festsitzenden Flüchtlinge mit Bussen an die österreichische Grenze zu bringen. Österreich und Deutschland erklärten sich daraufhin bereit, die Asylanten einreisen zu lassen.

Österreich und Ungarn fordern eine Wirksame Sicherung der EU-Außengrenzen

Luxemburg: Die mit Deutschland vereinbarte Weiterreise tausender Flüchtlinge aus Ungarn hat die EU-Debatte über den Umgang mit den Menschen weiter verschärft. Österreich, Ungarn und osteuropäische Länder forderten beim Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg zu einer wirksamen Grenzsicherung und zur Anwendung der europäischen Asylregeln zurückzukehren. Ungarn hatte gestern am späten Abend entscheiden, die tagelang am Bahnhof von Budapest festsitzenden Flüchtlinge mit Bussen an die österreichische Grenze zu bringen. Allein am Wiener Westbahnhof kamen bereits mehr als 1.000 Menschen an. Freiwillige Helfer begrüßten die Menschen mit Applaus und teilten Essen, Getränke und Decken aus.

Merkel will EU-Asylsystem komplett neu gestalten

Berlin: Bundeskanzlerin Merkel hat eine grundlegende Reform der Flüchtlingspolitik in der EU gefordert. Das gesamte System müsse neu gestaltet werden, zur Zeit funktioniere die europäische Asylpolitik überhaupt nicht, sagte die Kanzlerin in einem Interview. Um die Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik zu meistern, müsse in Europa ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung erzeugt werden, so Merkel weiter. Die Aufgaben und Belastungen müssten in Zukunft gerecht verteilt werden, damit nicht weiterhin einige wenige Länder den größten Teil der Flüchtlinge aufnehmen. Merkel bekräftigte noch einmal die Drohung der EU-Kommission, Länder zu verklagen, die gegen die europäischen Asylregeln verstoßen.

Bundespolizei fehlen Freiwillige für Flüchtlingsaufnahme

München: In der Bundespolizei melden sich offenbar nicht genügend Freiwillige für einen dreimonatigen Dienst zur Registrierung von Flüchtlingen. Deshalb sollen nach einem Medienbericht künftig Beamte auch gegen ihren Willen in diesem Bereich eingesetzt werden. Die Bundespolizisten sollen Asylbewerber nach ihrer Ankunft an Brennpunkten wie dem Münchener Hauptbahnhof oder dem Düsseldorfer Flughafen registrieren. Die Gewerkschaft der Polizei forderte auf Grund der erhöhten seelischen Belastungen kürzere Schichten, längere Freizeitphasen und gute Unterkünfte für diese Beamten. Die Gewerkschaft wies darauf hin, dass der Bundespolizei allein in Bayern seit Jahren 800 Bundespolizisten fehlten.

Opposition lehnt bewaffneten Einsatz gegen Schleuser im Mittelmeer ab

Berlin: Die Opposition lehnt bewaffnete Einsätze der Marine gegen Schleuser im Mittelmeer ab. Die Bundesregierung strebt nach ARD-Informationen ein solches Mandat an. Demnach sollen sich zwei Kriegsschiffe an der Jagd auf Schleuser beteiligen. Die Grünen halten solche Einsätze nach den Worten von Jürgen Trittin für wirkungslos, weil ein Versenken der Schiffe nur die Schleuserprämien nach oben treiben würde. Die Linke spricht von einer absurden Idee. Das Gesamtkonzept werde so lange nicht funktionieren, so lange es keine legalen Wege zur Einwanderung gebe.

Steinmeier für zweite Amtszeit Gaucks

Berlin: Außenminister Steinmeier macht sich für eine zweite Amtszeit von Bundespräsident Gauck stark. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Sie beruft sich auf das Umfeld des SPD-Politikers. Steinmeier steht damit entgegen Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" nicht als Kandidat für das Amt des Staatsoberhaupts zur Verfügung. Ein enger Mitarbeiter des Politikers sagte, der "Spiegel"-Bericht sei falsch. Der Außenminister sei unverändert der Meinung, dass Bundespräsident Gauck seine Sache ganz hervorragend mache. Gaucks Amtszeit endet im Frühjahr 2017, ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl. Der 75-Jährige lässt bislang offen, ob er im Amt bleiben will.

Auch Arbeitgeber kritisieren Gröhes Krankenhausreform

Berlin: Die Kritik an der Krankenhaus-Reform von Gesundheitsminister Gröhe reißt nicht ab. Die Arbeitgeber bemängelten jetzt -Zitat- nicht vertretbare Mehrbelastung der Beitragszahler. In einer Stellungnahme heißt es, eine Strukturreform, die trotz erheblicher Überkapazitäten in den Kliniken zu milliardenschweren Zusatzbelastungen führe, verdiene ihren Namen nicht. Auch Ärzteorganisationen hatten den Gesetzentwurf bereits kritisiert. Allerdings warnten sie nicht vor Überkapazitäten, sondern vor einem erheblichen Personalmangel. Die von Gröhe versprochenen 10.000 Stellen für Krankenpfleger halten sie für unzureichend. Als Ziel hatte der Minister ausgegeben, die Qualität in den Kliniken zu verbessern. Häuser, die besonders schlecht abschneiden, sollen sogar geschlossen werden können. In den nächsten Jahren wird die Reform insgesamt einige Milliarden Euro kosten.

Greenpeace findet weltweit chemische Rückstände von Outdoor-Kleidung

Hamburg: Greenpeace hat laut einem Spiegel-Bericht an vielen touristischen Orten Spuren von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Chemikalien gefunden, die bei der Produktion von Outdoor-Kleidung zum Einsatz kommen. Die Mitarbeiter der Umweltschutzorganisation nahmen Schnee- und Wasserproben in entlegenen Gebirgsregionen wie im Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile - überall entdeckten sie die Spuren von sogenannten per- und polyfluorierten Chemikalien. Diese reichern sich in der Nahrungskette an. Einige sollen krebserregend sein.

Das Wetter in Bayern: Teils Regen, teils auch freundlicher, 18 Grad.

Das Wetter in Bayern: In Alpennähe stark bewölkt und regnerisch, sonst wechseln sich Sonne und Wolken ab, später in Franken einzelne Schauer. Höchstwerte 13 bis 18 Grad. In der kommenden Nacht Tiefstwerte um 9 Grad. Die weiteren Aussichten: In den kommenden Tagen unbeständig, am Dienstag Wetterbesserung. Es bleibt kühl.


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