Aktuell - Meldungen


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02:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion

Stand: 22.11.2014

Portugals Ex-Regierungschef Socrates wird festgenommen - Steuerhinterziehungsvorwürfe

Lissabon: Der ehemalige portugiesische Ministerpräsident José Socrates ist festgenommen worden. Dem sozialistischen Politiker wird Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Korruption vorgeworfen. Mehr teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. Socrates wurde laut Medienberichten am Lissaboner Flughafen festgenommen, als er gerade aus Paris kam. Er ist einer von vier Verdächtigen, die festgenommen wurden. Socrates war von 2005 bis 2011 Ministerpräsident in Portugal.

Grüne begraben "Veggie-Day" bei Bundesparteitag

Hamburg: Auf dem Bundesparteitag der Grünen diskutieren die knapp 500 Delegierten über den künftigen Kurs ihrer Partei. Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann rief in seiner Rede dazu auf, keine Konfrontation mit der Wirtschaft zu suchen. Die Grünen seien selbstverständlich eine Wirtschaftspartei, so Kretschmann. Grünen-Chef Özdemir steuerte in eine andere Richtung: Nach seinen Worten sollten sich die Grünen als linksliberale Kraft der Freiheit etablieren. Er sagte, man dürfe den Freiheitsbegriff nicht den anderen überlassen. Gleichzeitig erteilte Özdemir jeder Bevormundung der Bürger eine Absage. In dem Zusammenhang haben die Grünen auch die Forderung nach einem fleischfreien «Veggie-Day» in Kantinen begraben. Der Bundesparteitag stimmte einem Antrag der Parteispitze zu, in dem für eine freie Essenwahl plädiert wird.

Verhandlungen zwischen Bahn und GDL auf nächste Woche vertagt

Frankfurt am Main: Bahnkunden müssen vorerst nicht mit weiteren Streiks rechnen. Im Tarifkonflikt gibt es zwar nach wie vor keine Einigung, doch der Konzern und die beiden konkurrierenden Gewerkschaften haben sich auf neue Gespräche verständigt. Mit der Lokführergewerkschaft GDL will die Bahn in einer Woche weiter verhandeln - mit der EVG soll es am 12. Dezember ein Treffen geben. Nach stundenlangen Verhandlungen in Frankfurt sagte GDL-Chef Weselsky, damit habe man gezeigt, dass es den Lokführern nicht um den Streik an sich gehe. Die Bahn hatte der GDL ein Angebot vorgelegt, das neben den Lokführern auch die Zugbegleiter umfasst, nicht aber weitere Berufsgruppen wie Bordgastronomen oder Disponenten. Dies sei nun Sache weiterer Verhandlungen, sagte Bahn-Personalvorstand Weber.

Cousine von Cornelius Gurlitt beantragt Erbschein

München: Familienmitglieder des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt erheben Anspruch auf dessen Erbe. Die Cousine Gurlitts hat beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragt. Das geht aus einem Schreiben ihres Sprechers hervor, das dem Bayerischen Rundfunk vorliegt. Grund für diesen Schritt sei ein Gutachten, das die Testierfähigkeit Gurlitts in Frage stellt, was Folgen für die Gültigkeit des Testaments habe. Das muss jetzt das Münchner Nachlassgericht überprüfen. Gurlitt hatte sein millionenschweres Erbe inklusive der Bildersammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Das Museum dementierte heute Berichte, wonach es bereits beschlossen habe, das Erbe anzutreten. Diese Entscheidung soll erst am Sonntag fallen. Die Sammlung Gurlitt umfasst hunderte Bilder, unter anderem von Matisse, Picasso und Chagall. Bei einigen Werken könnte es sich aber um Nazi-Raubkunst handeln.

Obama unterschreibt Dekret zum Schutz von Einwanderern

Washington: US-Präsident Obama hat - wie angekündigt - das Dekret zum Schutz von illegalen Einwandern unterschrieben. Rund 5 Millionen Ausländer ohne Papiere sind damit vor der Ausweisung sicher. Dem Erlass muss das Parlament, wo die oppositionellen Repulikaner inzwischen die Mehrheit haben, nicht zustimmen. Diese laufen deshalb Sturm muss, blockieren aber seit Jahren eine Einwanderungsreform.

Hamas verteidigt Angriffspläne auf Lieberman

Jerusalem: Die radikal-islamische Hamas hat den israelischen Außenminister Lieberman als legitimes Anschlagsziel bezeichnet. Ein Führer der Palästinenserorganisation sagte, Israels Regierung habe im Gazakrieg Massaker an Frauen und Kindern verübt; auch deshalb wäre ein Attentat auf Lieberman während des Kriegs im Sommer gerechtfertigt gewesen. Ob ein solcher Anschlag geplant war, wollte der Hamas-Führer nicht sagen. Gestern hatten Israels Sicherheitsbehörden über Anschlagspläne berichtet und in diesem Zusammenhang vier Palästinenser festgenommen. Die Lage in der Region ist weiterhin extrem angespannt. Im Westjordanland kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. In Jerusalem wurden zwei Israelis bei einem Angriff verletzt

De Maizière geht von 550 IS-Kämpfern aus Deutschland aus

Berlin: Die Terrororganisation Islamischer Staat kann hierzulande offenbar immer mehr Anhänger gewinnen. Nach Angaben von Bundesinnenminister de Maizière ist die Zahl der IS-Kämpfer aus Deutschland nach neuen Schätzungen auf 550 Personen gestiegen. Bislang waren die Behörden von 450 ausgegangen. In einem Fernsehinterview sagte de Maizière, die größte Sorge seien Einzeltäter, die radikalisiert zurückkämen und hier Anschläge planten. Nach seinen Informationen gibt es etwa 230 solche sogenannte "Gefährder".

Russische Top-Agentin hat trotz Haftstrafe Deutschland verlassen

Stuttgart: Eine russische Top-Agentin hat trotz ihrer Verurteilung zu fünfeinhalb Jahren Haft Deutschland in Richtung Heimat verlassen dürfen. Die Bundesanwaltschaft betonte aber, die Frau habe die Hälfte ihrer Strafe bereits verbüßt. Ihr Ehemann, der ebenfalls wegen Spionage verurteilt worden war, bleibt jedoch in Haft. Die beiden hatten rund 25 Jahre ein filmreifes Doppelleben geführt und dem russischen Geheimdienst hunderte Dokumente zu EU und NATO geliefert.

Notenbanken sorgen für Rekordstände an den Börsen

Frankfurt am Main: Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, notfalls noch stärker an den Finanzmärkten zu intervenieren, hat die Börsen beflügelt. Der Deutsche Aktienindex legte 2,6 Prozent zu - das größte Wochenplus des Jahres. An der Wall Street erreichte der Dow Jones einen neuen Höchststand. Am Vormittag hatte EZB-Chef Draghi bekräftigt, künftig noch energischer gegen die Wachstumsschwäche vorzugehen. Außerdem lockerte die chinesische Zentralbank überraschend ihre Geldpolitik.

Burger King schaltet im Streit um Filialen Gericht ein

München: Burger King will dem geschassten Franchise-Partner Yi-Ko die Nutzung der Marke gerichtlich verbieten lassen. Die Fast-Food-Kette beantragte beim Landgericht eine einstweilige Verfügung, damit der Partner Logo und Namen nicht mehr verwendet. Yi-Ko hat 89 Filialen, unter anderem in München, Landsberg und Augsburg. Im Mai kam das Unternehmen vor allem wegen Hygienemängeln in die Schlagzeilen. Viele Filialen werden wohl heute gar nicht mehr öffnen.

2. Liga: Kaiserslautern und Darmstadt trennen sich torlos

Kaiserslautern: In der zweiten Fußballbundesliga haben sich der 1. FC Kaiserslautern und Darmstadt 0:0 getrennt. Durch das torlose Remis behaupteten die Darmstädter Platz 3 vor dem Team aus Heidenheim, das mit 3:0 gegen Sandhausen gewann. Außerdem besiegte Bochum den Tabellenletzten Aalen mit 4:0.

Das Wetter in Bayern: stellenweise Nebel, Tiefstwerte in der Nacht +5 bis -1 Grad

In der Nacht teils bewölkt oder trüb, teils klar; anfangs im südlichen Schwaben und Oberbayern noch gelegentlich etwas Regen. Später stellenweise Nebel. Abkühlung auf +5 bis -1 Grad. Die weiteren Aussichten: Im Tagesverlauf in den Niederungen vielerorts bewölkt oder trüb, später gebietsweise freundlicher; längeren Sonnenschein vor allem in Alpennähe und in den Kammlagen der Mittelgebirge. Maximal 6 bis 14 Grad. Am Sonntag und Montag weiterhin teils sonnig, teils trüb. Nachts 0 bis 6 Grad, tagsüber 5 bis 15 Grad.


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