Aktuell - Meldungen

09:00 Die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks

Von: BR-Nachrichtenredaktion Stand: 23.05.2013

Opfer von London war britischer Soldat

London: Der Mann, der gestern auf offener Straße von mutmaßlichen Terroristen ermordet wurde, war ein Soldat der britischen Armee. Das hat die Regierung in London am Morgen bestätigt. Das Verbrechen spielte sich in der Nähe einer Kaserne im Stadtteil Woolwicht ab. Ein Video zeigt einen dunkelhäutigen Mann mit einem Messer und einem Fleischerbeil in seinen blutverschmierten Händen. In die Kamera sagte er: "Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir hören nie auf, Euch zu bekämpfen, bis Ihr uns in Ruhe lasst". Der Mann und sein Komplize wurden nach der Tat von der Polizei niedergeschossen. Einer der beiden soll in Lebensgefahr schweben. Premierminister Cameron sprach von starken Anzeichen, dass es sich um einen terroristischen Anschlag gehandelt habe.

Merkel würdigt SPD zum 150. Jubiläum

Leipzig: Anlässlich des 150. Geburtstages der SPD hat Bundeskanzlerin Merkel die Partei gewürdigt. Die CDU-Vorsitzende sprach in der "Leipziger Volkszeitung" von einer streitbaren und unbeugsamen Stimme der Demokratie in Deutschland. Für diesen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Dienst gebührten der SPD Respekt und Anerkennung. Ähnlich äußerte sich auch CSU-Chef Seehofer. Er bezeichnete sich selbst als, so wörtlich, "altgedienten Herz-Jesu-Sozialisten". Die Sozialdemokraten feiern heute in Leipzig ihr rundes Jubiläum. Zu dem großen Festakt werden etwa 1.600 Gäste aus 80 Ländern erwartet. Auf dem Marktplatz von Leipzig findet parallel ein großes Bürgerfest statt.

Finanzkrise verstärkt laut Amnesty International die Ausländerfeindlichkeit

London: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International prangert in ihrem Jahresbericht an, dass die Finanz-Krise in Südeuropa die Ausländerfeindlichkeit verschärfe. AI-Generalsekretär Shetty sagte, seine Organisation habe ernste Probleme in Griechenland und Italien dokumentiert, wo die Behandlung von Migranten und Asylsuchenden schändlich gewesen sei. Die Sparmaßnahmen und Wirtschaftskrisen hätten dazu geführt, dass Asylsuchende zu Sündenböcken gemacht würden, so Shetty. Seinen Angaben zufolge hat beispielsweise Griechenland im vergangenen Jahr ein Gesetz verabschiedet, nach dem Flüchtlinge unter dem Verdacht inhaftiert werden können, ansteckende Krankheiten wie Aids zu haben.

Innenministerkonferenz berät über Konsequenzen aus NSU-Mordserie

Hannover: Die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern berät heute über Konsequenzen aus der NSU-Mordserie. Dazu legt die sogenannte Bund-Länder-Kommission zum Rechtsterrorismus ihren Abschlussbericht vor. Die Bundesregierung hatte das Gremium im Februar vergangenen Jahres eingesetzt. Die Innenminister haben gestern in Hannover mit ihren Beratungen begonnen. Dabei wurde deutlich, dass es unter ihnen keine Mehrheit für eine zentrale Erfassung der V-Leute des Verfassungsschutzes mit Klarnamen gibt. Vor allem CDU-Innenminister lehnen das ab, weil dann die Sicherheit der umstrittenen Informanten aus der rechtsextremen Szene nicht mehr garantiert werden könne. Die Reform des Verfassungsschutzes und der Umgang mit den V-Leuten ist ein zentrales Thema der dreitägigen Konferenz.

Krawalle in Schweden gehen weiter

Stockholm: Auch in der vergangenen Nacht hat es in der schwedischen Hauptstadt Ausschreitungen gegeben. Jugendliche setzten in der vierten Krawall-Nacht in Folge Autos in Brand und warfen Fensterscheiben ein. Auch eine Polizeiwache wurde nach Medienberichten in Brand gesteckt. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. - Auslöser der nächtlichen Gewaltwelle ist offenbar ein Polizei-Einsatz, bei dem in der vergangenen Woche ein Mann erschossen wurde.

US-Regierung räumt Tötung von Amerikanern mit Drohnen ein

Washington: Die US-Regierung hat erstmals öffentlich die Tötung eigener Staatsbürger mit Drohnen zugegeben. In einem Schreiben von Justizminister Holder an den Kongress heißt es, insgesamt seien vier Menschen mit amerikanischem Pass bei solchen Anti-Terror-Angriffen außerhalb von Kriegsgebieten wie Afghanistan ums Leben gekommen. Absichtlich getötet worden sei der Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki im Jemen. Die drei anderen bei Drohnen-Schlägen getöteten Amerikaner wurden laut Holder nicht gezielt ins Visier genommen. - US-Präsident Obama will heute in einer Rede seine Strategie im Kampf gegen den Terrorismus erläutern.

Bayreuth feiert Wagner-Geburtstag

Bayreuth: Mit einem hochkarätigen Konzert unter der Leitung von Dirigent Christian Thielemann haben die Bayreuther Festspiele am Abend den 200. Geburtstag von Richard Wagner gefeiert. Ministerpräsident Seehofer sagte, es sei ein Abend der Superlative gewesen. In seinem Grußwort vor dem Konzert würdigte Seehofer Wagner als Genie von Weltrang. Im voll besetzen Festspielhaus waren Ausschnitte aus Wagners Werken zu hören. Darunter "Tristan und Isolde" und der erste Aufzug der Oper "Die Walküre".

Holocaust-Überlebender Josef Jakubowicz ist tot

Neumarkt in der Oberpfalz: Der Holocaust-Überlebende Josef Jakubowicz ist tot. Er starb gestern nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Jakubowicz überlebte elf Lager, darunter die Konzentrationslager Flossenbürg und Bergen-Belsen. Seit Kriegsende lebte Jakubowicz in Franken. Er kämpfte bis zuletzt aktiv gegen Neonazis und sprach an Schulen über den nationalsozialistischen Terror. 2005 erschien sein Buch "Auschwitz ist auch meine Stadt", für das der Schriftsteller Ralph Giordano das Grußwort geschrieben hat.

Twitter verschärft nach Hackerangriffen Sicherheitsmaßnahmen

San Francisco: Der Kurzmitteilungsdienst "Twitter" verschärft nach einer Serie gravierender Hacker-Angriffe auf Medien seine Sicherheitsmaßnahmen. Nutzer bekommen die Möglichkeit einer Anmeldung in zwei Stufen, wie Twitter mitteilte. Ähnlich wie etwa beim Online-Banking muss zusätzlich zum Passwort ein Code eingegeben werden, der bei jedem Anmelden neu per SMS verschickt wird. - Experten hatten schon länger eine solche zusätzliche Sicherheitsebene empfohlen.

Wetter: Sonne und Wolken, nachmittags Schauer, Höchstwerte 10 bis 14 Grad

Das Wetter in Bayern: Ein umfangreiches Tiefdrucksystem über der Mitte Europas ist zusammen mit Meeresluft polaren Ursprungs wetterbestimmend. Am Vormittag ist es vielerorts wechselnd bewölkt, gebietsweise zeigt sich die Sonne. In der zweiten Tageshälfte kommt es zu schauerartigen Regenfällen, besonders in Franken und Schwaben. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 10 und 13, im Südosten um 14 Grad. In der kommenden Nacht ist es bewölkt, zeitweise regnet es; die Schneefallgrenze sinkt auf 800 - 700 m. Die Tiefstwerte liegen bei 4 Grad. Die Aussichten: Tiefdruckeinfluss sorgt weiterhin für Regenfälle. Zwischendurch gibt es aber auch sonnige Abschnitte, besonders am Samstag und Montag. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 6 und 12, am Montag um 15 Grad.


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