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Trend Geocaching Den Natur-Kick suchen - aber die Mitte finden

Geocaching heißt der Trend, der junge Leute seit einigen Jahren in die Natur lockt. Doch die Schnitzeljagd per GPS wird für Waldbesitzer zum Ärgernis. Der Vorwurf: Auf ihrer Schatzsuche stressen sie das Wild und zertrampeln die Pflanzen. Ist das wirklich so? BR.de hat nachgefragt - und die Friedenspfeife angesteckt.

Stand: 15.08.2012

Tag und Nacht streifen Geocacher mittlerweile mit ihrem GPS-Gerät durch die 2,5 Millionen Hektar großen bayerischen Wälder, um Schätze zu finden, die nicht die Natur selbst hervorbringt. Meist sind es wasserdichte Behälter, in denen sich eine Art Tagebuch und kleine Tauschgeschenke befinden. Die Koordinaten der Verstecke werden vorab in Internet bekanntgegeben.

Für den Kick in die verschwiegensten Winkel

Gesucht wird das Ziel per GPS. Die meisten nehmen dazu heute aber einfach das Smartphone.

So weit so gut. Weil einige Geocacher aber wenig Ahnung von der Umwelt hätten, verschreckten sie die dort ansässigen Tiere und schädigten Pflanzen und Bäume, kritisiert der Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Hans Baur. "Das ist überall ein Problem." Und das nehme langsam überhand. Reagieren können er und seine Kollegen nur in Ausnahmefällen. "Ich kann ja nicht nachts warten, bis da einer mit einer Stirnlampe kommt", erklärt Baur. Die Anonymität der Geocacher sei es, "was uns Waldbesitzern eigentlich am meisten weh tut". Sie sähen die "Sternchen" im Internet, die die jeweiligen Ziele der Trendsportler anzeigen. Klar sei: "Die gehen dabei in die verschwiegensten Winkel - ohne Rücksicht und rein für den Kick."

Besonders ärgert es Baur, wenn der Schatz am Ende in drei Metern Höhe in einem Baumstamm gehämmert oder tief in Höhlen versteckt wird. Oder die Nacht-Events, bei denen Menschen mit Stirnlampen quer durch die Wiesen marschieren, manchmal sogar durch Bayerns Naturschutzgebiete. "Das Wild hat dadurch Stress - und wir einen verstärkten Verbiss", erklärt Baur. Wer an solchen Sachen teilnehme, missbrauche die Natur als Sportgerät und habe keinen Respekt. Seit zwei Jahren beobachtet er nun den Run im Wald.

Was ist mit Jägern? Mountainbikern? Flugzeugen?

Der ersehnte Cache: meist eine Dose, in der sich die Sucher in ein Logbuch eintragen und kleine Geschenke austauschen

Im letzten Punkt gibt ihm Geocacher Daniel recht. Der Chiemgauer, der lieber anonym bleiben will, geht seit 2004 auf Schatzsuche und spricht auch von einem Hype, durch den sich sein Hobby mitunter ins Negative entwickelt habe. Immer mehr und sogar die 13-, 14-Jährigen stampften mit GPS durch Wald und Wiesen. "Aber das dauert noch ein, zwei Jahre, dann flacht das wieder ab." Sonst widerspricht Daniel vehement: Wie die meisten Geocacher hält er sich an die im Netz verbreiteten Richtlinien, wo man ein Ziel, den sogenannten Cache, platzieren darf. Naturschutzgebiete sind für ihn tabu, ebenso wenig verlässt er die normalen Wege. Deshalb kann er sich einige Seitenhiebe nicht verkneifen: "Wenn Pilzsammler unterwegs sind oder Kinder in Bäumen rumkraxeln, regt sich auch keiner auf." Und: "Vielleicht sollten Waldbesitzer auch einmal darüber nachdenken, dass auch all die neuen Straßen durch den Wald das Wild stressen."

Und da wären schließlich auch noch die Jäger, die sich mit der Taschenlampe den Weg zum Hochsitz leuchten müssten, die vielen Mountainbiker, der vielerorts zunehmende Fluglärm und zahlreiche weitere Aspekte, die den Verbiss verantworten würden. Nur auf die Geocacher zu zeigen, sei zu einfach: "Schwarze Schafe gibt's überall." Was Baur nicht weiß: Daniel und Co. verabreden sich am Feierabend regelmäßig zu Wanderungen, die ihm gefallen dürften. In Gruppen sammeln sie all den Müll in den Wäldern auf, den sie finden können.

Ein Ziel und ein Treffen auf halber Strecke

Schritt für Schritt

Nachtwanderungen seien zudem sehr selten in Bayern, sagt Daniel. Im Chiemgau gibt es vier Stück, von denen drei nicht durch den Wald, sondern durch urbanes Gelände führen - ähnlich wie beim Geocaching in Salzburg, wo auf diese Weise die Altstadt erkundet wird. Und gerade die sogenannten Multi-Cashs bieten in seinen Augen einen Mehrwert: In Traunstein etwa müssten Kinder unterwegs rechnen und Geschichtsrätsel lösen, um mit den Informationen zur nächsten Station zu gelangen.

Eigentlich sind sich Baur und Daniel in ihrem Ziel einig: Sie wollen anderen Leuten einen schönen Platz in ihrer direkten Umgebung zeigen, das Ganze naturverträglich gestalten und auf dem Weg dorthin Freude haben. Unabhängig voneinander betonen beide Artikel 141 im Grundgesetz, nach dem jeder die Natur frei nutzen darf, um sich zu erholen. Daniel will Baur deshalb ein Treffen auf halber Strecke vorschlagen, um letzte Missverständnisse auszuräumen und gemeinsam in die Zukunft zu gehen. Die Koordinaten dürften klar sein.


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Slini, Montag, 13.August, 12:03 Uhr

4. Unverschämtheit

@ Peter:
Ich finde es eine Unverschämtheit einfach so die Caches zu entfernen! Das ist Diebstahl, da die Dosen ja gewissen Personen gehören. In den meisten Caches sind die Kontaktdaten der Cachebesitzer hinterlegt. Das heißt, es spricht rein gar nichts dagegen erst mal mit dem Cachebesitzer zu kontaktieren. Vielleicht wird man sich im Streitpunkt einig. Man könnte den Cache z.B. verlegen, oder wenn es gar nicht geht, eben Archivieren.
--> Ohne Kommunikation läuft nichts...

Guido Baumann, Montag, 13.August, 11:42 Uhr

3. Diebstahl von Geocaches

Schön, das Peter Freitag hier den Tatbestand des Diebstahls zugibt.
Denn Geocaches sind kein Müll.
Leider ist das aber nicht die Lösung.
Zum einen suchen danach noch einige Cacher und da wird der Flurschaden nur größer, zum zweiten ist besteht häufig die Frage, wer den längeren Atem hat.
Die Lösung sind Aufklärung und Gespräche, hier in Nordrhein-Westfalen sind wir auf einem guten Weg, den hier spricht man miteinander. Na ja, fast alle. Zumindest aber der Jagdverband und die Forstämter. Zur Geocachingkonferenz in Schwerte haben die Waldbauern leider die Einladung ausgeschlagen.

Hans, Montag, 13.August, 11:16 Uhr

2. Ausgeliehene GPS Geräte

Tatbestand Diebstahl??!!