Facebook-Party bei Landsberg Polizei nimmt 38 "Gäste" in Gewahrsam
Zur verbotenen Facebook-Party im Landkreis Landsberg sind am Samstag nur knapp 500 Menschen gekommen, rund 100 durften feiern. Im Internet hatten sich über 18.000 User zu dem Event angemeldet. Die Polizei nahm 38 "Gäste" in Gewahrsam.
Das Polizeipräsidium Oberbayern war mit rund 300 Beamten in Landsberg am Lech sowie im benachbarten Kaufering im Großeinsatz, um die Facebook-Party zu verhindern. Rund 500 Menschen, die nach Angaben der Polizei eindeutig an der Party teilnehmen wollten, wurden von den Polizisten an Bahnhöfen und auf den Straßen in Empfang genommen. Etliche Feierwütige waren schon so betrunken, dass sie von der Polizei und dem Rettungsdienst ins Landsberger Krankenhaus gebracht werden mussten.
Beamte beleidigt und attackiert
Der Großteil der Angereisten ließen sich von den Beamten per Zug zurück nach München oder Augsburg schicken. 38 Gäste kamen dieser Aufforderung allerdings nicht nach und blieben im Raum Landsberg. Die Polizei nahm schließlich 38 Personen in Gewahrsam. Gegen 20 wird wegen Straftaten wie Beleidigung, Widerstand und Körperverletzung ermittelt. Ein junger Mann zeigte den Hitlergruß, mehrere andere zündeten in der Menge Feuerwerkskörper. Drei Beamte wurden leicht verletzt. Etwa 100 Partygäste feierten am Ende unter Aufsicht der Polizei.
Trotz der Vorfälle zog die Polizei am Sonntagmorgen eine positive Bilanz ihres Einsatzes. Insgesamt sei es gelungen, "Sicherheitsstörungen" konsequent zu unterbinden und gleichzeitig durch Gespräche mit den Party-Teilnehmern deeskalierend zu wirken.
"Versehentliche" öffentliche Party
Eine 13-Jährige hatte über Facebook - vermutlich versehentlich öffentlich - zur Geburtstagsfeier am Samstag an einen beliebten Baggersee zwischen Igling und Kaufering (Landkreis Landsberg am Lech) geladen. Auch, dass die ursprüngliche Veranstalterin die Party wieder abgesagte, hatte die Netzgemeinde nicht gestört; viele Nutzer des sozialen Netzwerks hatten angekündigt, trotzdem an dem Baggersee feiern zu wollen.
Feierverbot für zwei Gemeinden
Feierverbot per Allgemeinverfügung (Auszug):
"In der Zeit vom 22. Juni 2012, 00:00 Uhr bis einschließlich 24. Juni 2012, 06:00 Uhr werden für den Gemeindebereich der Stadt Landsberg am Lech, der Gemeinde Igling und des Marktes Kaufering alle Aktionen einzelner Personen bzw. Personengruppen, die zur Vorbereitung, zur Durchführung oder als Bestandteil einer sogenannten Facebook Party geplant oder dieser zuzurechnen sind, verboten."
Quelle: Landratsamt Landsberg
Das Landratsamt Landsberg erteilte den beiden Gemeinden und dem Stadtgebiet Landsberg aus Angst vor einer Eskalation ein präventives Facebook-Feierverbot - in zwei sogenannten Allgemeinverfügungen. Viele der Facebook-Jünger stachelte das eher an - Tipps und Tricks wurden gepostet, wie man sich nach einem Bußgeld verhalten solle. Und alle Feierenden könne die Polizei ohnehin nicht kontrollieren. Wolfgang Müller vom Landratsamt Landsberg zitierte Einträge à la "Kaufering muss brennen".
"Jeder, der in den Verdacht gerät, auf dem Weg zu einer Facebook-Party zu sein, muss mit einer Anzeige und einer Strafe von 1.000 Euro rechnen."
Wolfgang Müller vom Landratsamt Landsberg
Bewohner und Badegäste sollten daheim bleiben
Seitens des Landratsamts erging sogar ein Appell an die Bürger im Umkreis, am Samstag tagsüber auf andere Badeseen auszuweichen. Landratsamt und Polizei appellierten zusätzlich an die "Facebookgemeinde", zu Hause zu bleiben. Eltern sollten auf ihre minderjährigen Kinder einwirken, dem Gebiet fernzubleiben beziehungsweise ihren Nachwuchs nicht an den Baggersee bringen.
Aus Erfahrung Vorsicht geboten
Facebook-Partys sind tatsächlich schon häufig aus dem Ruder gelaufen, weil Tausende einer im Netzwerk ausgesprochenen Einladung gefolgt waren. Verletzte waren dabei keine Seltenheit. Erst Anfang Juni eskalierte eine Facebook-Feier in Gießen; zu dem Fest in einem Mehrfamilienhaus kamen knapp 1.000 Gäste - die meisten ungeladen.
Ausweichen ins Unterallgäu?
Weil Gerüchte kursierten, dass die in Landsberg verbotene Facebook-Party eventuell an Baggerseen bei Mindelheim und Salgen im Unterallgäu stattfinden soll, hatte das Landratsamt Unterallgäu eine solche Veranstaltung für Samstag ebenso vorsorglich verboten. Man sehe die Sicherheit gefährdet, so das Landratsamt.

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Captain Future, Dienstag, 26.Juni, 09:58 Uhr
11. Michael
Hallo Michael,
wenn Sie genau gelesen haben, spreche ich von dem Recht des "gesetzestreuen Bürgers", der sich schon jetzt schon überall rechtfertigen muss, bei Kriminellen, und das war auch schon vor Facebook so, muss eben künftig der Kriminelle haften und nicht der Steuerzahler. Auf dem Okoberfest funktioniert das ja auch relativ gut. Generell ist diesbezüglich der Gesetzgeber aufgefordert hier gerechter vorzugehen, die Verwüstungen finden ja inzwischen schon überall statt, Fußballstadien etc.
Captain Future
Ilona Scholz, Montag, 25.Juni, 09:32 Uhr
10. Biedermann und die Brandstifter
und für so was wird zunehmend unsere Polizei missbraucht, aber das ist die Konsequenz
Man macht es den Brandstiftern so kommod wie möglich und lässt sie in aller Ruhe gewähren, und wenn es zu spät ist wundert sich Biedermann, dass ihm so viel Großzügigkeit nicht gedankt wird
don22, Montag, 25.Juni, 07:00 Uhr
9. party am baggersee
alles so auswüchse unserer gesellschaft warum dann tausende von auto mit hupconzert,nach fussballspielen wer stopt diese?
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