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Gerhard Ludwig Müller Abschied von Regensburg

Fast zehn Jahre lang war Gerhard Ludwig Müller Oberhirte der Diözese Regensburg. Anfang Juli berief Papst Benedikt XVI. ihn zum obersten Glaubenshüter der katholischen Kirche nach Rom. Nun verabschiedete sich Müller von seiner Diözese.

Stand: 23.09.2012

"Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Aber beim Bischofsamt kommt es darauf an, dass die Arbeit Früchte trägt", sagte der 64-Jährige am Sonntagnachmittag beim Festakt vor 300 geladenen Gästen im Kolpinghaus Regensburg. Er sei überzeugt, dass er das flächenmäßig größte bayerische Bistum in einem guten Zustand übergibt.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller (links) im Gespräch mit BR-Redakteur Bernd Kellermann

"Die Kirche existiert nicht für sich" und sei auch kein von Menschen gemachter Verein wie jeder andere, sagte Müller. Im Mittelpunkt stehe das Gemeinwohl, betonte der Erzbischof bei einem Abschiedsempfang. Zugleich rief der Erzbischof dazu auf, innerkirchliche Spannungen abzubauen und das Konfliktpotenzial zu minimieren. "Auseinandersetzungen in der Sache" halte er für richtig und nötig. "Persönliche Animositäten dürfen aber das Gemeinschaftsleben nicht stören", fügte er hinzu. Den christlichen Glauben sieht Müller nicht auf dem Rückzug. Allerdings spürten viele Menschen seine Wirkung nicht immer, räumte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation ein. In seiner Abschiedspredigt rief er zu frohem Gottvertrauen, tätiger Nächstenliebe und heiterer Gelassenheit auf.

Fest auf dem Domplatz

Bischof Müller vor Vatikan | Bild: picture-alliance/dpa; br; montage: br zum Video Bischof Müller Von Regensburg nach Rom

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Zum feierlichen Pontifikalamt im Dom zu Müllers Verabschiedung kamen am Sonntagnachmittag etwa 2.000 Menschen. Weitere rund 1.000 Menschen verfolgten auf dem Domplatz bei bestem spätsommerlichen Wetter den Festgottesdienst und warteten darauf, ihrem Bischof vielleicht ein letztes Mal die Hand zu schütteln und ihm auf Wiedersehen zu sagen.

Vatikan "noch ein bisschen bayerischer"

Die bayerische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller (CSU), überbrachte die Abschiedsgrüße von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der gesamten Staatsregierung. Mit dem Wechsel des Regensburger Bischofs nach Rom sei der Vatikan "noch ein bisschen bayerischer" geworden, sagte die Ministerin beim Abschiedsempfang.

Bereits am Samstag hatte Müller das ehemalige Haus von Papst Benedikt XVI. in Pentling bei Regensburg als theologische Begegnungsstätte eingeweiht. Das Haus solle Besuchern eine "Begegnung mit der Theologie und dem geistlichen Werk" des Papstes ermöglichen, sagte Müller.

Nr. 3 in katholischer Kirche

Porträt

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Fast zehn Jahre war der konservative und vielfach umstrittene Hardliner Oberhirte des größten bayerischen Bistums. Mit seinem Wechsel nach Rom als Chef der einflussreichen Glaubenskongregation wird Müller nach Papst Benedikt XVI. und dem Kardinalsstaatssekretär Tarcisio Bertone der drittwichtigste Mann in der römischen Kurie. Müller, der grundlegende Kirchenreformen strikt ablehnt und sich streng an die offizielle Linie der Amtskirche hält, war der Wunschkandidat von Papst Benedikt XVI. für das Amt.

Die Glaubenskongregation

Schutz vor Häresien

Die Kongregation für die Glaubenslehre ist eine von neun Kongregationen der römischen Kurie. Sie hat die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre der ganzen Kirche zu fördern und zu schützen. Sie ist auch zuständig (u.a. strafrechtlich) bei Delikten gegen den Glauben und bei schwerwiegenden Verfehlungen gegen die Sitten oder bei der Feier der Sakramente. Durch die Glaubenskongregation will die Kirche Häresien, also abweichenden Glaubensvorstellungen, verhindern.

Glaubenshüter

Die Glaubenskongregation veröffentlicht z.B. in Zusammenarbeit mit dem Papst Dokumente, um den Inhalt des Glaubens verständlich zu machen (Katechismus der Katholischen Kirche). Sie nimmt auch Stellung zu umstrittenen Fragen wie im Jahr 2000 mit der Erklärung "Dominus Iesus" oder 2003 mit einem Schreiben zu homosexuellen Partnerschaften.

Stab

Im Moment arbeiten in der Glaubenskongregation 47 Mitarbeiter - außer dem Präfekten noch 24 Kardinäle, drei Erzbischöfe und zwei Bischöfe. Sie werden vom Papst für fünf Jahre berufen. Bischof Müller ist seit 2007 Mitglied der Glaubenskongregation und daher mit ihren Aufgaben vertraut.
Quelle: Andrea Kammhuber, Redaktion Kirche und Welt


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Lothar Obermeier, Sonntag, 23.September, 22:43 Uhr

4. Gott sei Dank

Mein Abschiedsgruß: Ein Kommentar aus der Radiowelt http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-QS/5ybg52OS/120921_1400_radioWelt_Fotografie-Alzheimer-Oktoberfest.mp3 ... zeitstempel 4:00

Josef Deuerling, Sonntag, 23.September, 18:10 Uhr

3. Gut und schlecht...

Gut das Herr Müller aus Regensburger geht, schlecht nun 3. Mann in Rom zu sein. Wie kann ein Mann, der so polarisiert und Unruhe in seinem Bistum stiftet und zu verantworten hat, nun so ein wichtiges Amt in Rom begleiten dürfen.
Was muß noch passieren, das die Verantwortlichen in Deutschland und noch mehr in Rom aus ihrem Dornröschenschlaf aufwachen? Wieviel Kirchenaustritte kann die katholische Kirche, genau wegen solcher Amtsträger noch hinnehmen und verkraften?

Alfred, Freitag, 21.September, 20:53 Uhr

2. Abschied

Unsere Gebete wurden erhört !