Sicherheit von Atomkraftwerken Bayerische Meiler kommen fast ungeschoren davon
Der Stresstest von Atomkraftwerken hat bei den bayerischen Meilern keinen dringenden Handlungsbedarf aufgezeigt. Dieses Ergebnis gab die EU-Kommission bekannt. Europaweit muss bei der Sicherheit jedoch reichlich nachgebessert werden.
Die bayerischen Atomkraftwerke Isar, Gundremmingen und Grafenrheinfeld sind nach Darstellung der EU-Kommission gut geschützt. Im Gegensatz dazu wird für norddeutsche Kernkraftwerke empfohlen, Erdbebenwarnsysteme anzubringen. Die Kritik der EU-Kommission, dass die deutschen Betreiber die internationalen Leitlinien für schwere Unfälle nicht umgesetzt hätten, gilt allerdings auch für die bayerischen Meiler.
Die EU hatte den Test der 145 europäischen Reaktoren als Reaktion auf das Unglück im japanischen Fukushima gestartet. Ergebnis: Fast alle Kernkraftwerke müssen nachgerüstet werden. "Wir mahnen an, das nachzuholen, was seit Jahren und Jahrzehnten möglich war", sagte Energiekommissar Günther Oettinger.
Grüne sehen erhebliche Risiken
Die Grünen in Niederbayern erneuerten ungeachtet der Ergebnisse des Stresstests für die bayerischen AKW ihre Kritik am Sicherheitskonzept der Betreiber. Nahezu alle Anlagen hätten Mängel, und das nicht nur bei Naturkatastrophen. Die Bezirksvorsitzenden der Grünen in Niederbayern, Rosi Steinberger und Erhard Grundl, beriefen sich dabei auf eine Untersuchung der deutschen Reaktorsicherheitskommission. Demnach sei kein einziges deutsches Atomkraftwerk gegen den Absturz eines größeren Passagierflugzeugs gesichert.
Altmaier kündigt Konsequenzen an
Die Resultate des Stresstests werden Thema beim EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober in Brüssel sein. Bundesumweltminister Peter Altmaier kündigte an, Schlussfolgerungen aus dem Bericht zu ziehen. "Der Stresstest darf nicht einfach ad acta gelegt werden. Die Ergebnisse müssen Konsequenzen nach sich ziehen", so der CDU-Politiker. Angesichts der Testergebnisse betreffen diese dann vornehmlich die Kernkraftwerke im Norden Deutschlands.

Wetter
